Im Finale vor vollbesetzten Rängen tut sich der Favorit gegen Gastgeber Erkelenz sehr schwer, siegt erst nach Verlängerung und Neunmeterschießen 8:6 und ist damit bei der Endrunde in Aachen am Montag dabei. Finalist SC 09 hat sich nicht dafür qualifiziert

Nicht gerade mit Ruhm hatte sich Germania Hilfarth vor anderthalb Wochen beim Erka-Cup in der Karl-Fischer-Sporthalle bekleckert: Völlig überraschend schied der Titelverteidiger da schon in der Vorrunde aus. An gleicher Stätte war der ambitionierte Bezirksligist am Dienstagabend bei der Heinsberger Vorrunde des großen Aachener Sparkassen-Cups nun weitaus erfolgreicher:

Mit einem hart erkämpften 8:6-Finalerfolg nach Verlängerung und Neunmeterschießen gegen den SC 09 qualifizierte sich Hilfarth für die Endrunde in Aachen, die am kommenden Montag gespielt wird. Erkelenz ist dort nicht dabei, war im Vergleich mit dem Zweiten des am Tag zuvor ausgespielten Dürener Vorentscheids der „schlechtere“ Finalist. Das Ergebnis nach der regulären Spielzeit des Endspiels sprach zwar für die 09er, nicht aber die beiden weiteren Wertungskategorien, die Punktzahl und das Torverhältnis aus den Gruppenspielen – da war Germania Lich-Steinstraß am Vortag einfach besser.

SC 09-Coach Pascal Thora, der wie beim Erka-Cup erwartungsgemäß auch wieder selbst mitspielte, war dennoch happy: „Klar wäre auch ich wieder mal gerne nach Aachen gefahren, doch auch so bin ich wahnsinnig stolz auf die Jungs. Wir haben Hilfarth einen ganz großen Fight geliefert.“ Dass bei der Germania nicht alles Goldwar, was glänzte, wollte ihr Coach Nils Brandt auch gar nicht bestreiten: „Wir haben heute nicht gut gespielt. Wenn wir in Aachen bestehen wollen, müssen wir uns ordentlich steigern. Doch wir haben unser erstes Ziel erreicht, und das lautete eindeutig, das Ticket nach Aachen zu lösen. Ich selbst habe da früher auch immer sehr gerne gespielt. Dementsprechend freue ich mich auch jetzt darauf.“

Das Endspiel geriet weit spannender, als das so mancher wohl gedacht hätte. Jan Schaper und Florent Sadiku brachten den Favoriten zwar 2:0 in Front, doch Marcel Nickels und Robin Louis schlugen zurück. Erneut Sadiku stellte auf 3:2, ehe Jannik Huff den SC 09 in die fünfminütige Verlängerung rettete.

Ein reichlich umstrittenes Tor von Shpend Hasani nach einer Ecke führte dort zum 4:3. „Bei der Ecke lag eine klare Ball-Doppelberührung des Eckballschützen vor“, erklärte Thora, der wie seine Mannschaftskollegen heftig bei Schiedsrichter Lukas Koch reklamierte – vergeblich. Umso großer war dann bei den Blau-Weißen sieben Sekunden vor dem Abpfiff der Jubel: Da gelang Qazim Baliu tatsächlich noch das 4:4 – in Überzahl. Denn Hasani brummte da bereits seine dritte (!) Zeitstrafe an diesem Abend ab.

Zum Helden im Neunmeterschießen avancierte dann Hilfarths Keeper Edmund Sindermann, der sonst in der Reserve spielt, wenn es der Job zulässt: Der Schlussmann parierte zwei Neunmeter, unter anderem den Schuss von Thora.

Grundsätzlich war SC-Keeper Jacomo Patza wie gewohnt ein Erfolgsgarant, strahlte sehr viel Ruhe und Souveränität aus. Und bei der Germania stach Lenker Armand Drevina heraus, auch wenn der bereits seit August stark gehandicapt ist: „Schon seit dem 2. Spieltag plagt mich eine Schambeinentzündung“, verriet der Routinier. Und Uevekovens Aktivposten Holtby vermochte nach einem doppelten Bänderriss nur stark getaped zu spielen. Ein weiterer Sportfreunde-Routinier und Hallenfreund nahm angeschlagen auf der Tribüne Platz: „Es kribbelt schon, aber es ist besser, wenn ich nicht spiele, habe nur für den Notfall das Trikot übergestreift“, erklärte Sven Jansen.

Sehr spannend war es auch in beiden Vorrunden-Gruppen zugegangen. Dort gelang keinem Team zwei Siege. Für Hilfarth wäre um ein Haar schon dort Endstation gewesen. Denn dank eines reichlich umstrittenen Neunmeters in der Schlussminute retteten die Germanen da ein 3:3 gegen Titelverteidiger Sportfreunde Uevekoven. Dass die Grätsche von Uevekovens Spiritus Rector Joshua Holtby in der Halle ahndungswürdig war, wollten die Sportfreunde auch gar nicht bestreiten. Nur hatten sie den „Tatort“ klar außerhalb des Strafraums gesehen – Schiri Lutz Meyersieck hatte den Tatort indes in selbigen verlegt. Sadiku verwandelte, nachdem Hasani kurz zuvor einen weiteren – und diesmal unstrittigen – Neunmeter verschossen hatte. Das abschließende Gruppenspiel gewann Hilfarth gegen Germania Teveren durch ein Tor von Nils Jankowski 35 Sekunden vor Schluss mit 5:4 und kam so ins Endspiel.

Noch ausgeglichener gestaltete sich das Geschehen in Gruppe D. Dort gewann jedes Team einmal und verlor einmal. Erkelenz benötigte nach der Auftaktniederlage gegen den SV Helpenstein im abschließenden Spiel gegen Ay-Yildizspor einen Sieg mit mindestens zwei Toren Differenz – es wurde dann gar ein 8:5.

Erfolgreichster Torschütze war mit fünf Treffern Hakan Odabasi von Ay-Yildizspor, gefolgt von Hasani, Holtby und Teverens Max Wickum mit je vier Treffern. Vor dem Finale fand die Ehrung der Aktion „Danke Schiri“ des Fußballkreises statt. Schiri-Obmann David Specks zeichnete da Murat Julevic vom SC 09 Erkelenz und Georg Markwart von Sparta Gerderath aus.