Radio galaxy Sachsen

Galaxy Sachsen ist Geschichte. Grund ist ein Überangebot an jungen Programmen im Äther.

Das aus Bayern stammende Radio Galaxy ist mit seiner Expansion nach Sachsen gescheitert. Am 31. Dezember 2025 war der Sendeschluss über DAB+ im Freistaat.

Für Kenner der Szene kein überraschendes Aus: Obwohl mit dem Funkhaus Würzburg ein potenter Eigner hinter dem Sender stand, gelang es nicht, das in Bayern durchaus erfolgreiche Jugend-Programm auch in Sachsen bekannt zu machen. Wie auch? Es gibt im Radiomarkt ein Überangebot an jungen Programmen. Längst etabliert waren Energy Sachsen und MDR Sputnik (Mitteldeutscher Rundfunk), über DAB+ kamen das bundesweite Radio Energy sowie die nationalen Programme Absolut Hot, Absolut Top 2000, Absolut Germany und RTL Radio hinzu. Regional gibt es dann noch Wellen wie Leipzig Beatzz, mit Abstrichen kann man auch noch sunshine live, Peli One oder Jam FM dazuzählen.

Viele Programme mit identischem Format

Es ist ein allgemeines Problem in der deutschen Radiolandschaft. Es wird wenig gewagt und wenn einer dann doch vorprescht und mit einem anderen Format Erfolg hat, gibt es gleich mehrere Nachahmer. Dies ist neben den Jugend- auch bei den Oldie- oder den Rockwellen spürbar. In NRW etwa haben Radiohörer auf DAB+ inzwischen die Wahl zwischen fünf Radioprogrammen mit der Musikfarbe Rock.

Neuer Trend sind Party-Wellen. Auch hier gab es zunächst einen Veranstalter, der etwas gewagt hatte (Radio Bollerwagen) und damit Erfolg hat. Und schon finden sich inzwischen mit Ballermann Radio (bundesweit), Dorfkindradio (Thüringen) und bald Fiesta Mania Radio (Bayern) gleich mehrere Veranstalter, die das Konzept aufgegriffen haben.

Sicher: Konkurrenz belebt das Geschäft, aber bei zu viel Konkurrenz in der gleichen Sparte bleiben zwangsläufig Veranstalter auf der Strecke. Oft sind es diejenigen, die erst später gestartet sind.

USA: Deutlich mehr Formatauswahl

In den USA dagegen haben sich weit mehr Formate im Radiomarkt etabliert: Soft Oldies, Alternative Rock, Talkradio, New Country, Rhythmic AC und, und. In Großstädten gibt es oft nur einen Veranstalter, der jeweils eine Sparte besetzt. Radiohörer haben weit mehr Programme zur Verfügung, nicht nur im Internet, sondern auch über Antenne.

Warum haben deutsche Radiomacher so wenig Mut? Warum fast immer nur das Gleiche, was es schon längst im Radiomarkt gibt? Das Digitalradio DAB+ hätte das Potenzial zu viel mehr Format-Vielfalt. Ist es alleine die Angst mit einer innovativen Idee zu scheitern? Das Beispiel Galaxy Sachsen zeigt, dass das auch in einer Sparte passieren kann, die offensichtlich ein Erfolgsgarant ist.

In Nordrhein-Westfalen ist ein Veranstalter ja jetzt einen neuen, innovativen Weg gegangen: Zum ersten Mal gibt es über DAB+ ein Programm mit der Musik­farbe „Kölsche Töne“, also Musik von Bands aus der Domstadt, oft in Mundart. Am 29. Dezember ist Kölsch Radio neu auf Sendung gegangen. Gleich­zeitig verab­schiedete sich Vorgänger kulthitRADIO, das eher „more of the same“ geliefert hatte, von seinen Hörern.

Auch interessant:

Bildquelle:

  • Radio galaxy Sachsen: generiert durch KI