In New York begleiten Ordensschwestern seit mehr als 25 Jahren schwangere Frauen in Krisensituationen. Die Initiative „Holy Respite“ der Sisters of Life bietet jährlich acht Frauen und ihren Neugeborenen ein Zuhause auf Zeit in der Ordensniederlassung. Das sagte Sr. Mary Casey O’Connor im Gespräch mit dem Global Sisters Report.
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Die Gemeinschaft eröffnete das Projekt „Holy Respite“ 1999. Seitdem fanden nach Angaben der Ordensfrau Hunderte schwangere Frauen dort Schutz. Die Frauen leben während der Schwangerschaft und bis zu sechs Monate nach der Geburt mit den Schwestern in einem Konvent zusammen. O’Connor leitet das Haus als lokale Oberin.
„Die Mission von Holy Respite bietet Frauen, die in ihre Mutterschaft eintreten, ein Zuhause“, erklärte O’Connor. Es sei ein Ort der Sicherheit und des Raums während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensmonaten des Kindes. Im Zentrum stehe die geistliche Ausrichtung des Hauses. „Jesus selbst, verborgen im Tabernakel, ist das eigentliche Zentrum von Holy Respite“, so O’Connor.
Die Frauen kommen über Vermittlung in das Haus. Die Schwestern nähmen sie so auf, wie sie seien, sagte O’Connor. Entscheidend sei das Bewusstsein für Ängste, Druck und Unsicherheiten. „Eine Frau muss darauf vertrauen können, dass sie gesehen und gehört wird“, erklärte sie. Die Begleitung umfasse Arztbesuche, Alltagswege, gemeinschaftliche Aktivitäten und den Aufbau einer stabilen Tagesstruktur.
„Wir sehnen uns zutiefst danach zu lieben – schwangere Frauen zurück ins Leben zu lieben“
Ein Schwerpunkt der Arbeit liege auf dem Zuhören ohne Vorurteile. O’Connor verwies dabei auf ein Wort von Mutter Teresa. „Wenn wir urteilen, haben wir keinen Raum zu lieben“, so die Ordensfrau. „Wir sehnen uns zutiefst danach zu lieben – schwangere Frauen zurück ins Leben zu lieben. Wir möchten sie lieben, wenn sie sich allein und ungeliebt fühlen – sie in ihrer großen Not lieben. Wir wissen, dass nur die Liebe, die wahre Liebe, die das Wohl des anderen sucht, die Kraft hat, Leben und Hoffnung wiederherzustellen.“
Neben dem Wohnangebot betreiben die Sisters of Life ein Programm namens „Hope and Healing“. Es richtet sich an Frauen, die nach einer Abtreibung Begleitung suchen. Ziel sei ein geschützter Rahmen, in dem Frauen ihre Erfahrungen teilen könnten, erklärte die Ordensfrau. Das Angebot setze auf geistliche, emotionale und persönliche Unterstützung.
O’Connor verwies auch auf den gemeinschaftlichen Charakter des Zusammenlebens. Viele Frauen seien alleinstehend und sozial isoliert. Das Leben im Konvent ermögliche neue Erfahrungen von Vertrauen, gegenseitiger Unterstützung und Verantwortung. Gemeinschaft sei ein Lernort für Verlässlichkeit und Neubeginn.
Die Sisters of Life sind eine katholische Ordensgemeinschaft in den USA, gegründet 1991 von Kardinal John O’Connor in New York und heute in mehreren Niederlassungen in den Vereinigten Staaten präsent. Zusätzlich zu den drei traditionellen Ordensgelübden Armut, Keuschheit und Gehorsamkeit legen die Schwestern ein viertes Gelübde zum Schutz und zur Förderung der Heiligkeit des menschlichen Lebens ab.
(global sisters report – gs)