Als Tourist kaum zu glauben, aber: Es soll doch tatsächlich New Yorker geben, die noch nie auf dem Empire State Building waren. Oder am Fuße der Freiheitsstatue. Denn zwar würde bestimmt jeder Einheimische genau diese ikonischen Orte für den ersten Besuch im Big Apple empfehlen. Aber manchmal ist der urbane Dschungel eben so dicht, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Zwar hat Düsseldorf weder das Empire State Building noch die Freiheitsstatue im Repertoire. Aber wann waren Sie das letzte Mal auf dem Rheinturm? Bei einem Spiel der DEG? Oder im Varieté? Wir geben Tipps für zehn Orte, die Sie 2026 unbedingt (mal wieder) besuchen sollten.
Der Kunstpalast und die geheime Macht der Düfte Die Auswahl an Museen und Galerien in Düsseldorf ist groß – und die allermeisten sind mehrfach im Jahr einen Besuch wert. Das gilt auch für das Museum Kunstpalast, das im neuen Jahr unter anderem die Präsentation der Scharf Collection unter dem Titel „Monet – Cézanne – Matisse“ (12. März bis 9. August) auf dem Programm hat. Aber schon vorher lohnt ein Besuch: Denn neben allen Wechselausstellungen zeigt die 2023 neu gestaltete Sammlung ständig auf mehr als 5000 Quadratmetern rund 800 Werke. Der Rundgang lädt dazu ein, Kunst von der Antike bis in die Gegenwart zu entdecken. Und derzeit ist er sogar ein Erlebnis für (fast) alle Sinne: Bei der Ausstellung „Die geheime Macht der Düfte“ treffen Besucher bis 8. März im Sammlungsrundgang auf 30 eigens entwickelten Duftstationen, die ein völlig neues Zusammenspiel von Kunst- und Geruchserlebnis bieten sollen. Unbedingt sehens- und riechenswert!
Aquazoo Rund 456.000 Besucher können sich nicht irren: Der Aquazoo war im vergangenen Jahr der am meisten besuchte Kulturbetrieb in Düsseldorf. Dafür sorgten unter anderem wieder unzählige Schulklassen und Kleingruppen, die sich auf den Weg gemacht haben, um die Tiere und die große Sammlung von Naturobjekten zu sehen. Der Besuch ist aber für alle Altersklassen lohnenswert – und die Warteschlangen sind nicht mehr so endlos wie zur Neueröffnung im Jahr 2017. Zu erleben gibt es nicht nur Tiere in naturnah gestalteten Aquarien und Terrarien, sondern auch Präparate und Stationen, die zum Mitmachen einladen. Besucher folgen dem Lauf der Evolution vom Salz- ins Süßwasser, an Land und zurück durch 25 Themenräume. Zudem ist der Aquazoo ein echter Tipp für wetterunabhängige Ausflüge. Denn die gesamte Ausstellung befindet sich im Inneren.
www.aquazoo-duesseldorf.de
Ab ins Stadion Zugegeben, die Fortuna spielt momentan nicht sonderlich glorreich. Statt im Aufstiegsrennen zur Erstklassigkeit mitzumischen, kämpft das fußballerische Aushängeschild der Stadt gegen den Abstieg. Trotzdem sei allen Düsseldorfern empfohlen, sich hin und wieder mal ins Stadion nach Stockum zu begeben. Auch – und vielleicht besonders – denen, die mit dem Fußball sonst nicht allzu viel anfangen können. Denn ein Stadionbesuch ist viel mehr, als nur 22 Menschen beim Balltreten zuzuschauen. Die Stimmung der Südkurve mit ihrem bunten Fahnenmeer begeistert besonders die, die sie nicht wöchentlich erleben. Und das Gefühl, gemeinsam mit Tausenden anderen von den Sitzen aufzuspringen und über ein Tor zu jubeln – das erlebt man außerhalb des Stadions auch eher selten. Schon der Hinweg kann ein Highlight sein, etwa für die, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß den Rhein entlang vom Fortuna-Büdchen zum Stadion pilgern. So schön ist der Weg zum Spiel in kaum einer anderen Stadt im Land. Ganz besonders heimatverbunden kann sich auch fühlen, wer sich zwischen rot-weißen Trikots von der Altstadt auf den Weg macht, von der „eigenen“ Hausbrauerei und dem „eigenen“ lokalen Bier. Für beides berühmt zu sein – das kann auch nicht jede Stadt von sich behaupten. Auftakt zur Rückrunde: Freitag, 16. Januar, 18.30 Uhr gegen Arminia Bielefeld.
