Europa lechzt nach dauerhaftem Frieden mit Russland. Aber Friedfertigkeit lässt sich nicht herbeiwünschen. Das zeigt nicht nur die Verzögerungs- und Ablenkungstaktik Wladimir Putins bei den Ukraine-Verhandlungen.
Der Vorfall erinnert an die Beschädigung des Eastlink-Kabels an Weihnachten 2024.
In der Ostsee lässt sich regelmäßig beobachten, dass Moskau längst aktiv kriegerisch gegen Westeuropa agiert – mit Attacken auf seine Infrastruktur.
In Finnland weiß man das: Dort hat das Küstenwache-Schiff „Turva“ mal wieder einen Tanker aufgebracht, der mutmaßlich zur Schattenflotte aus alten Pötten unter exotischer Flagge gehört, mit der Moskau das Öl-Embargo umgeht – aber nicht nur. Diesmal hat das Schiff offenbar ein Unterwasser-Telekommunikationskabel beschädigt, das Finnland mit Estland verbindet. Das erinnert an Weihnachten 2024, als die „Turva“ den Rohöltanker „Eagle S“ daran hinderte, mit seinem schleifenden Anker nach dem Eastlink-Stromkabel noch die Gaspipeline Baltic-Connector zu durchtrennen.
Westeuropa muss froh sein, dass die Finnen im Nadelöhr Ostsee entschlossen und immer schneller agieren. Das ist auch eine Folge des illusionslosen Blicks, den man in dem Land mit seiner 1300-Kilometer-Grenze zum Nachbarn Russland auf dessen Führung hat. Davon kann Deutschland viel lernen.