Timmendorfer Strand (Schleswig-Holstein) – Einige Gäste des Restaurants „Fischkiste“ wollten am Donnerstagabend am Timmendorfer Strand einen Obstbrand trinken. Sie bekamen stattdessen Reinigungslösung serviert und landeten wenig später mit zum Teil schweren Verletzungen in der Klinik. Einen Tag nach dem Vorfall wurde bekannt, dass menschliches Versagen die Ursache war.
„Ersten Erkenntnissen zufolge nahmen mindestens 10 Personen eine stark ätzende Flüssigkeit zu sich. 10 Personen erlitten Verletzungen, mindestens eine Person wurde schwer verletzt“, sagte Polizeisprecherin Anna Julia Meyer am Freitagmorgen. Am Nachmittag meldete sich dann das Management des Restaurants und entschuldigte sich in einer Pressemitteilung: „Das gesamte Team der Fischkiste bedauert den gestrigen Vorfall außerordentlich! Unsere Gedanken sind bei den betroffenen Gästen, Mitarbeitenden und ihren Familien! Wir wünschen allen eine baldige und vollständige Genesung!“
Mehr zum ThemaFlüssig-Reiniger in Schnapsflasche gefüllt
Und teilte weiter mit, dass „durch ein menschliches Augenblickversagen (…) eine leere Ausschankflasche für Marillenschnaps versehentlich mit einer Reinigungslösung für eine Spülmaschine der Bar aufgefüllt worden war.“ Da beide Flüssigkeiten sich in der Farbe ähneln, fiel die Verwechslung optisch nicht auf. Weitere Schankanlagen an der Bar wie zum Beispiel die Bierzapfstelle seien nicht betroffen. Dies könne zu 100 Prozent ausgeschlossen werden.

Am Freitag waren Polizei und Ordnungsamt vor Ort und entschieden, dass keine aktuelle Gefährdung mehr besteht
Foto: Henning Schaffner
Restaurant hat wieder geöffnet
Insgesamt wurden drei Frauen und sieben Männer im Alter zwischen 31 und 84 Jahren verletzt. Neun Personen kamen in umliegende Krankenhäuser. Sieben Opfer konnten die Klinik am Freitag wieder verlassen. Zwei werden noch versorgt. Eine Frau gilt weiterhin als schwer verletzt. Welcher Mitarbeiter diese Behälter verwechselt hat, ist noch Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen.
Da eine weitere Gefährdung im Zusammenhang mit dem Ausschank von Marillenschnaps ausgeschlossen werden konnte, entschieden Ordnungsamt, Polizei und Management, dass die „Fischkiste“ am Freitag ab 17 Uhr wieder öffnen durfte.