Rheinturm Der Rheinturm ist wohl das am häufigsten fotografierte Düsseldorfer Wahrzeichen. Schließlich streckt sich der Turm mit 240,50 Metern in den Himmel – und ist somit schon von Weitem und aus ganz unterschiedlichen Stadtteilen zu sehen. Aber auch wenn jeder Düsseldorfer den Rheinturm kennt, waren längst nicht alle oben. Das sollte man 2026 wirklich mal nachholen. Oben angekommen, erwartet Besucher das japanische Fusion-Restaurant Qomo, das seine Gäste auf 172,50 Meter Höhe empfängt. Hier gleitet das 360-Grad-Panorama in einer guten Stunde vorbei. Zudem gibt es die Aussichtsebene mit Bar M 168 – hier soll bei klarem Wetter am Horizont sogar der Kölner Dom auszumachen sein. Für die Aussichtsebene und das M 168 im Rheinturm gibt es Tickets. Der Eintritt ins Qomo ist für Gäste kostenfrei, eine Reservierung ist empfehlenswert.
Roncallis Apollo-Varieté Ein Besuch im Apollo-Varieté ist immer ein Erlebnis. Trotzdem fragt sich manch einer immer noch: „Ist das wirklich etwas für mich?“ Wir können nur ermuntern, eine der Shows auszuprobieren. Die Mischung aus Musik, Show und Akrobatik lockt vollkommen zu Recht auch viele Besucher aus der Umgebung nach Düsseldorf. Bis 11. Januar ist noch die 20er-Jahre-Revue „Extravaganza“ zu sehen. Mit ein bisschen Glück bekommt man noch Tickets an der Theaterkasse, offiziell sind die letzten Aufführungen ausverkauft. Aber es geht fließend weiter: Am 16. Januar feiert „Rock reloaded“ Premiere. Es ist das zehnte Jahr der Rockshow im Apollo – und die hat sich vom Underdog zu einem der Publikumslieblinge entwickelt. Geboten wird eine Mischung aus Liverock und Varietékunst. Die Veranstalter versprechen: Es wird laut, wild und spektakulär.
Trödelmarkt am Aachener Platz Trödelmärkte gibt es viele in Düsseldorf, an immer verschiedenen Orten und Terminen. Ein echtes Original ist der Markt am Aachener Platz – und das aus gleich mehreren Gründen. Jeden Samstag kommen bis zu 600 Händler auf die 20.000 Quadratmeter große Fläche, die meisten von ihnen sind private Anbieter. Im Freigelände gibt es neben dem klassischen Kram- und Trödelangebot auch Lebensmittel, Imbissbuden, Porzellan, Fahrräder oder Secondhand-Kleidung. Im Antik- und Trödelzelt warten derweil Antiquitäten und Raritäten, Kunst, Shabby-Chic- und Design-Objekte. Dort findet man auch das Café Spermüll, in dem sich Düsseldorfer und Besucher, Künstler und Lebenskünstler treffen – und das häufig genug mit Livemusik. Am Samstag, 3. Januar, spielt von 11.30 bis 14.30 Uhr Qban Soul. In der Woche darauf gibt es Rockabilly mit den Blue Moon Howlers.
www.troedelmarkt-aachenerplatz.de
Deutsche Oper am Rhein Über die Oper in Düsseldorf wird in diesen Tagen viel gesprochen und geschrieben. Es geht um Architektur, Kosten und den Standort für das neue Opernhaus. Bei der ganzen Diskussion darf man eines nicht vergessen: Die Oper lebt, erfreut sich nach wie vor der Beliebtheit des Publikums und ist deutlich zugänglicher als manch Vorurteil es nahelegt. Nur zwei Empfehlungen: Am Samstagabend, 3. Januar, ist ab 19.30 Uhr die Zauberflöte in einer spannenden Inszenierung mit Szene, Musik und Videoanimation zu sehen. Vorführungen gibt es noch bis 13. März. Am Sonntag 4. Januar, um 19.30 Uhr gibt es wieder einen Hauch von Broadway mit Anatevka. Die Original-Bühnenproduktion wurde immerhin in New York inszeniert. Vorführungen gibt es noch bis 8. Juli.
