Stand: 02.01.2026 17:01 Uhr

Trotz Wind, Schnee und kalten Temperaturen: Die Arbeiten zur Bergung mehrerer tonnenschwerer Güterwaggons bei Elze (Landkreis Hildesheim) sind schnell vorangegangen. Für die Einsatzkräfte war das eine besondere Herausforderung.

Das Technische Hilfswerk (THW) und die Deutsche Bahn hatten am Freitagmorgen um 8 Uhr mit den Bergungsarbeiten begonnen. Die Bahn hatte dafür zwei Kräne aus Sachsen und Nordrhein-Westfalen nach Elze bringen lassen. Bis zum Mittag waren nach Auskunft von Torben Richert vom THW bereits fünf der sieben Waggons wieder aufgerichtet und auf die Gleise gesetzt worden. Am Freitagnachmittag schließlich hatten die knallroten Kräne „Mammut“ und „Phönix“ ganze Arbeit geleistet: Alle Waggons standen wieder auf den Gleisen. Zwei Hilfslokomotiven transportieren die Wagen ab, auch die Kräne sollen noch am Freitag zurück nach Sachsen und Nordrhein-Westfalen gebracht werden. Die Waggons werden nun untersucht.

Herausforderung war nicht das Wetter

Ein Kran wird an einem Güterwaggon befestigt.

Rund 30 Tonnen Eisenerz waren in jedem Waggon.

Das Eisenerz aus den Waggons ist auf der gesamten Strecke verteilt, zudem lagen die Wagen teilweise quer über den Gleisen. „Die Herausforderung ist, dass sich die Fahrzeuge eingegraben haben und befreit werden müssen“, hatte Richert vor der Bergung erklärt. Vor Beginn der Bergung hatten Fachkräfte der Deutschen Bahn die Unfallstelle mehrfach untersucht. Bei einem Waggon war eine Schiene verkeilt. Mithilfe eines Baggers konnte diese jedoch schnell entfernt werden. Zwei andere Wagen hingen so stark zusammen, dass sie mit einem Schweißgerät voneinander getrennt werden mussten.

Reparaturen an der Strecke dauern Wochen

Am 5. Januar soll damit begonnen werden, die Strecke zwischen Nordstemmen und Elze wieder instandzusetzen. Es ist eine Menge Arbeit, die auf Spezialisten der Bahn noch zukommt. Auf einer Strecke von rund vier Kilometern sind Schienen verbogen, Signalmasten zerstört und Bahnschwellen kaputt. Voraussichtlich bis Anfang Februar bleibt die Strecke gesperrt. In dieser Zeit müssen Pendler zwischen Barnten und Banteln auf Busse umsteigen.

Güterzug entgleist: Schienen bei Elze gesprengt

Luftaufnahme von entgleisten Waggons bei Elze

Der Unfall geschah am 23. Dezember.

Die Schienen am Unfallort wurden am 28. Dezember gesprengt. Die Maßnahme diente „der zügigen Instandsetzung sowie der schnellstmöglichen Wiederfreigabe der Strecke“, wie die Polizei mitteilte. Die Gleise hatten demnach unter mechanischer Spannung gestanden und wenn Menschen per Hand daran gearbeitet hätten, hätte jemand verletzt werden können, sagte ein Polizeisprecher dem NDR Niedersachsen. Nur wenige Menschen mussten kurzzeitig ihre Häuser wegen der Sprengung verlassen, teilte ein Sprecher des Technischen Hilfswerks in Elze mit.

Video:
Nach Entgleisung bei Elze: Schienen gesprengt (1 Min)

Aktuelle Reisemöglichkeiten im Regionalverkehr zwischen Hannover und Göttingen

Seit dem 30. Dezember fahren laut dem Eisenbahnverkehrsunternehmen Metronom die Ersatzbusse zwischen Nordstemmen und Banteln nach einem festen Fahrplan. Dieser sei zunächst bis einschließlich 11. Januar 2026 gültig. Zudem haben Fahrgäste, die von Hannover nach Göttingen reisen möchten, folgende Möglichkeiten:

