Prof. Dr. med. Sebastian Seitz, Chefarzt der orthopädischen Kliniken im Kath. Krankenhaus Dortmund-West und nun auch im St. Rochus Hospital Castrop-Rauxel. © Montage: Engel/SLG

3 Min Lesezeit

Das St. Rochus Hospital Castrop-Rauxel und das Katholische Krankenhaus Dortmund-West führen ihre orthopädischen und unfallchirurgischen Kompetenzen zusammen. Durch den Zusammenschluss der beiden Fachabteilungen entstehe eine standortübergreifende Einheit unter der Leitung von Prof. Dr. med. Sebastian Seitz.

Ziel sei es nach Angaben der Klinik, Patientinnen und Patienten eine spezialisierte und zugleich wohnortnahe Versorgung anzubieten.

Ein Schwerpunkt solle weiterhin die Sprunggelenks- und Fußchirurgie am St. Rochus Hospital bleiben. Diese werde künftig als eigene Sektion unter der Leitung von Dr. med. Uwe Klapper fortgeführt. Die besondere Spezialisierung ermögliche präzise operative Verfahren und eine strukturierte Rehabilitation, heißt es.

Auch die Unfallchirurgie solle am Standort Castrop-Rauxel eine zentrale Rolle behalten. Das St. Rochus Hospital bleibe nach Angaben der Verantwortlichen als Notfalladresse im Rettungsdienst erhalten. Die Versorgung akuter Verletzungen sei weiterhin rund um die Uhr vorgesehen.

Professor Dr. Sebastian Seitz mit einer Knieprothese: Seit April ist er Chefarzt am Katholischen Krankenhaus Dortmund-West.© Beate Dönnewald

Besonders verwiesen wird in der Mitteilung auf die durchgängige D-Arzt-Versorgung an beiden Standorten. Diese betreffe Arbeits-, Schul- und Wegeunfälle. Am St. Rochus Hospital liege die Verantwortung bei Dr. med. Matthias Stanjek, leitendem Oberarzt und D-Arzt.

Er und sein Team übernähmen die diagnostische und therapeutische Betreuung, einschließlich einer möglichen stationären Weiterbehandlung. Kurze Wege und schnelle Entscheidungen sollen laut Mitteilung die Abläufe unterstützen.

Ergänzt werde das Angebot durch eine allgemein- und sportorthopädische Sprechstunde. Dort würden sowohl alltägliche orthopädische Beschwerden als auch Sportverletzungen behandelt. Zum Einsatz kämen moderne bildgebende Verfahren sowie konservative und operative Therapien.

Patientinnen und Patienten mit Bedarf an Gelenkersatz würden im neuen Verbund ebenfalls berücksichtigt. Die Eingriffe seien im zertifizierten Endoprothetikzentrum des Katholischen Krankenhauses Dortmund-West vorgesehen. Dort stünden erfahrene Operateurinnen und Operateure sowie moderne OP-Technik zur Verfügung.

Voruntersuchungen und Nachsorge könnten weiterhin am St. Rochus Hospital erfolgen. Prof. Dr. med. Sebastian Seitz erklärte, durch die engere Zusammenarbeit ließen sich Wissen und Ressourcen bündeln. Davon würden die Patientinnen und Patienten profitieren.

Der Eingang des Katholischen Krankenhauses Dortmund-West.© Maurice Prior

Zudem solle die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachdisziplinen intensiviert werden. Genannt werden unter anderem Orthopädie, Unfallchirurgie, Radiologie, Physiotherapie und Schmerzmedizin. Gemeinsame Fallkonferenzen und abgestimmte Behandlungspfade seien vorgesehen.

Nach Angaben der SLG St. Paulus GmbH entstehe so ein vernetztes Versorgungskonzept. Dieses solle Patientinnen und Patienten in Castrop-Rauxel und Dortmund eine Behandlung aus einer Hand ermöglichen.

Das St. Rochus Hospital Castrop-Rauxel und das Katholische Krankenhaus Dortmund-West sind organisatorisch seit Jahren miteinander verbunden. Beide Häuser gehören zur St. Lukas Gesellschaft, die Teil der Katholischen St. Paulus Gesellschaft ist. Bereits Ende der 1990er-Jahre wurden die Krankenhäuser in einer gemeinsamen Struktur zusammengeführt, später folgte die Einbindung in größere katholische Klinikverbünde im Ruhrgebiet.

Heute werden zentrale Bereiche wie Verwaltung, Qualitätsmanagement und einzelne medizinische Leistungen standortübergreifend organisiert, während die Krankenhäuser weiterhin eigenständige Standorte mit jeweils eigenen Schwerpunkten in der regionalen Versorgung bleiben.

Das St. Rochus-Hospital in Castrop-Rauxel aus der Luft.© SLG & KLW St. Paulus GmbH

Chefarzt auf der Focus-Bestenliste

Prof. Dr. Sebastian Seitz steht seit dem 1. April 2025 an der Spitze der Klinik für Orthopädie, Rheumaorthopädie und Unfallchirurgie am Katholischen Krankenhaus Dortmund-West. Der Mediziner wechselte vom Klinikum Hochsauerland in Arnsberg, wo er die dortige Orthopädie über Jahre aufgebaut und geleitet hatte. In der Focus-Bestenliste wurde Seitz mehrfach als Top-Mediziner geführt, unter anderem für Schulter- und Fußchirurgie.

Mit Blick auf seinen Wechsel nach Dortmund sagte er, Klinik und Vorgänger seien ihm „schon lange ein Begriff“, zudem passe für ihn „wohnortnah und traditionsreiche Orthopädie gut zusammen“. Fachlich setzt Seitz Schwerpunkte in der Endoprothetik, der Sportorthopädie und der arthroskopischen Chirurgie. Wichtig sei ihm dabei eine enge Verzahnung von operativen und konservativen Therapien sowie die Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen.