Schwergewichts-König Oleksandr Usyk will seine Krone gegen Ex-Weltmeister und K.o.-Knipser Deontay Wilder verteidigen. Schauplatz und Zeitpunkt des Duells nehmen Formen an, wie Usyks Manager nun verriet.
Oleksandr Usyk kämpft 2026 nach mehr als fünf Jahren Abstinenz wohl wieder in den USA. Wie Usyk-Manager Egis Klimas im Interview mit „The National“ sagte, könnte der Schwergewichts-Weltmeister seine Titel von WBA, WBC und IBF Ende April, Anfang Mai an der US-Westküste gegen Ex-WBC-Champion Deontay Wilder verteidigen.
„Wilder ist einer der besten Namen, gegen die Oleksandr noch nicht gekämpft hat. Er ist immer noch in guter Form und er ist noch immer ein Kämpfer, er ist also interessant. Und nun, es sind die USA“, so der Strippenzieher.
Usyk stand zuletzt im Herbst 2019 in Amerika im Ring, damals vermöbelte der heute 38-Jährige US-Boy Chazz Witherspoon in Chicago.
Video: Kabayel-Ansage: „Mit den Besten der Welt messen!“
Der Schwergewichts-König hat mehrfach kundgetan, einen Kampf gegen den langjährigen WBC-Weltmeister Wilder anzustreben, dem nach wie vor der Ruf des härteste Schlägers (43 von 44 Siegen durch K.o.) vorauseilt. Als 13. der WBC-Rangliste kommt der 40-Jährige als Gegner für eine freiwillige Titelverteidigung Usyks infrage.
Der WBC hat schon angedeutet, das von vielen Experten sportlich kritisch beäugte Duell abzusegnen. Wilder hat von seinen letzten fünf Kämpfen drei verloren, boxte 2025 nur einmal gegen einen Aufbaugegner. Uskys Pflichtherausforderer ist der Deutsche Agit Kabayel, der bei dem Verband als Interims-Weltmeister firmiert.
Kampf gegen Usyk? Agit Kabayel bleibt wohl in der Warteschleife
Kabayel verteidigt die „Zwischen“-WM am 10. Januar in Oberhausen gegen den Polen Damian Knyba. Bisher hat der WBC auf Usyk keinerlei Druck ausgeübt, den Gürtel gegen den „Leberking“ aus Bochum zu verteidigen, obwohl Kabayel im Rotationssystem der großen Verbände als nächster Herausforderer an der Reihe wäre.
Wahrscheinlich muss sich der 33-Jährige angesichts Usyks Wilder-Pläne weiter gedulden und kommt frühestens im Herbst oder Winter zu seinem WM-Recht.
Klimas verriet, dass der saudische Box-Mogul Turki Al-Sheikh und seine „Riyadh Season“ bei den US-Plänen seines Protegés keine Rolle spielt. Die Investorengruppe(n), mit denen er verhandele, „ist eine andere Gruppe aus den USA“. Er könne aber nicht ausschließen, dass Usyk künftig wieder unter dem Riad-Banner kämpfe, so der Box-Manager.
Mehrere Box-Medien hatten über einen Bruch zwischen Usyk und Al-Sheikh berichtet. Der Weltmeister verneinte dies via Social Media, zwischen ihm und Al-Sheikh sei „alles fein“.
Die USA hatten mit New York und Las Vegas viele Jahre praktisch ein Abo, die Weltmeisterschaft im Schwergewicht auszutragen. Das hat sich geändert, die letzten WM-Kämpfe gingen in England und eben Saudi-Arabien über die Bühne.
Der letzte Titelfight in den USA fand im Herbst 2021 statt, als Tyson Fury seinen Erzrivalen Wilder in Runde elf k.o. drosch. Fury, damals WBC-Champion, verteidigte den grün-goldenen Gürtel danach zweimal in London, ehe er ihn 2024 im Duell um alle großen Gürtel in Riad an Usyk verlor. Auch der Revanchekampf, den Usyk abermals gewann, fand in der saudischen Hauptstadt statt.