
Erstmals seit der Corona-Pandemie stagniert die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland. Das liegt nicht nur an der lahmenden Wirtschaft, sondern auch am demografischen Wandel.
In Deutschland ist die Zahl der Erwerbstätigen im vergangenen Jahr erstmals seit der Corona-Pandemie nicht mehr gestiegen. Laut einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes waren 2025 rund 46,0 Millionen Menschen erwerbstätig. Das waren 5.000 Personen weniger als 2024. In dem Jahr hatte es so viele Erwerbstätige wie noch nie seit der Wiedervereinigung 1990 gegeben.
Damit ist der seit 2021 anhaltende Positivtrend zu Ende gegangen. Zuletzt hatte es im Corona-Jahr 2020 einen Rückgang gegeben.
Unterschiedliche Entwicklung in verschiedenen Branchen
Die Entwicklung 2025 war gegenläufig: Im Produzierenden Gewerbe sank die Zahl der Beschäftigten kräftig um 143.000 auf 7,9 Millionen, wie das Statistikamt berechnete. Im Baugewerbe ging die Zahl der Erwerbstätigen um 23.000 auf 2,6 Millionen zurück. Auch in der Land- und Forstwirtschaft sank die Zahl der Erwerbstätigen; dieser Trend hält schon seit Jahren an.
Im Öffentlichen Dienst sowie in den Bereichen Erziehung und Gesundheit dagegen gab es einen Zuwachs um 205.000 Beschäftigte. Der Gesundheitsbereich hatte laut Statistikamt den größten Anteil daran. Auch im Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen wuchs die Zahl der Erwerbstätigen.
Konjunkturempfindliche Unternehmensdienstleister dagegen bauten Personal ab: Im Bereich Zeitarbeit etwa waren es 64.000 Beschäftigte weniger als 2024, im Bereich Information und Kommunikation 10.000 weniger. In den Bereichen Handel, Verkehr und Gastgewerbe sank die Zahl der Erwerbstätigen dagegen nur leicht um 0,1 Prozent. Dem Bundesamt zufolge arbeiten drei von vier Menschen in Deutschland als Dienstleistende.
Demografischer Wandel macht sich bemerkbar
Als Gründe für die Stagnation nennt das Statistikamt neben der schwachen Konjunktur die immer stärkeren Effekte des demografischen Wandels. Für die ausscheidenden geburtenstarken Jahrgänge rücken immer weniger junge Erwerbstätige nach. Weiterhin wanderten ausländische Arbeitskräfte zu, und Frauen sowie ältere Menschen beteiligten sich zunehmend am Erwerbsleben.