Der 18. Spieltag der Darts-WM 2026 hatte es in sich. Am Neujahrstag wurden im Alexandra Palace alle vier Viertelfinals ausgetragen – mit hochklassigem Darts, klaren Statements der Favoriten und einer faustdicken Überraschung im Abendprogramm. Wir blicken auf einen denkwürdigen WM-Tag zurück.
Ryan Searle zieht erstmals ins WM-Halbfinale ein
Den Auftakt am Nachmittag machte Ryan Searle, der sich mit 5:2 gegen Jonny Clayton durchsetzte und damit erstmals in seiner Karriere das Halbfinale der Weltmeisterschaft erreichte. Dabei legte „Heavy Metal“ den Grundstein früh: Die ersten drei Sätze gingen allesamt an den Engländer, der Claytons ungewohnt schwache Doppelquote gnadenlos bestrafte.
Vor allem in den engen Momenten hatte Searle die besseren Antworten. Satz eins und drei gingen jeweils mit 3:1 an den 38-Jährigen, während Clayton zahlreiche Chancen ungenutzt ließ. Zwar konnte der Waliser mit dem Gewinn des vierten Satzes noch einmal verkürzen, doch ein starkes 125er-Finish sowie ein 111er-Checkout im fünften Durchgang brachten Searle wieder auf Kurs.
Clayton stemmte sich mit einem weiteren Satzgewinn noch einmal gegen das Aus, doch Searle machte im siebten Satz kurzen Prozess und zog mit einem klaren 3:0 den Schlussstrich. Drei High-Finishes und eine Checkoutquote von 57 Prozent unterstrichen seine Stärke.
„Mein Scoring war heute nicht überragend, aber in den wichtigen Momenten war ich da“, erklärte Searle später. „Der Druck ist enorm, aber ich bin unglaublich stolz, dass ich hier erstmals im Halbfinale stehe.“
Gary Anderson beendet das Märchen von Justin Hood
Im zweiten Viertelfinale des Nachmittags setzte sich Gary Anderson ebenfalls mit 5:2 durch – und zwar gegen Turnierüberraschung Justin Hood. Der Schotte kontrollierte weite Teile der Partie, musste jedoch immer wieder anerkennen, dass Hood mit starken Checkouts dagegenhielt.
Anderson startete mit einem glatten 3:0 in Legs in die Partie, ehe Hood im zweiten Satz mit einem 101er-Finish antwortete. Auch im vierten Durchgang bewies der Außenseiter seine Qualität auf die Doppel und glich zwischenzeitlich erneut aus. Zu diesem Zeitpunkt war die Partie offener, als es viele erwartet hatten.
Doch dann drehte der zweimalige Weltmeister auf: Anderson gewann neun der letzten zehn Legs, fegte durch Satz fünf und ließ mit einer Serie von Finishes – darunter 121 und ein spektakuläres 161er-Checkout – keine Zweifel mehr am Ausgang der Partie. Satz sieben entschied er schließlich souverän mit 3:0 für sich.
„Die Atmosphäre war unglaublich, ich habe selten so eine Stimmung erlebt“, schwärmte Anderson. „Justin hat ein fantastisches Turnier gespielt. Niemand kannte ihn – jetzt kennt ihn jeder.“
Luke Littler überrollt Ratajski nach starkem Start
Am Abend griff Titelverteidiger Luke Littler ins Geschehen ein – und setzte mit einem 5:0 gegen Krzysztof Ratajski ein deutliches Ausrufezeichen. Dabei war der Auftakt noch hart umkämpft: Der Pole hielt im ersten Satz voll dagegen, doch Littler schnappte sich den Durchgang mit einem überragenden 170er-Finish im Entscheidungsleg.
Dieser Moment wirkte wie ein Dosenöffner. Littler dominierte fortan das Geschehen, gewann insgesamt sieben Legs in Serie und ließ Ratajski kaum Chancen. In den Sätzen zwei und drei gab der Engländer kein einziges Leg ab, glänzte mit hohem Tempo und eiskaltem Checkoutspiel.
Ratajski zeigte im vierten Satz Moral, ließ jedoch drei Chancen liegen, um auf 1:3 zu verkürzen. Littler nutzte diese Nachlässigkeit sofort und machte mit einem weiteren souveränen Satzgewinn alles klar. Zehn 180er, vier High-Finishes und eine Doppelquote von 56 Prozent sprachen eine klare Sprache.
„Ich habe mich nicht besonders wohlgefühlt, aber ein Sieg ist ein Sieg“, meinte Littler selbstkritisch. „Der erste Satz war extrem wichtig – und den mit dem Big Fish zu holen, gibt natürlich extra Selbstvertrauen.“
Gian van Veen demontiert Humphries und sorgt für Sensation
Den Abschluss eines denkwürdigen Tages lieferte Gian van Veen – mit einer Vorstellung, die im Ally Pally noch lange in Erinnerung bleiben dürfte. Der Niederländer bezwang die Nummer zwei der Welt, Luke Humphries, mit 5:1 und spielte sich mit einem Average von 105,41 Punkten in einen regelrechten Rausch.
Van Veen startete furios, sicherte sich den ersten Satz im Entscheidungsleg und legte dabei bereits ein High-Finish vor. Humphries konterte zwar postwendend und glich aus, doch ab Satz drei übernahm der Europameister endgültig das Kommando. Ein nervenstarker Decider brachte ihm die erneute Führung, ehe er mit einem überragenden 170er-Finish und einem Zehn-Darter auf 3:1 davonzog.
Auch im fünften Satz blieb van Veen cool, gewann erneut im Entscheidungsleg und ließ Humphries damit endgültig verzweifeln. Den Schlusspunkt setzte der 24-Jährige mit einem blitzsauberen 11-Darter zum 5:1-Endstand – ein Auftritt ohne jede Schwäche.
„Ich bin einfach überglücklich und unfassbar stolz“, strahlte van Veen nach dem Spiel. „Luke ist ein unglaublicher Spieler, gegen den man nur mit der absoluten Bestleistung gewinnen kann. Das hier ist wahrscheinlich der größte Sieg meiner Karriere – dieses Gefühl kann man kaum beschreiben.“
Mit diesem Erfolg steht Gian van Veen erstmals im WM-Halbfinale und wird nach dem Turnier zudem neue niederländische Nummer eins sein.
Ausblick auf die Halbfinals
Am Freitagabend geht es im Alexandra Palace mit den beiden Halbfinals weiter. Zunächst trifft Titelverteidiger Luke Littler auf Ryan Searle, ehe es im zweiten Duell zum Kracher zwischen Gian van Veen und Gary Anderson kommt. Nach diesem Viertelfinaltag ist klar: Alles ist angerichtet für ein hochspannendes WM-Finale.
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