Fabian Huber (li.) und Yannick Jung von Unibev haben das Projekt Breitscheidstüble federführend betreut, als es 2023 losging. Foto: Petra Xayaphoum
Knapp zwei Jahre nach der Übernahme schließt das Breitscheidstüble in Stuttgart-West schon wieder. Das sind die Gründe für das Aus.
Viel hatten sie vor im Breitscheidstüble in Stuttgart-West, das sie von seinem langjährigen Pächterpaar 2023 übernommen hatten und viel haben sie umgesetzt: Spieleabende, Parties, Stammtische. Nun verabschieden sich die Kneipenbesitzer vom Stuttgarter Getränke-Full-Service-Unternehmen Unibev, angeführt von Fabian Huber und Patrick Dietz, nach ihrem knapp zweijährigen Ausflug in die Welt der Kneipenbesitzer aus ebendieser: „Zwei Jahre Eskalation, null Reue. Das Breitscheidstüble sagt nicht ‚leise Servus‘, sondern ‚noch einen letzten Drink‘.“ So steht es ihn ihrem neuesten Instagram-Post geschrieben. Am 28. Februar 2026 wird die Kneipe in Stuttgart-West zum letzten Mal ihre Türen öffnen.
Warum war die Ära so kurz? „Es hat sehr viel Spaß gemacht und macht auch immer noch sehr viel Spaß“, beteuert Huber, „aber es ist auch extrem zeitintensiv. Irgendwann kriegt man das nicht mehr unter.“ Hauptberuflich haben er und sein Geschäftspartner noch ganz andere Fische an Land zu ziehen, erst im Sommer haben sie das mit Apfelessig versetzte Getränk Super Pop in Kooperation mit Influencerin Pamela Reif gelauncht. „Am Ende des Tages kostet mich das Breitscheidstüble Arbeitsstunden obendrauf, die ich nicht habe“, sagt der Stuttgarter.
Ob‘s Stress bei der Gaststättenkontrolle ist, weil das Nichtraucherschild in der Kneipe falsch angebracht war oder Lautstärkethemen mit den Nachbarn: „Solche Kleinigkeiten summieren sich“, sagt Huber mit Blick auf seinen vollen Schreibtisch.
Nachfolge wird noch gesucht
Darüber hinaus lohne sich der Betrieb auch finanziell nicht, im Gegenteil. „Das ist schon okay und das war auch so geplant“, sagt er, aber auf Dauer könne er die Kneipe eben nicht so betreiben, wie sie im Moment aufgestellt sei: als Projekt, das hauptsächlich Spaß machen und mit niedrigen Preisen jede und jeden abholen sollte. An der Realität eines Kneipenbetreibers glänzt am Ende nichts weniger als der Inhalt des eigenen Geldbeutels.
Eine konkrete Nachfolge ist noch nicht gefunden, auch wenn schon einige Bewerbungen reingeflattert sind. Ob es mit einer von ihnen klappt oder ob der Vermieter sich die Nachmieter am Ende selbst sucht, ist noch unklar. Bis Ende Februar will man es in erster Linie nochmal auskosten, einmal in den Genuss gekommen zu sein, den Traum vieler Menschen tatsächlich kurz gelebt zu haben.