Mannheim. (cab) Die Silvester-Bilanzen der Polizeipräsidien und Rettungskräfte in der Metropolregion Rhein-Neckar fallen unterschiedlich aus. Die Rettungsdienste und Feuerwehren waren in der Nacht überall gefordert. Mit kleinsten Feuern in Mülleimern bis hin zu Garagenbränden mit zerstörten Autos hatten es die Feuerwehrkameraden zu tun. Dagegen sprach die Polizei zumeist von einem ruhigen Jahreswechsel – auch wenn alleine im Einflussbereich des Mannheimer Präsidiums rund 390 Einsätze registriert wurden und in der Heilbronner Notrufzentrale der Polizei 423 Alarmierungen eingingen. Hier die Bilanzen in einem kurzen Überblick:

> Mannheim. Hier hatte es die Feuerwehr vor allem mit Mülltonnen- und Balkonbränden wegen Querschlägern des Silvesterfeuerwerks zu tun. Schwerer waren die Feuer an einem Doppelhaus in Käfertal, an dem 200.000 Euro Sachschaden entstand, und eines begrünten Daches. Alleine in den ersten zwei Stunden des neuen Jahres zählte die Feuerwehr 37 Brandeinsätze, darunter ein Dachstuhlbrand in Gartenstadt. Für die Polizei waren wie immer der Wasserturm mit Tausenden Feiernden, die Kurpfalzbrücke sowie der Plankenkopf die Einsatzschwerpunkte. Eskalationen durch Gruppen mit Aggressionspotenzial habe man unterbunden.

Dennoch beschädigten rund 20 Jugendliche gegen 0.15 Uhr in Schönau drei Straßenbahnen durch Stein- und Böllerwürfe erheblich. Scheiben und eine Eingangstür gingen zu Bruch. Beim Fahrerhaus eines der Züge warfen die Täter alle Scheiben ein. Sie demolierten zudem eine Haltestelle sowie die Scheiben eines Aufenthaltsraums der Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) und eines Jugendhauses. Die Polizei nahm einen Tatverdächtigen fest.

> Rhein-Neckar-Kreis. Der Jahreswechsel ist aus polizeilicher Sicht im Kreisgebiet „ohne nennenswerte Zwischenfälle“ verlaufen, wie es hieß. Die Polizei berichtete von vier „Widerstandshandlungen“ oder tätlichen Angriffen auf Polizisten. Dabei seien drei Beamtinnen und Beamte leicht verletzt worden. Zum Teil sei die Polizei auch gezielt mit Böllern und Silvesterraketen beschossen worden.

Beispiel Wiesloch: Hier brannte eine Garage, in der ein Auto stand. Zudem war davor ein VW-Multivan abgestellt, der ebenso in Flammen aufging. Foto: privat

Schwere Brände gab es in Wiesloch, wo eine Garage mit einem darin geparkten Auto (unter dem ein Feuerwerkskörper gefunden wurde) und einem VW-Van davor in Flammen stand, und in Dielheim, wo am Neujahrsmorgen laut Polizei eine Scheune brannte. In Schriesheim an der Bergstraße gab es für den Ort außergewöhnlich viele Brände, und auch in Sinsheim hatte die Feuerwehr viel zu tun – unter anderem am Bahnhof in Steinsfurt, wo ein Mülleimer brannte, und in einem Mehrfamilienhaus. Hier sorgten brennende Reste eines Feuerwerkskörpers vor allem für enorme Rauchentwicklung.

> Polizeipräsidium Südhessen. Auch im Einflussbereich des Polizeipräsidiums Südhessen verlief der Übergang ins neue Jahr laut dessen Aussagen „größtenteils ruhig“. Der Leitstelle wurden aber 35 Brände in den ersten Stunden des neuen Jahres gemeldet – vom Hecken- bis zum Auto- und Gebäudebrand. Ein Jugendlicher aus Bensheim musste noch vor Mitternacht mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Dem 16-Jährigen war ein Böller in der Hand explodiert.

> Polizeipräsidium Rheinpfalz. In der Vorder- und Südpfalz registrierte die Polizei 43 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, die in Zusammenhang mit dem Jahreswechsel standen. 18 Strafanzeigen wurden wegen Körperverletzungen aufgenommen, acht wegen Sachbeschädigungen und vier wegen Beleidigungen. Zudem stoppte die Polizei drei Autofahrer unter Alkohol- und Drogeneinfluss. Am Neujahrsmorgen gegen 6.40 Uhr ereignete sich überdies ein schwerer Unfall in der Ludwigshafener Innenstadt. Ein Autofahrer verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte gegen mehrere Ampelmasten und gegen eine Hauswand. Ein Insasse des Wagens, so die Polizei, sei aus dem Auto geschleudert worden und habe dabei schwerste Verletzungen erlitten. Der Mann am Steuer und ein weiterer Beifahrer hätten schwere Blessuren davongetragen. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal beauftragte einen Gutachter mit der Rekonstruktion des Unfallhergangs. Zudem machte ein Polizeihubschrauber Übersichtsaufnahmen vom Unfallort.

> Polizeipräsidium Heilbronn: Von einem ruhigen Jahreswechsel konnte dessen Pressestelle am Donnerstag nicht sprechen. Die Notrufzentrale des Polizeipräsidiums nahm bis zum Neujahrsmorgen 423 Einsätze auf. Insgesamt wurden 23 Kleinstbrände von Mülltonnen oder Hecken gemeldet. Größere Feuer gab es zudem etwa in Heilbronn oder Bad Mergentheim. Die Polizei berichtete zudem von zahlreichen Sachbeschädigungen durch Böller, von Körperverletzungs- und Verkehrsdelikten und Ordnungswidrigkeiten durch den Gebrauch von Schreckschusspistolen. Dabei habe es aber nur wenige leicht verletzte Personen gegeben.

> Polizeipräsidium Karlsruhe. Die Karlsruher Polizei zog die Bilanz eines „unauffälligen“ Jahreswechsels. Größere Schlägereien hätten die Einsatzkräfte etwa in der Karlsruher Innenstadt verhindern können. Gleichwohl beschossen sich hier einzelne Gruppen gegenseitig mit Feuerwerkskörpern. Schwerverletzte waren der Polizei allerdings nicht bekannt. Trotzdem seien die Rettungsdienste und Feuerwehren stark gefordert gewesen. Die Floriansjünger hätten sogar Bäume zu löschen gehabt und unter anderem Altkleidercontainer. Schwerwiegender war ein Garagenbrand in Graben-Neudorf, der auf das Wohnhaus daneben übergriff. Zudem brannte auch hier ein in der Garage geparktes Auto vollständig aus. Das Haus sei derzeit nicht bewohnbar, hieß es. Der Sachschaden wird alleine in diesem Fall auf rund 250.000 Euro geschätzt.