Bilanz der Silvesternacht
OB Josef verurteilt Angriff auf Sanitäter scharf
Aktualisiert am 02.01.2026 – 15:41 UhrLesedauer: 2 Min.
Menschen in Frankfurt stehen auf der Straße um Mitternacht und feiern mit Feuerwerk ins neue Jahr rein. Auch dieses Jahr kam es zu heftigen Angriffen auf Rettungskräfte. (Quelle: IMAGO/Matias Basualdo/imago)
In der Frankfurter Silvesternacht wurden Einsatzkräfte mit Pyrotechnik attackiert und massiv behindert. OB Mike Josef warnt nun vor enthemmter Gewalt.
In Frankfurt sind in der Silvesternacht elf gewaltsame Übergriffe auf Einsatzkräfte gemeldet worden. Wie die Branddirektion mitteilt, kam es in sechs Fällen zu Beschuss mit Pyrotechnik, in drei Fällen zu körperlicher Gewalt. Zwei weitere Angriffe richteten sich direkt gegen Rettungsfahrzeuge. Besonders gravierend sei ein Vorfall in der Innenstadt gewesen, bei dem ein Team des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) tätlich angegriffen und ein Sanitäter verletzt wurde.
Unweit des Eisernen Stegs habe eine größere Personengruppe ein DRK-Fahrzeug gestoppt, das auf dem Weg zu einem Notfalleinsatz war. Die Gruppe habe auf eine verletzte Frau aufmerksam machen wollen, sich aber nicht an die Anweisungen der Sanitäter gehalten.
Stattdessen hätten mehrere Personen gewaltsam den Behandlungsraum des Fahrzeugs geöffnet, das Fahrzeug beschädigt und einen der Rettungssanitäter körperlich attackiert. Der Mann sei durch einen Tritt in den Rücken gestürzt, am Kopf verletzt worden und zu Boden gefallen. Die Gruppe habe darauf bestanden, dass die verletzte Frau ins Krankenhaus gebracht werde.
Die Rettungskräfte seien dem schließlich nachgekommen – mit dem beschädigten Fahrzeug und unter Beschuss mit Pyrotechnik. Die beiden DRK-Mitarbeiter wurden später im Krankenhaus untersucht. Die Rückenverletzung des angegriffenen Sanitäters bedarf laut Branddirektion weiterer Abklärung. Der ursprünglich angefahrene Einsatzort musste von einer anderen Einheit übernommen werden.
Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) verurteilte die Angriffe scharf. Wer Einsatzkräfte angreife, greife die gesamte Solidargemeinschaft an, sagte er. Er hoffe, dass die Polizei die Täter ermitteln könne. Auch Sicherheitsdezernentin Annette Rinn zeigte sich besorgt. Für eine Minderheit sei enthemmte Gewalt gegen Einsatzkräfte offenbar akzeptabel. Es brauche dringend wirksame Mittel, um Einsatzkräfte besser zu schützen, so Rinn. Die Polizei hat Ermittlungen in allen Fällen aufgenommen.
