Schneelawinen von den Dächern hat Birgit Lehmann beim Silvesterblasen schon erlebt. Doch diesmal zeigte sich das Wetter während der Traditionsveranstaltung auf Schloss Augustusburg, bei der sie stets in die Rolle von Kurfürstin Anna aus dem 16. Jahrhundert schlüpft, von einer besonders extremen Seite. Eisige Kälte und dichtes Schneetreiben sorgten dafür, dass viele sich gar nicht erst auf die Straße wagten. Auch die Schauspielerin aus Dresden hatte Probleme bei der Anreise, musste wegen gesperrter Straßen umkehren. Doch letztlich war Kurfürstin Anna gerade noch rechtzeitig vor Ort.

Zusammen mit Kurfürst August, dargestellt von Jörg Einert, und den Bläsern der Heidelbachtalmusikanten aus Drebach bot die Protagonistin trotz der schwierigen äußeren Bedingungen ein wieder einmal sehr unterhaltsames Programm. Mit viel bissigem Humor wurde aufs alte Jahr zurück- und aufs neue Jahr vorausgeblickt. „Wir arbeiten den Medizinern zu“, sagte Kurfürstin Anna augenzwinkernd über das Wetter. Und wäre es nach ihr gegangen, dann hätte das Silvesterblasen noch stundenlang weitergehen können. Schließlich gab es viel zu besprechen.

„Wir sind da immer sehr spontan“, erklärt Jörg Einert, wie er und seine Partnerin auf die Themen kommen, die sie in ihrem diesmal 90-minütigem Bühnenprogramm satirisch aufarbeiten. Unter anderem ging es dabei um die „Hofnarren“ in der Regierung und das mögliche Ende der Briefkästen und des Briefverkehrs – so wie in Annas Heimatland Dänemark. „Die jungen Leute von heute wissen ja sowieso nicht mehr, wie man Briefe schreibt“, so die einstige Prinzessin. Mit vielen kecken Sprüchen brachte sie das Publikum zum Lachen. Genauso sorgten die Lieder der Heidelbachtalmusikanten dafür, dass den reichlich 300 Besuchern trotz der Kälte warm ums Herz wurde. Einige konnten nicht widerstehen und tanzten sogar im Schlosshof.