Der Winter zeigte sich am Freitag auch in Hilden von seiner schönsten Seite: Leichter Schneefall überzog die Flächen mit einer Puderzucker-Schicht – immerhin genügend, um damit einen Schneemann bauen zu können. Einer Bilanz der Kreispolizei Mettmann zufolge gab es außerdem zum Glück kaum witterungsbedingte Unfälle. Ihre Zahl bewegte sich am Vormittag laut eines Sprechers im einstelligen Bereich, es blieb bei Sachschäden, verletzt wurde niemand.

Fällt frischer, weißer Schnee, sind viele Menschen versucht, sich eine Portion in den Mund zu stecken oder sich Schneeflocken in den Mund regnen zu lassen. Nicht nur Kinder machen das, auch Erwachsene schätzen mitunter den eisigen, allerdings geschmacklosen Genuss. Doch darf man Schnee eigentlich essen? In einem Facebook-Video ist zu sehen, wie eine besorgte Mutter Schnee auf dem Herd in einem Kochtopf schmilzt. Das Wasser ist auf den ersten Blick zwar klar, doch als sie den gläsernen Behälter, in den sie es umgefüllt hat, gegen das Licht hält, schwimmen nicht identifizierbare schwarze Teilchen darin.

Unsere Redaktion frage nach – und erhielt von Constantin Bachmayer, Pressereferent des NRW-Umwelt-Ministerums folgende Antwort: „Generell gilt: Schnee ist kein Nahrungsmittel. Wie auch Regenwasser enthält Schnee im Gegensatz zu Leitungs- oder Mineralwasser keine Mineralien oder Elektrolyte“, erläutert Bachmyer. Die Aufnahme großer Mengen Schnee entziehe dem Körper daher Mineralstoffe, was zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen führen könne.

„Schnee kann außerdem genauso wie Regen auf dem Weg zur Erde Schadstoffe aus der Luft aufnehmen“, erläutert der Pressereferent. Dazu zählen zum Beispiel Feinstaub, aber auch Bakterien oder Pollen.

„Schnee, der bereits auf die Erde gefallen ist, kann zusätzlich mit Kot oder Urin von Tieren, sowie mit Rollsplitt oder Streusalz verunreinigt sein.“ Wenn Streusalz in größeren Mengen aufgenommen werde, könne dies zu Erbrechen und Durchfall führen.

„Aus den genannten Gründen sollten keine größeren Mengen Schnee verzehrt werden“, rät Bachmayer. Eine geringfügige Aufnahmemenge aus der Luft sei jedoch nicht bedenklich für die Gesundheit. Wer also mag, kann auch weiterhin die Zunge rausstrecken, so dass sich Schneeflocken darauf als erste Boten des Winters niederlassen und schmelzen können.