Ein etwas ruhigeres Jahr wäre dem FC Augsburg wohl auch recht gewesen. Mit etwas weniger Schlagzeilen und weniger Entscheidungen, die die Vereinsbosse treffen mussten. Nach der vergangenen Saison hatte sich der Fußball-Bundesligist von Trainer Jess Thorup und Sportdirektor Marinko Jurendic getrennt – trotz einer von den Punkten gesehenen starken Saison. Da bei den Verantwortlichen aber Zweifel an der richtigen Entwicklung aufgekommen waren, entschieden sie sich für einen Neuanfang.

Im Sommer lotste Michael Ströll einen Neuling auf der Trainerposition nach Augsburg. Zumindest einen Neuling in der Bundesliga. Sandro Wagner wollten einige Klubs im Sommer verpflichten, der FCA sicherte sich die Dienste des Trainers. Als Co-Trainer hatte Wagner zuvor beim DFB gearbeitet, die Rolle hinter Julian Nagelsmann aber war ihm nicht mehr genug. Er wollte selbst in die Verantwortung, der FCA gab ihm die Chance.

Die Hoffnung auf Verbesserungen war groß. Wagner startete mit vielen Ideen. Sportlich aber war sein Wirken nicht wirklich erfolgreich. Nach der Niederlage in Hoffenheim war Schluss für ihn. Klub und Trainer trennten sich in beiderseitigem Einvernehmen. Weil der Glaube verloren gegangen war. Von Wagner selbst, der daran zweifelte, den Umschwung noch schaffen zu können. Und der Verein musste sich zugestehen, im Sommer eine falsche Entscheidung getroffen zu haben.

Der FCA zeigt sich nach dem Trainerwechsel stabilisiert

Manuel Baum übernahm. Zunächst sollte sein Wirken auf drei Partien begrenzt sein. Da sich die Mannschaft gegen Leverkusen, Frankfurt und Bremen aber deutlich stabilisiert zeigte, kam recht schnell die Idee auf, Baum länger zu beschäftigen. Allerdings wollte der 46-Jährige die Sicherheit, nach seinem Wirken als Trainer wieder auf seine eigentliche Position als Leiter Entwicklung und Fußballinnovation zurückkehren zu können. Dies sicherten ihm die Verantwortlichen zu.

Daher fielen die Gespräche nach der letzten Partie gegen Bremen relativ kurz aus. Nach 30 Minuten stand fest, dass Baum weitermachen wird. Noch vor Weihnachten meldete der FC Augsburg, dass Baum bis Saisonende Trainer bleiben wird. Mit der Hoffnung verbunden, dass er den FCA wieder aus dem Tabellenkeller führen wird. Einfach wird die Aufgabe nicht.

Die Winterpause war kurz. An diesem Freitag startet der FCA mit Leistungstests in Teil zwei der Saison, nachdem in den vergangenen Tagen die Spieler nach individuellen Plänen für sich trainiert hatten. Am Samstag findet um 11 Uhr die erste Einheit auf dem Rasen statt, sie wird öffentlich sein. Anders als ein Testspiel gegen den FC Ingolstadt, das im Verlauf der Vorbereitung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet.

Der FCA verzichtet erneut auf ein Trainigslager

Ähnlich wie im vergangenen Winter verzichten die Augsburger wegen der Kürze der Pause auch diesmal auf ein Trainingslager im Süden. Am Sonntag in einer Woche (15.30 Uhr) startet bereits Teil zwei der Saison mit dem Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach, es folgt sofort eine englische Woche mit den Heimpartien gegen Union Berlin und den SC Freiburg.

Klar ist, dass die Augsburger ihren Kader im Winter verändern wollen. Gesucht werden Neuzugänge auf verschiedenen Postionen. Vor allem in der Innenverteidigung und im Angriff scheint es Bedarf zu geben. Zumal gerade im Sturm auch mit Abgängen zu rechnen ist. Phillip Tietz dürfte auf eine Veränderung aus sein, die Hinrunde hat ihm nur wenig Spielzeit geboten. Auch Elias Saad könnte ein Wechsel- oder Ausleihekandidat sein.

In der Defensive wird Kapitän Jeffrey Gouweleeuw noch etwas länger ausfallen. Zuletzt hatten in der Dreierkette Noahkai Banks, Chrislain Matsima und Keven Schlotterbeck gespielt. Als Matsima gegen Bremen gesperrt war, ersetzte ihn Cedric Zesiger.

  • Marco Scheinhof

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  • FC Augsburg

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  • Sandro Wagner

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