Rennbahn Der Reiter- und Rennverein hat ein gutes Jahr hinter sich. In die Rennbahn wurde investiert, zum 20. Henkel-Preis der Diana kamen im August rund 18.000 Besucher auf die Anlage im Wald. Die Düsseldorfer Rennbahn gilt als eine der schönsten Deutschlands. Da lohnt auch der Besuch, wenn man ansonsten mit Pferdesport überhaupt nichts zu tun hat. Und: Es geht schon in einigen Wochen wieder los. Mit dem Fortuna-Düsseldorf-Renntag am 29. März läutet die Galopprenbahn die sogenannte grüne Saison ein. Das Saison-Highlight des Jahres dürfte dann der 168. Henkel-Preis der Diana am 2. August sein. Die besten dreijährigen Stuten absolvieren einen Kurs von 2,2 Kilometern und konkurrieren um eine halbe Million Euro an Preisgeldern. Ein Hauch von Ascot weht dann wieder durch Düsseldorf, einer der besonderen Termine im Eventkalender.
www.duesseldorf-galopp.de
Schauspielhaus Das Düsseldorfer Schauspielhaus ist das größte Sprechtheater Nordrhein-Westfalens und gehört zu den größten Bühnen im deutschsprachigen Raum. Klingt ein bisschen steif? Keine Sorge: Das Programm ist längst entstaubt und zieht regelmäßig auch junges Publikum an. Das geschwungene weiße Schauspielhaus am Gustaf-Gründgens-Platz ist schon an sich ein Wahrzeichen Düsseldorfs und einen Besuch wert. Dazu lädt auch die Gastronomie im Haus ein. Aber auch das Programm auf den Bühnen ist unbedingt sehenswert. Die Termine für die ersten Monate des Jahres befinden sich bereits im Vorverkauf. Die häufig ausverkauften Vorstellungen von „Der Schneesturm“ bekommen am 28. Februar, 5., 6. und 7. März wieder neue Termine. In das neue Jahr startet das Schauspielhaus zudem mit einigen Premieren: „Frühlings Erwachen“ am 15. Januar, „Kafkas Traum“ mit Texten und Motiven von Franz Kafka am 17. Januar, die Stadtkollektiv-Inszenierung „Drei Schwestern“ am 25. Januar, „Krieg und Frieden“ von Lew Tolstoi am 21. Februar im Central sowie „Tyll“ von Daniel Kehlmann mit den Studierenden des Schauspielstudios Düsseldorf am 22. Februar.
Zur DEG in den Dome Was wir für die Fortuna geschrieben haben, gilt derzeit wohl umso mehr für die DEG: Sportlich hat der Klub schon bessere Zeiten gesehen. Und trotzdem – oder gerade deswegen – hat Eishockey in Düsseldorf Unterstützung verdient. Und das geht am einfachsten mit dem Besuch im PSD Bank Dome. Wer zur DEG geht, muss sich immerhin nicht den Vorwurf gefallen lassen, nur ein Erfolgsfan zu sein. Außerdem, so viel Lokalpatriotismus darf sein: Die Düsseldorfer EG zählt immer noch zu den bekanntesten Eishockeyvereinen Deutschlands und blickt auf eine lange Geschichte zurück. Eishockey ist ein schneller und mitreißender Sport, hier muss niemand sein Leben lang dabei sein, um Anschluss zu finden. Dazu kommen mit dem Dome eine moderne Spielstätte und ein Rahmenprogramm, das auch Familien und Gelegenheitsfans Spaß bietet. Wer die DEG live erleben möchte, hat schon am Sonntag die nächste Gelegenheit: Dann empfangen die Düsseldorfer um 17 Uhr zu Hause die Star Bulls aus Rosenheim. Und genau eine Woche später geht es zu den Dauerrivalen der Krefeld Pinguine. Emotionen sind also garantiert.