Fast alle neu zugelassenen Pkw sind in Norwegen im Jahr 2025 Elektroautos gewesen. Der Anteil an batteriebetriebenen Autos stieg 2025 auf 95,9 Prozent von 88,9 Prozent im Vorjahr, wie die Organisation für Straßenverkehrsinformation (OVF) mitteilte. Der Anteil der neuen Diesel-Pkw lag demnach bei einem Prozent, Benziner
machten nur 0,3 Prozent der Neuzulassungen aus.
Auch der Anteil der Elektroautos am gesamten Pkw-Bestand in Norwegen lag
erstmalig über dem der Dieselautos. Den Daten der OVF zufolge machten Pkw mit E-Antrieb mit 32,5 Prozent den größten Anteil auf den
norwegischen Straßen aus. Dieselmotoren waren mit rund 31 Prozent vertreten, und etwa
23 Prozent der Pkw fuhren mit Benzinmotor. Der Rest waren Hybridmodelle.
Den Angaben nach war fast jeder fünfte neu zugelassene Pkw ein Tesla. Somit lag Tesla auf dem ersten Platz der meistgekauften Neuwagen. Volkswagen
lag mit etwa 13 Prozent dahinter. Die Hersteller lieferten vermehrt
E-Autos nach Norwegen, um auf die Nachfrage zu reagieren. „Wir haben
sehr schnell eine Reihe von Autos, die ursprünglich nicht
für Norwegen bestimmt waren, umgeleitet, um sie schneller hierherzubekommen“, sagte der Geschäftsführer von Ford Norwegen, Per Gunnar
Berg.
Steuerfreibetrag beim Kauf von Elektroautos in Norwegen sinkt nun
Nachdem die Regierung im Oktober für Januar 2026 Steuererhöhungen angekündigt hatte, war die Nachfrage nach E-Autos zuletzt gestiegen. Insgesamt wurden 2025 mit rund 180.000 Neuwagen 40 Prozent mehr zugelassen als 2024. E-Autos für unter 300.000 norwegische Kronen (rund 27.000 Euro) bleiben demnach auch 2026 von der Mehrwertsteuer befreit. Zuvor lag der Wert bei 500.000 Kronen (rund 42.000 Euro). Eine vollständige Abschaffung dieser Befreiung war ursprünglich für 2027 geplant. Sie soll auf 2028 verschoben werden.
Neben steuerlichen Aspekten fördert der norwegische Staat Autos mit E-Antrieb bereits seit Jahrzehnten mit ausreichend Parkplätzen, Ladestationen und anderen Vorteilen für Fahrer von Elektroautos. „Wir sehen die Wirkung einer langfristigen und zielgerichteten Elektroauto-Politik und wie sich konkrete Steuerentscheidungen unmittelbar auf den Markt auswirken“, teilte OVF-Direktor Geir Inge Stokke mit. Es bestehe kein Zweifel daran, dass die Änderung der Mehrwertsteuer ab dem 1. Januar 2026 viele Menschen dazu veranlasst habe, noch vor Jahresende ein neues Elektroauto zu kaufen, sagte er. Die Leiterin des norwegischen E-Auto-Verbands, Christina Bu, teilte mit, es gehe nicht nur um Steuererleichterungen. Verbrenner würden durch hohe Abgaben aus dem Geschäft gedrängt.
In Deutschland liegen für das gesamte Jahr 2025 noch keine Zahlen vor. Für den Zeitraum von Januar bis November lag der Anteil reiner Elektroautos bei den Pkw-Neuzulassungen in Deutschland laut Kraftfahrt-Bundesamt bei 18,8 Prozent. Im gesamten Fahrzeugbestand in Deutschland machten Elektroautos, Stand 1. Oktober, rund 3,9 Prozent aus. Der deutsche und der norwegische Markt sind jedoch allein schon wegen ihrer Größe nur bedingt vergleichbar.
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