Wenige Tage nach den schweren Bränden an zwei Kältebussen ist erneut ein Fahrzeug der Berliner Stadtmission angezündet worden. Wie der Verein auf Instagram mitteilte, ertappten der Sicherheitsdienst und ein Mitarbeiter den Mann auf frischer Tat.

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Der 43-Jährige hat in Deutschland keine Meldeanschrift, teilt eine Polizeisprecherin dem Tagesspiegel mit. Die Schäden sind auch in diesem Fall so gravierend, dass der Bus nicht mehr eingesetzt werden kann, sagte Stadtmissionssprecherin Barbara Breuer auf dpa-Anfrage. Die Stadtmission hofft dennoch, ihr Hilfsangebot für obdachlose Menschen nicht einschränken zu müssen. 

43-Jähriger war bei mutmaßlicher Brandattacke betrunken

Der Mann soll noch am Freitag einem Haftrichter vorgestellt werden, teilt die Polizei am Freitagmorgen mit. Gegen 14.30 Uhr sollen die Beschäftigten den Mann ertappt und das Feuer noch vor Eintreffen der Einsatzkräfte gelöscht haben.

Nach seiner Festnahme wurde der Mann einem Atemalkoholtest unterzogen. Das Ergebnis: 1,6 Promille. Kurz darauf wurde er in ein Polizeigewahrsam gebracht und dem Brandkommissariat überstellt, heißt es in der Mitteilung der Polizei.

Viele ungeklärte Fragen

Noch sind allerdings wichtige Fragen ungeklärt: Was könnte das Motiv gewesen sein, einen Kältebus anzuzünden, der eingesetzt wird, um obdachlose Menschen in Notunterkünfte zu fahren, um sie vor dem Erfrieren zu retten oder ihnen in kalten Winternächten Tee, Suppe und Schlafsäcke zu bringen? Auch die Stadtmission hat dafür noch keine Erklärung: „Wir hoffen, dass da jetzt ein wenig Licht ins Dunkel gebracht wird“, sagte Barbara Breuer.

Der VW-Crafter der Helfer war in der Nacht zu Sonntag vollständig ausgebrannt. Die Polizei vermutet Brandstiftung.

© imago/epd/IMAGO/Rolf Zoellner (Zöllner)

Unklar ist auch, ob es einen Zusammenhang mit dem Vorfall in der Nacht zu vergangenem Sonntag gibt. Dabei war ein Kältebus der Stadtmission komplett ausgebrannt, ein anderer teilweise. Die Polizei ging auch dabei von Brandstiftung aus. 

Die Stadtmission setzt darauf, die Kältebusfahrten gerade jetzt angesichts des Winterwetters uneingeschränkt fortzusetzen. „Es sieht gut aus. Wir hatten so viele Hilfsangebote, dass wir anrufen und darauf zurückkommen können“, sagte Breuer. „Wir hatten nach dem ersten Brand eine Welle der Hilfsbereitschaft. Eine Autovermietung hat gesagt: Wir können euch Fahrzeuge zur Verfügung stellen – und andere Organisationen und Firmen auch.“ Diese Angebote wolle die Stadtmission jetzt annehmen. 

Bei den Kältebusfahrten soll es keine Einschränkungen geben

In der vergangenen Nacht habe der Ausfall auch des dritten Kältebusses keine größeren Auswirkungen gehabt. „Gestern waren zwei unterwegs, das war regulär so geplant“, erklärte Breuer. „An Sonn- und Feiertagen sind einfach weniger Menschen unterwegs, und dann rufen auch weniger Menschen den Kältebus.“ Zwei Fahrzeuge seien dann in der Regel ausreichend. 

Wie schwer die Schäden an dem dritten Bus sind, sei im Detail noch nicht abzuschätzen, sagte Breuer. Von den beiden anderen Kältebussen ist der eine so zerstört, dass er ersetzt werden muss, der andere soll repariert werden. 

Das war natürlich eine Riesenfreude und eine Supernachricht

Barbara Breuer, Sprecherin der Berliner Stadtmission, über die Spende der Deutschen Bahn.

Die Deutsche Bahn Stiftung, die das Geld für den zerstörten Bus 2022 gespendet hatte, hat inzwischen 70.000 Euro für die Anschaffung eines neuen Busses zur Verfügung gestellt. „Das war natürlich eine Riesenfreude und eine Supernachricht“, sagte Breuer. 

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Überhaupt seien die Reaktionen überwältigend gewesen. Es habe viel Zuspruch, große Hilfsbereitschaft und auch etliche Spenden gegeben. Die Stadtmission hatte sich dafür bereits auf Instagram bedankt und ihre Erfahrungen so kommentiert: „Ihr seid einfach krass“. (mit dpa)