Ein graues, modernes Gebäude mit Holzfassade steht im Vordergrund, daneben ein rundes Logo mit der Aufschrift „DURST MALZ“.


Die bevorstehende Schließung der Mälzerei von „Durst Malz“ an der Weserstraße wurde im Frühjahr 2025 bekannt. Das Werk war laut den Betreibern nicht mehr wettbewerbsfähig. © Tewe Schefer

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Ein Einbruch an der ehemaligen Mälzerei von Durst Malz an der Weserstraße in Castrop-Rauxel hat am Dienstagabend, 30. Dezember 2025, einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Nach Angaben der Polizei Recklinghausen gelangten gegen 22.15 Uhr zwei Täter auf das Gelände im Stadtteil Habinghorst.

„Zwei Täter haben sich Zugang zu dem umzäunten Gelände verschafft“, sagt Polizeisprecherin Pia Weßing auf Anfrage unserer Redaktion. Nach ersten Erkenntnissen wurde zuvor mutmaßlich gewaltsam eine Öffnung in den Zaun gemacht. „Auf Aufnahmen der Überwachungskameras war zu erkennen, dass zwei Täter auf dem Gelände waren“, so Weßing.

Einbrecher ohne Wohnsitz

Mehrere Streifenwagen umstellten daraufhin das Objekt und die Polizisten durchsuchten den Nahbereich. In der Nähe des Geländes trafen die Beamten einen 25-jährigen Mann ohne festen Wohnsitz an, der der Beschreibung aus den Videoaufnahmen entsprach. Er wurde vorläufig festgenommen. Bei dem Tatverdächtigen fanden die Einsatzkräfte nach Angaben der Polizei kein Diebesgut.

Auf dem Gelände selbst stellten die Beamten jedoch verschiedene Gegenstände sicher. Dazu gehörten unter anderem eine Leiter sowie ein Rucksack mit mutmaßlichem Tatwerkzeug. Außerdem wurde eine beschädigte Überwachungskamera entdeckt. Der zweite Tatverdächtige konnte trotz Fahndungsmaßnahmen nicht mehr angetroffen werden.

Die alte Mälzerei im Stadtteil Habinghorst liegt direkt am Rhein-Herne-Kanal.© Schlehenkamp (Archiv)

Industriestandort geschlossen

Bei dem betroffenen Objekt handelt es sich um die frühere Mälzerei von Durst Malz im Industriegebiet an der Weserstraße, direkt am Rhein-Herne-Kanal. Der Standort wurde im Laufe des Jahres 2025 geschlossen. Betreiber war zuletzt der französische Konzern Soufflet Malt.

Das Unternehmen hatte die Schließung mit schwierigen Marktbedingungen begründet. Der Bierabsatz sei seit Jahren rückläufig, die Nachfrage nach Malz entsprechend gesunken. Trotz finanzieller Unterstützung und interner Maßnahmen sei das Werk in Castrop-Rauxel nicht mehr wettbewerbsfähig gewesen. In der Mälzerei waren zuletzt 23 Mitarbeiter beschäftigt, die jährlich rund 52.000 Tonnen Malz produzierten.

Fragen zur Belegschaft unbeantwortet

Unklar ist bis heute, was genau aus den 23 Beschäftigten der Mälzerei geworden ist. Bereits im Frühjahr 2025 hatte unsere Redaktion den Mutterkonzern Soufflet Malt mehrfach mit Fragen zur Zukunft der Belegschaft konfrontiert. Damals hatten anonyme Hinweisgeber berichtet, dass alle Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze verlieren würden.

Konkret wollte die Redaktion wissen, ob alle Angestellten entlassen wurden, wann die Produktion eingestellt wurde und wie das Unternehmen die Beschäftigten unterstützt. Ein Sprecher verwies seinerzeit auf laufende Verhandlungen mit dem Betriebsrat und erklärte, es sei „unangemessen“, sich dazu zu äußern. Auch nachdem diese Verhandlungen nach Angaben des Konzerns abgeschlossen waren, blieb eine klare Antwort aus. Soufflet Malt bestätigte lediglich, dass eine Vereinbarung unterzeichnet worden sei und man die Mitarbeiter in einer „Übergangsphase“ unterstütze – ohne dies näher zu erläutern.

Um weitere Klarheit zu schaffen, richtete unsere Redaktion am 10. November 2025 erneut eine ausführliche Anfrage an den Konzern, unter anderem zur Zukunft des Geländes und zum Verbleib der Beschäftigten. Bis heute blieb diese Anfrage unbeantwortet.