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Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet feiert den Jahreswechsel wie gewohnt mit viel Feuerwerk. Die Polizei zieht eine erste Bilanz der Silvesternacht.
Update von 9.18 Uhr: Die Silvesternacht 2025/26 war für die Frankfurter Feuerwehr die einsatzstärkste Nacht des Jahres. Darüber berichtete die Branddirektion Frankfurt am Main in einer Pressemitteilung. Zwischen 19.00 Uhr und 6.00 Uhr morgens verzeichneten die Einsatzkräfte insgesamt 555 Notrufe – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr.
Massive Zunahme bei Rettungsdiensteinsätzen
Die Zahlen zeigen einen klaren Trend: Während die Brandeinsätze auf ähnlichem Niveau blieben, stiegen die Rettungsdiensteinsätze dramatisch an. 269 Mal mussten Sanitäter und Notärzte ausrücken – im Vergleich zu 245 Einsätzen im Vorjahr. Die 166 Brände lagen nur knapp unter dem Vorjahreswert von 167, heißt es in der Pressemitteilung der Frankfurter Branddirektion. Zusätzlich gab es elf Hilfeleistungen.
Jahreswechsel in Frankfurt: Die besten Bilder aus der Silvesternacht
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Besonders ab 20.00 Uhr machte sich der silvesterbedingte Anstieg bemerkbar, schreibt die Feuerwehr weiter. Während bis Mitternacht 29 Brandeinsätze zu bewältigen waren, explodierten die Zahlen förmlich in den ersten beiden Stunden des neuen Jahres: Zwischen Mitternacht und 2.00 Uhr mussten die Einsatzkräfte zu 135 Bränden ausrücken.
Balkonbrände in vier Stadtteilen – Schlimmeres verhindert
Die meisten Einsätze betrafen kleine Brände von Papierkörben, Müllbehältern und Altkleidungscontainern, wie die Branddirektion mitteilte. 127 dieser Einsätze konnten mit wenigen Kräften gelöscht werden. Deutlich aufwendiger waren 18 größere Brände, die ein verstärktes Aufgebot erforderten. Zusätzlich lösten 21 automatische Brandmeldeanlagen aus.
Eine verletzte Person wird von Sanitätern während des Feuerwerks zum Jahreswechsel am Frankfurter Mainufer abtransportiert. © Helmut Fricke/dpa
Die größten Sorgen bereiteten vier Balkonbrände in den Stadtteilen Schwanheim, Bornheim, Frankfurter Berg und Praunheim, berichtet die Feuerwehr. Nur durch das schnelle Eingreifen der Bewohner und der Rettungskräfte konnte verhindert werden, dass die Flammen auf Wohnungen oder weitere Gebäudeteile übergriffen.
Angriffe auf Rettungskräfte überschatten Einsätze
Besonders beunruhigend waren die Attacken auf die Helfer, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Ein Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes wurde angegriffen und beschädigt, ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes dabei verletzt. Mehrfach beschossen Unbekannte Einsatzkräfte mit Feuerwerkskörpern. An einigen Stellen war ein Vorgehen der Retter nur gemeinsam mit der Polizei möglich, da Unrat aufgehäuft worden war.
Die Hauptauslastung im Rettungsdienst fand ab 23.00 Uhr statt, mit einem Höhepunkt gegen 1.00 Uhr morgens, schreibt die Branddirektion. Die Einsätze verteilten sich über die gesamte Stadt und betrafen überwiegend chirurgische Verletzungen, medizinische Notfälle im Zusammenhang mit Alkohol sowie hilflose Personen und Verletzungen durch Pfefferspray.
Verstärkung bewährte sich in Rekordnacht
Auf dem Main sicherten die DLRG mit zwei Einsatzbooten und die Feuerwehr mit dem Rettungsschnellboot die Wasserrettung ab, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Zahlreiche Freiwillige Feuerwehren hielten Alarmbereitschaft an ihren Standorten. Nur kurz vor Mitternacht und gegen 1.00 Uhr kam es zu Verkehrsbehinderungen über die Mainbrücken, wo zeitweise kein Überqueren des Flusses möglich war.
Erste Bilanz der Silvesternacht in Frankfurt – „Typische Silvesternacht“ in Offenbach
Erstmeldung von Donnerstag, 1. Januar, 8.01 Uhr: Die Silvesternacht 2024/2025 ist in Hessen ohne größere Zwischenfälle verlaufen. Das teilten die Polizeistationen gegenüber der dpa mit. Eine Umfrage unter allen Polizeipräsidien in den ersten Stunden des neuen Jahres habe keine schwerwiegenden Vorfälle ergeben.
Besonders in Frankfurt sprach die Polizei sogar von einem „relativ ruhigen Silvesterbeginn“. Auch die Darmstädter Beamten berichteten von einem „eher ruhigen“ Jahreswechsel.
Typische Silvesternacht mit brennenden Mülltonnen
Dennoch blieb es nicht völlig ereignislos in der Neujahrsnacht. Die Offenbacher Polizei beschrieb die Situation als „typische Silvesternacht“ mit vielen Einsätzen, heißt es. Brennende Mülltonnen und Menschen, die Böller auf andere warfen, prägten das Geschehen. Von schweren Verletzungen war aber zunächst nichts bekannt geworden.
In Egelsbach brannte kurz nach Mitternacht eine Garage. Da dort Gasflaschen lagerten, war die Situation extrem gefährlich. Vermutlich wurde der Brand durch Feuerwerk ausgelöst. In Messel (Kreis Darmstadt-Dieburg) schlug eine Rakete in den Dachstuhl eines Wohngebäudes ein. Die Feuerwehr musste das Dach und Wände teilweise öffnen. Verletzt wurde niemand.
Kellerbrand in Kassel verletzt 13 Menschen
Ähnlich war die Lage in Gießen. „Leider die üblichen Brände und Böllerverletzungen, aber nichts Herausragendes“, teilte die dortige Polizei mit. Über einzelne Vorfälle ist derzeit noch nichts bekannt.
Die Beamten in Kassel bestätigten ebenfalls: „Polizeieinsätze ja, aber nichts Außergewöhnliches.“ Um kurz nach Mitternacht bracht in der Stadt ein Kellerbrand aus, 13 Menschen mussten ins Krankenhaus. Das Feuer soll aber nicht durch Feuerwerk ausgelöst worden sein. Die genaue Brandursache ist aber noch unklar. Ähnlich war die Lage in Gießen. „Leider die üblichen Brände und Böllerverletzungen, aber nichts Herausragendes“, teilte die dortige Polizei mit.
Auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg rückten Einsatzkräfte mehrfach zu Brandeinsätzen aus.
Feuerwehr in Fulda hat „ordentlich zu tun“
Auch aus Fulda meldete die Polizei keine größeren Vorkommnisse. Allerdings hatte die örtliche Feuerwehr „ordentlich zu tun“, schreibt die Polizei weiter. Der Grund dafür seien jedoch keine großen Einsätze gewesen, sondern viele kleinere Brände. Hecken-, Mülltonnen- und Altkleidercontainerbrände hielten die Einsatzkräfte auf Trab.
Insgesamt zieht die hessische Polizei damit eine positive Bilanz der Silvesternacht. Laut Polizei verlief der Jahreswechsel deutlich friedlicher als in den Vorjahren befürchtet. (esa/dpa)