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Symbole unterschiedlicher KI-Apps auf einem SmartphoneDas eigene Formulieren eines Textes bringt einen zu einem besseren Wissen über das, was man schreibt. © Philip Dulian/dpa

Ob Wissenslücke oder Formulierungshilfe: Wer nicht mehr weiter weiß, kann Künstliche Intelligenz einsetzen. Doch die Deren Antworten seien aber stets zu hinterfragen, warnt ein Experte – oft würden völlig falsche Dinge behauptet.

Berlin/Dortmund (KNA) Einen bewussten und kritischen Umgang mit KI-Sprachmodellen mahnt ein Experte an. „Die Antwort von KI klingt überzeugend, auch wenn sie immer wieder völlig falsche Dinge behauptet“, sagte Peter N. Posch, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der TU Dortmund, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin. „Die aktuellen KI-Sprachmodelle lügen ständig.“

Sie hätten kein semantisches Verständnis, sondern seien eigentlich nichts anderes „als ein Taschenrechner für Wörter“, erklärte der Forscher, der das Buch „Der Digitalschock: Was vom Hype bleiben wird – so verändern ChatGPT, Bard & Co unseren Alltag“ geschrieben hat. „Sie geben ihre Antworten auf einer Basis von Wahrscheinlichkeit für Wörter und Zusammenhänge. Kausalzusammenhänge können sie noch nicht verstehen. Da arbeiten alle dran.“

Artikel der KNA

Dieser Beitrag stammt von der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA)

KI nicht fragen, wenn man gar keine Ahnung hat

Für ihn sei im Umgang mit Künstlicher Intelligenz deshalb vor allem eines wesentlich – und zwar für alle, die Kontakt mit ihr haben: „Man muss ihre Grenzen kennen und darf sich mit KI nicht über Dinge unterhalten, von denen man keine Ahnung hat.“ Denn ob das, was sie sage, der Wahrheit entspreche – das könne nur erkennen, wer über das entsprechende Wissen verfüge. Entsprechend besonders gefährdet, Falschinformationen zu glauben, seien Kinder und Jugendliche mit wenig Lebenserfahrung sowie bildungsferne Menschen.

Der Professor plädierte auch dafür, KI mit Vorsicht zu behandeln, wenn man etwa an der Uni Hausarbeiten schreibe. Nicht nur wegen möglicher Fehler, die man vielleicht nicht bemerkt. Sondern auch, weil man sich „um den Lerneffekt bringt“, sagte Posch. „Das eigene Formulieren eines Textes bringt einen zu einem besseren Wissen über das, was man schreibt.“

Vor allen Dingen in der Schule brauche es deshalb eine professionelle Aufklärung über die Grenzen von KI, forderte Posch. Er sprach sich für entsprechende Fortbildungen von Lehrkräften aus. Grundsätzlich sei im Alltag der Einsatz von KI deutlich zu unkritisch: „Wenn man einen Hammer hat, ist nicht jedes Problem ein Nagel“, sagte er.