Eine Person arbeitet in einem Labor mit einem Reagenzglas

Stand: 02.01.2026 16:18 Uhr

Indische Arbeitnehmer verdienen in Deutschland am meisten, vor Beschäftigten aus Österreich, den USA und Irland. Das zeigt eine Studie des IW. Viele arbeiten in gut bezahlten MINT-Berufen. Eine Rolle spielt auch der Arbeitsort.

Indische Beschäftigte verdienen in Deutschland laut einer Untersuchung am besten. Das belegt eine Auswertung von 5.000 Vollzeitbeschäftigten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) auf Basis von Statistiken der Bundesagentur für Arbeit.

Der Bruttomedianlohn lag 2024 bei 5.393 Euro, wie das IW berichtet. Es folgen Österreicher (5.322 Euro), US-Amerikaner (5.307 Euro) und Iren (5.233 Euro). Deutsche Arbeitnehmer kommen auf ein mittleres Bruttoeinkommen von 4.177 Euro, ausländische insgesamt auf 3.204 Euro.

MINT und Arbeitsort zahlen sich aus

Der Grund für die hohen Einkommen: Viele indische Beschäftigte arbeiten in naturwissenschaftlich-technischen Berufen. Rund ein Drittel der 25- bis 44-jährigen vollzeitbeschäftigten Inder ist in diesem Bereich tätig. Da Fachkräfte in den sogenannten MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) gefragt sind, sind die Einkünfte hier besonders hoch.

Ein weiterer Grund für die hohen Löhne – auch bei Zugewanderten aus Österreich und den USA – ist laut IW, dass viele Beschäftigte in wirtschaftsstarken, urbanen Zentren mit höherem Lohnniveau arbeiteten. Seit 2012 wirbt die Bundesregierung gezielt um Fachkräfte aus Drittstaaten, vor allem für akademische MINT-Berufe.

Qualifizierte Zuwanderung wichtig

„Ohne qualifizierte Zuwanderung würde in der deutschen Wirtschaft schon heute kaum noch Wachstum möglich sein – gerade in den MINT-Berufen und bei der Innovationskraft“, sagt IW-Experte Axel Plünnecke. Die Fachkräftezuwanderung aus Indien sei „eine besondere Erfolgsgeschichte“.

Viele Inderinnen und Inder studierten in Deutschland und blieben anschließend hier. Zugleich leisteten sie Beiträge zur Forschung, heißt es in der Studie. Die jährliche Zahl der Patentanmeldungen von Erfinderinnen und Erfindern mit indischen Wurzeln verzwölffachte sich demnach in den Jahren zwischen 2000 und 2022.