2026 haben Martin Brambach und Cornelia Gröschel die Ehre, das neue Krimi-Jahr mit einem frischen „Tatort“ zu eröffnen. Herausgekommen ist ein düsterer Psychothriller, in dem vor allem sein starkes Ensemble glänzen darf, wie ihr in Mareks Kritik erfahrt.

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gekennzeichnet.  Mehr erfahren.Welche Kommissare ermitteln heute im „Tatort: Nachtschatten“?

Erst vor wenigen Monaten ermittelte Kommissarin Leonie Winkler erstmals ohne ihre Kollegin Gorniak, weshalb sich Revierleiter Peter Michael Schnabel naturgemäß mehr in den operativen Bereich einbringen musste. Eigentlich kein Problem, da die früheren Dresdner „Tatorte“, in denen Martin Brambach in den Vordergrund rücken dürfte, zum Besten zählen, was an der Elbe bislang in Sachen Krimi über die Bildschirme flackerte.

Seltsamerweise ließ der blutleere „Tatort: Siebenschläfer“ aber zu viel seines Potentials ungenutzt am Flussufer versanden. Weder ging der Krimi darauf ein, dass Peter Schnabel mit Leonie Winklers Vater seit Jahrzehnten befreundet ist und deshalb ein ganz spezielles Verhältnis zu dessen Tochter pflegt, noch durfte er seine Kompetenzen als erfahrener Ermittler ausspielen.

Zwar bleiben die vertrauten Momente zwischen den beiden auch in ihrem zweiten Einsatz als Duo aus, dennoch nimmt Drehbuchautorin Viola Schmidt weitaus mehr Rücksicht auf die Vita ihres Personals als ihre Kolleginnen Silke Zertz und Frauke Hunfeld, sodass Martin Brambach und Cornelia Gröschel unterm Strich wieder aus dem Vollen schöpfen dürfen.

Allein die Szenen, in denen die Kommissarin bei ihrem Chef die richtigen Tasten drückt, um ihn bei den Ermittlungen an einem Fall ins Boot zu holen, der für ihn eigentlich gar keiner ist, lohnt das Einschalten und lässt darauf hoffen, dass der Dresdner „Tatort“ bald wieder über die vollen 90 Minuten an seine Glanzzeiten  anknüpfen kann. Dann wird auch ein Platz in unserem Video der besten „Tatort“-Teams frei.

Das sind die 11 besten Tatort-KommissareWorum geht es im „Tatort: Nachtschatten“?

Die sechzehnjährige Amanda taumelt blutverschmiert durch Dresden, dann bittet sie um Hilfe und landet bei der Polizei. Die sichtlich überarbeitete Kommissarin Winkler nimmt sich ihrer an und hat bald eine klaffende Wunde im Gesicht.

Die verstört wirkende Amanda berichtete der Polizistin, dass sie aus der Gefangenschaft ihres Vaters floh und nun alles in Bewegung setzten muss, um ihre immer noch eingesperrte Schwester zu finden. Bevor Leonie Winker ihre Gedanken sammeln konnte, schlug das Mädchen mit einer Flasche zu und entschwand in die Nacht.

Während Peter Michael Schnabel davon ausgeht, dass Amanda ein Fall für die Psychiatrie ist, glaubt Winkler ihren Schilderungen und startet einen gefährlichen Alleingang. Stück für Stück kann sie ihren Chef davon überzeugen, ihr zur Seite zu stehen. Doch wo ist Amandas Schwester Jana und schwebt sie wirklich in Lebensgefahr?

ARD/MDR TATORT: NACHTSCHATTEN, am Donnerstag (01.01.26) um 20:15 Uhr im ERSTEN.
Peter Schnabel (Martin Brambach, li.) und Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) ermitteln, ihr Weg führ sie zur Adresse eines Verdächtigen; Mareike Klann (Mélanie Fouché) öffnet.
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„Ich gehe bald in Frührente!“, poltert Peter Schnabel, nachdem immer noch niemand gefunden werden konnte, der die Nachfolge von Karin Gorniak antreten könnte und auch Kommissarin Leo Winkler läuft auf dem Zahnfleisch. Der Status Quo auf dem Dresdner Revier wird eindringlich, aber nicht übertrieben geschildert, ebenso wie die zarten Bande zwischen der Kommissarin und Staatsanwalt Jakob Klasen angenehm dezent auf die Stimmungslage der Polizistin hinweisen, ohne auszuufern.

Sowieso stehen Cornelia Gröschel und Martin Brambach wieder auf festem Terrain, wobei letzterer für ein paar gelungene Späße sorgen darf, die für die nötigen Pausen von der ansonsten bedrückenden Kriminalgeschichte sorgen.

Die verfügt zwar über ein paar wenig plausible Anschlüsse, kann aber durch seine stimmungsvolle Atmosphäre sowie das facettenreiche Spiel von Gaststar Emilie Neumeister punkten, die als undurchsichtige Teenagerin groß auftrumpft. Obwohl im echten Leben zehn Jahre älter, nimmt man ihr die Rolle der verstörten Sechzehnjährigen über den gesamten „Tatort“ ab, der seine größte Spannung aus ihrer ambivalenten Figurenzeichnung bezieht. Ist sie wirklich ein gepeinigtes Mädchen, das ihr Leben lang im Keller eingesperrt war, oder ist sie in Wahrheit eine unkontrollierbare Täterin, die in jedem Moment ein Messer zücken könnte?

Zugegeben, der finale Twist ist wenn man einen genaueren Blick auf die Besetzung des „Tatorts“ wirft, vorhersehbar, dennoch lässt der von Kameramann Roland Stuprich stark fotografierte Reißer die Spannungskurve immer mehr in die Höhe schnellen, was letztlich die Kernkompetenz eines gelungenen Krimis sein sollte. Und so beginnt 2026 zwar nicht mit einem der besten Dresdner Krimis, aber immerhin mit einem seiner packendsten.

Der „Tatort: Nachtschatten“ wird heute am Donnerstag, dem 1. Januar 2026 um 20:15 Uhr in der ARD ausgestrahlt und ist danach in der Mediathek für sechs Monate als Wiederholung im Stream verfügbar.