  • ab Hannover Hauptbahnhof alle zwei Stunden (Abfahrt ’36) mit dem Metronom RE2 über Sarstedt nach Nordstemmen, dort weiter mit dem Bus über Elze nach Banteln
  • oder ab Hannover Hauptbahnhof stündlich mit der S4 (Abfahrt ’19) über Bismarckstraße, Messe/Laatzen, Rethen (Leine) und Sarstedt nach Barnten, dort weiter mit dem Bus über Nordstemmen und Elze nach Banteln
  • in beiden Fällen anschließend von Banteln aus stündlich (Abfahrt ’05) mit dem Metronom RE2 weiter nach Göttingen, mit allen planmäßigen Halten

Reisemöglichkeiten im Regionalverkehr zwischen Göttingen und Hannover

Ab Göttingen Hauptbahnhof können Reisende stündlich mit dem Metronom RE2 bis nach Banteln fahren – mit allen planmäßigen Halten. In Banteln geht es weiter mit dem Busnotverkehr:

  • bis Nordstemmen: dort Umstieg in den alle zwei Stunden (Abfahrt ’09) fahrenden Metronom RE2 über Sarstedt nach Hannover Hauptbahnhof
  • oder bis Barnten: Umstieg in die stündlich fahrende S-Bahn-Linie S4 (Abfahrt ’17) nach Hannover Hauptbahnhof mit Halt in Sarstedt, Rethen (Leine), Messe/Laatzen und Bismarckstraße
  • oder bis Barnten: Umstieg in die außerplanmäßig stündlich in Barnten haltende Erixx-Linie RE10 (Abfahrt ’53) über Sarstedt nach Hannover Hbf

Ein abgerissener Strommast liegt auf den Gleisen.

Grund ist ein entgleister Güterzug. Die Strecke ist voraussichtlich bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag gesperrt.

Reisende müssen mit längeren Fahrzeiten rechnen

Dem Unternehmen Metronom zufolge kann es nicht nur auf der betroffenen Strecke, sondern auch auf der Strecke Hamburg-Hannover zu „einzelnen Verspätungen“ kommen. Reisende sollen sich vor Fahrtantritt per Website, App oder WhatsApp über die aktuelle Lage informieren. Metronom weist darauf hin, dass es durch geänderte Zugnummern in den elektronischen Fahrplanauskünften zu Anzeigefehlern kommen kann. Der Fernverkehr der Deutschen Bahn ist von dem Unfall nicht betroffen.

Waggons entgleist: Bundespolizei untersucht Unfallursache

Zug entgleist bei Elze, die Strecke teils gesperrt: Ein Bahnsteig voller Menschen vor einem Zug.

Fahrgäste müssen vorerst – wie hier in Banteln – teils auf Busse umsteigen.

Der Unfall hatte sich am 23. Dezember ereignet. Laut Bundespolizei war ein Waggon eines Güterzuges aus den Gleisen gesprungen. Kurz darauf seien dann weitere Waggons entgleist und umgekippt. Auf einer Strecke von vier Kilometern wurden dadurch Betonschwellen beschädigt und auch ein Strommast wurde mitgerissen. Ein entgegenkommender Güterzug wurde den Angaben zufolge leicht beschädigt – verletzt wurde niemand. Der zweite Zug sei – im Gegensatz zu früheren Angaben – nicht entgleist, hieß es von der Bundespolizei. Die Unfallursache werde nun untersucht.

27.12.2025 18:18 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes las es sich so, als könne man mit dem Metronom von Göttingen bis nach Barnten fahren. Nach Barnten kommt man allerdings nur mit dem Busnotverkehr, in den man in Banteln umsteigt. Wir haben diese Passage im Text jetzt klarer formuliert.

Sachsenross in Hannover vor der Leibniz Universität

Was in Niedersachsen wichtig ist, hören Sie in den Nachrichten von NDR 1 Niedersachsen.

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Das Bild zeigt einen Metronom im Bahnhof.

Seit Montag gilt ein sogenannter Stabilisierungsfahrplan. Dieser soll bis Mitte Dezember mehr Verlässlichkeit schaffen.

Ein Zug der Metronom Eisenbahngesellschaft steht auf einem Gleis im Bahnhof.

Eine heiß gelaufene Bremse soll für den Qualm verantwortlich gewesen sein. Drei Menschen wurden verletzt.