Das neue Gaststättengesetz, das am 1. Januar 2026 in Kraft tritt, verändert auch für Karlsruher Betriebe spürbar die Rahmenbedingungen. Laut dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Baden-Württemberg enthält es wichtige Vereinfachungen, die Betriebsübergaben und Gründungen in der baden-württembergischen Gastronomie künftig erleichtern werden.
Kernelement ist, dass das bisherige Erlaubnisverfahren abgeschafft und durch ein Anzeigeverfahren ersetzt wird. Künftig reicht die Anzeige eines Gaststättengewerbes beim zuständigen Gewerbeamt – wenn die Behörde innerhalb von sechs Wochen keine Einwände anmeldet, darf der Betrieb eröffnen.
Tschüss, Bürokratie-Hürden!
Besonders bei Übergaben und Rechtsformwechseln soll Bürokratie wegfallen. „Die Pflicht zu (Doppel-)Prüfungen insbesondere im Baurecht fällt weg, wenn sich beispielsweise bei Betriebsübergaben oder Rechtsform-Änderungen baulich nichts genehmigungsrelevantes ändert“, so der Verband.
Nach Schätzungen des Wirtschaftsministeriums und des Statistischen Landesamtes führt das neue Gesetz zu einem Entlastungseffekt von rund 9,75 Millionen Euro pro Jahr im Gastgewerbe des Landes. Bestandteil ist außerdem die Modernisierung der Gaststättenunterrichtung für angehende Gastronomen ohne fachliche Ausbildung, die nicht mehr an das Kriterium des Alkoholausschanks geknüpft ist.
Trend 2026: gesundheitsbewusster Genuss
Wenn es um Trends für 2026 geht, betont die Dehoga zunächst die Vielfalt der Branche. „Aktuell sehen wir eine Reihe von Angebotstrends, die nach unserer Einschätzung auf 2026 gefragt sein werden“, heißt es. Ein Schwerpunkt liegt auf „gesundheitsbewusster Genuss“.

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Das betreffe „nicht nur Speisen, sondern auch alkoholfreie Alternativen mit hohem Genusswert im Getränkebereich“. Damit rücken hochwertige alkoholfreie Getränke stärker in den Fokus.
Gäste wollen flexible Angebote
Ein weiterer Trend ist die „durchgehende Küche“, also Speiseangebote „von morgens bis abends“, die flexible und spontane Restaurantbesuche ermöglichen sollen. Dieser Trend zeige sich „vor allem in städtischen Bereichen“.
Zudem erwartet der Verband eine „weitere Zunahme von Erlebnisangeboten und Aktionen“. Konkrete Neueröffnungen oder neue Konzepte speziell für Karlsruhe kann der Landesverband dagegen nicht benennen: „Diese Frage können wir als Landesverband nicht beantworten.“

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Auf die Frage nach Automaten-Gastronomie, digitalen Betriebsprüfungen und Mitarbeiterbindung macht der Verband klar, dass es sich um sehr unterschiedliche Themen handelt. „Über Chancen im Bereich der Automaten-Gastronomie informieren wir auf unserer Website“, heißt es knapp. Die Frage nach digitalen Betriebsprüfungen könne man hingegen „nicht beantworten“.
Fokus auf die Mitarbeiter
Deutlich positioniert sich die Dehoga dagegen beim Thema Personal: „Das Thema Mitarbeiterbindung wird im personalintensiven Gastgewerbe weiterhin eine wichtige Rolle spielen.“ Neben der Bezahlung spielten beispielsweise wettbewerbsfähige Arbeitszeiten und Weiterbildungsmöglichkeiten eine Rolle.
Und auch beim Blick auf 2026 bleiben Events ein wichtiger Faktor. „Attraktive Events erfreuen sich großer Beliebtheit und bieten der Gastronomie auch 2026 Chancen“, heißt es aus dem Verband.
So arbeitet der Dehoga
Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Baden-Württemberg beschreibt sich als „moderne Arbeitgeberorganisation“, die sich „in Politik und Öffentlichkeit für die Anliegen von Hotellerie und Gastronomie im Land“ einsetzt.
Der Verband „kämpft für fairen Wettbewerb (zum Beispiel mit Erfolg beim Thema Gastro-Mehrwertsteuer auf Speisen), gegen Bürokratie und unnötig hohe Belastungen für die gastgewerbliche Branche“. Zu seinen Aufgaben zählt außerdem die Tarifarbeit, also die Vereinbarung von Entgelt- und Manteltarifverträgen.

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Neben diesen politischen und tariflichen Aufgaben biete der Verband einen breiten Service für Mitgliedsbetriebe. Dazu zählen Beratung – etwa Rechtsberatung durch „branchenerfahrene Fachjuristen in den regionalen Geschäftsstellen des Dehoga, unter anderem in Karlsruhe“, betriebswirtschaftliche Beratung und Beratung für Gründer.
Ergänzt wird das Angebot durch „vielfältige Weiterbildungsangebote in der Dehoga Akademie“ sowie Unterstützung für Ausbildungsbetriebe und Auszubildende, unter anderem mit „Dehoga Campus-Standorten für Auszubildende in Calw und Bad Überkingen“ und der Nachwuchskampagne „Wir Gastfreunde“.
Hinzu kommen Sparvorteile durch Rahmenabkommen und Vermarktungsunterstützung, etwa über „Hotelklassifizierung“ und „Schmeck den Süden“-Gastronomen.
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Fabian Girschick
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