
Stand: 01.01.2026 16:57 Uhr
Schon wieder ist es an der Huntebrücke bei Elsfleth zu einer Kollision gekommen. Ein Flusskreuzer touchierte die Brücke – der Bahnverkehr wurde zeitweise eingestellt. Mittlerweile gibt es Entwarnung.
Das 82 Meter langes Flusskreuzfahrtschiff stieß auf dem Weg nach Oldenburg mit seinem Sonnensegel gegen die Brücke, wie die Wasserschutzpolizei Wilhelmshaven mitteilte. Ursache des Unfalls sei vermutlich hoher Wellengang gewesen. An Bord hätten sich beim Unfall am Neujahrsmorgen 58 Passagiere und 20 Besatzungsmitglieder befunden. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. Der Flusskreuzer trug nur leichtere Beschädigungen davon und durfte weiterfahren. Die Huntebrücke wurde nicht beschädigt.
Zugverkehr mehrere Stunden eingestellt
Der Kontakt mit der Brücke sei so leicht gewesen, dass der Kapitän des Flusskreuzfahrtschiffes zunächst weitergefahren sei. Dann habe die Besatzung das beschädigte Sonnensegel festgestellt und die Behörden informiert. Die Brücke wurde daraufhin zunächst gesperrt – aus Sicherheitsgründen. Mehrere Stunden lang konnten über die Eisenbahnbrücke im Landkreis Wesermarsch keine Züge fahren. Betroffen war die Verbindung zwischen Nordenham und Bremen. Nach Begutachtung durch einen Techniker wurde die Brücke wieder für den Bahnverkehr freigegeben. Gegen den Kapitän des Kreuzfahrtschiffes wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.

Zunächst stießt 2024 ein Schiff gegen die Huntebrücke, anschließend wurde die Ersatzbrücke gerammt.
Huntebrücke: Bereits 2024 zwei Kollisionen
Es ist nicht das erste Mal, dass es an der Huntebrücke bei Elsfleth zu Unfällen kommt: Im Februar 2024 war ein Schiff mit einem Querträger der Brücke zusammengestoßen. Durch den Aufprall wurden Stahlträger der Brücke schwer beschädigt, Gleise verschoben und das Brückenlager verformt. Der Bahnverkehr war damals für mehrere Wochen unterbrochen. Im Juli 2024 prallte dann ein Schiff gegen die Ersatzbrücke, weil das Führerhaus nicht eingefahren war. Die Hilfsbrücke ist laut Bahn eine Übergangslösung: Geplant sei ein Neubau in Form einer Hub-Drehbrücke.

Die Staatsanwaltschaft hatte 120 Tagessätze à 50 Euro gefordert. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch unter Auflagen.

Beendet ist die Reparatur der Ersatzbrücke damit noch nicht. Frühestens in einer Woche sollen wieder Züge fahren.
Dieses Thema im Programm:
NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.01.2026 | 13:00 Uhr