Die Wochen rund um Weihnachten und Neujahr sind für Eishockeyprofis traditionell die stressigsten des Jahres. Das liegt nicht an ausufernden Feierlichkeiten, sondern an einem extrem eng getakteten Spielplan in der Deutschen Eishockeyliga (DEL). Die Augsburger Panther waren am Dienstag noch in München tätig (2:3 nach Verlängerung) und erwarten an diesem Freitag (19.30 Uhr) schon wieder Schwenningen im ausverkauften Curt-Frenzel-Stadion. Nach einem Dezember ohne Heimsieg sehnen sich die Fans nach einem Erfolgserlebnis. Dabei ging es zuletzt stets sehr knapp zu. Sieben der jüngsten acht Partien endeten mit nur einem Tor Unterschied. Sechsmal gingen die Panther in die Verlängerung, schafften es aber nur in Frankfurt, sich dann auch noch den Zusatzpunkt zu sichern. Höchste Zeit, dies zu ändern, sagt auch Trainer Bill Peters: „Wir müssen wieder einen Weg finden, in der regulären Zeit zu gewinnen und drei Punkte zu holen. Das gilt vor allem für Spiele gegen Teams, die mit uns gleichauf liegen. Da brauchen wir drei Punkte.“

Schwenningen belegt den letzten Play-off-Platz

Damit spielt der Kanadier auf die aktuelle Tabellensituation an. Schwenningen hat drei Zähler Vorsprung auf Augsburg (bei einem Spiel weniger) und belegt als Zehnter den letzten Play-off-Platz. Mit einem Sieg könnten die Panther nach Punkten gleichziehen, haben aber das schlechtere Torverhältnis. Mut machen die jüngsten Leistungen gegen die Top-Teams aus Mannheim (2:3 nach Penaltyschießen) und eben München. „Wir hatten beide Male sehr gute Chancen, zu gewinnen. Jetzt müssen wir diese Chancen aber auch nutzen. Wir haben eine großartige Gruppe beisammen und werden weiter daran arbeiten“, kündigte Peters an.

Teil dieser Gruppe ist seit der Saison 2011/2012 Thomas J. Trevelyan. Der mittlerweile 41-Jährige hat wegen diverser Verletzungen (unter anderem bekam er einen Schlagschuss an den Kopf) und einem Trauerfall in der Familie in der aktuellen Spielzeit erst zwölf Partien absolviert. In München erzielte er seinen ersten Saisontreffer zum wichtigen 1:2-Anschluss, was sich „richtig gut“ angefühlt habe. „Ich weiß nicht warum, aber irgendwie treffe ich ziemlich oft gegen München“, sagte Trevelyan nach dem Training an Neujahr mit einem Schmunzeln.

Trevelyan ist beim AEV der Publikumsliebling

Nicht nur deshalb ist der Deutsch-Kanadier in Augsburg längst zum absoluten Publikumsliebling geworden und hat mit den Panthern alle Höhen und Tiefen erlebt. Momentan sei die Stimmung in der Kabine viel besser als zuletzt. „Wir hatten vor der Novemberpause einen Lauf, danach eine schwierige Phase und in den letzten acht bis zehn Spielen war es ein ziemliches Auf und Ab. Wir holen zwar Punkte, haben jetzt aber ein paarmal in der Verlängerung verloren. Wir müssen einen Weg finden, dieses eine Extra-Tor zu schießen.“ Vor allem die letzten beiden Spiele seien jedoch gut gewesen. „Uns fehlt nicht viel. Manchmal kannst du nicht den einen Grund finden, weshalb es nicht klappt. Dann musst du Tag für Tag weiterarbeiten und die Ergebnisse werden kommen.“

Panther kämpfen um die Play-offs

Nach Jahren im Tabellenkeller sei in dieser Saison der große Unterschied, „dass wir nicht gegen den Abstieg kämpfen, sondern darum, in die Play-offs zu kommen. Wir haben ein Play-off-Team. Es sind noch 18 Spiele zu spielen, alles kann passieren.“ Ein Sieg gegen Schwenningen würde die Play-off-Ambitionen unterfüttern, weiß auch Trevelyan. „Aber wir sollten uns nicht zu viel Extra-Druck aufbürden und es eher als ein weiteres Spiel sehen, für das es auch nur drei Punkte gibt.“

Wie es mit Trevelyan nach der Saison weitergeht, ist offen. Noch habe es keine Gespräche mit den Klub-Verantwortlichen gegeben. Und: „Ich bin glücklich, ein Teil der Panther zu sein. Wenn es meine letzte Saison sein sollte, will ich am Ende jeden Tag genossen haben – das ist das Wichtigste.“

  • Andreas Kornes

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  • Schwenningen

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  • Thomas J. Trevelyan

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