Nach Datenschutzverhandlungen führt Meta gesponserte Inhalte im WhatsApp-Status ein. Der private Chat bleibt werbefrei, während neue Einnahmequellen für Unternehmen und Creator entstehen.

Nach monatelangen Verzögerungen durch Datenschutzauflagen rollt Meta ab sofort Werbung im Messenger WhatsApp für die Europäische Union aus. Ab dieser Woche sehen auch deutsche Nutzer erstmals gesponserte Inhalte.

Ein historischer Wendepunkt für den Messenger

Die lange Phase einer werbefreien WhatsApp-Nutzung in Europa ist damit beendet. Während der globale Rollout von Anzeigen in den Bereichen Status und Kanäle bereits Mitte 2025 begann, blieb die EU zunächst außen vor. Grund waren strenge Abstimmungen mit der irischen Datenschutzbehörde (DPC) und die komplexen Anforderungen der DSGVO. Nach einer sechsmonatigen Anpassungsphase hat Meta die Monetarisierungs-Features nun auch für den EU-Markt freigeschaltet.

Beobachter und Nutzer melden, dass die Auslieferung am Donnerstag, dem 1. Januar 2026, begann. Die Änderungen werden serverseitig verteilt – ein App-Update ist dafür nicht nötig. Dieser Schritt ist Teil der Meta-Strategie, die Erlösquellen jenseits von Facebook und Instagram zu diversifizieren und die enorme Reichweite von WhatsApp mit über zwei Milliarden Nutzern weltweit zu nutzen.

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Die Werbung ist strikt auf den Updates-Tab (ehemals Status) beschränkt. Damit bleibt die Kernfunktion der App – der private Chat – weiterhin werbefrei und übersichtlich. Meta betont, dass keine Anzeigen in persönlichen oder Gruppenchats erscheinen werden.

So sieht die Werbung in Status und Kanälen aus

Status-Anzeigen: Wer die flüchtigen Status-Updates seiner Kontakte ansieht, findet nun gesponserte Beiträge dazwischen. Es handelt sich um vertikale Vollbild-Videos oder -Bilder, klar mit „Gesponsert“ gekennzeichnet. Nutzer können wie gewohnt weiterwischen, um sie zu überspringen oder per Wisch nach oben auf eine Landingpage gelangen.

Beworbene Kanäle: Zusätzlich können Unternehmen bezahlen, um ihre Kanäle im Verzeichnis als „Beworben“ listet zu lassen. Dies soll die Auffindbarkeit von Marken und Creatoren in der unübersichtlichen Kanallandschaft verbessern. Die Vorschläge basieren laut Meta auf groben geografischen und sprachlichen Präferenzen, nicht auf Daten aus privaten Chats.

Datenschutz im Fokus: Die DSGVO-Kompromisse

Die Verzögerung für Europa war vor allem den strengen Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) geschuldet. Meta musste ein datenschutzfreundlicheres System für die Werbeauslieferung entwickeln als in anderen Regionen.

Die Zielgruppenansprache soll auf groben Daten-Signalen basieren, nicht auf der detaillierten Profilerstellung wie bei Facebook.
* Keine Chat-Auswertung: Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verhindere den Zugriff auf private Nachrichteninhalte. Die Werbung basiere daher nicht auf Stichwörtern aus Gesprächen.
* Weniger sensible Signale: Genutzt werden dürfen nicht-verschlüsselte Metadaten wie der ungefähre Standort (Stadt/Land), Gerätesprache oder Interaktionen mit öffentlichen Kanälen. Auch breite Interessenkategorien aus der verknüpften Nutzung von Facebook oder Instagram über das Konten-Center können einfließen.

Datenschützer sehen die strikte Trennung von Chat-Daten und Werbealgorithmen vorsichtig positiv, erwarten aber weiter scharfe Beobachtung durch die irische Aufsichtsbehörde.

Neue Erlösmodelle für Marketing und Creator

Für die digitale Marketing-Branche eröffnet sich mit WhatsApp ein riesiger neuer Kanal. Mit historisch extrem hohen Öffnungsraten von rund 98 Prozent erreicht die Plattform eine Aufmerksamkeit, die E-Mail und klassische Social Feeds kaum bieten können.

Geld verdienen mit Kanälen: Das Update bringt auch Monetarisierungs-Tools für Kanal-Betreiber. Creator können nun bezahlte Abonnements für Premium-Inhalte anbieten – ein Feature, das nach Tests in anderen Märkten nun in Europa startet. Medien, Influencer und Experten können so ihre Follower direkt in der App monetarisieren. Meta behält einen Anteil der Abo-Einnahmen ein.

Gleichzeitig hat Meta zum Jahresbeginn auch die Preise für die Geschäftskommunikation (WhatsApp Business API) angepasst. Analysten sehen darin einen strategischen Schub: Hohe Infrastrukturkosten machen die Monetarisierung der lange kostenlosen App unausweichlich.

Ausblick: Vom Messenger zur Handelsplattform?

Der Rollout in Deutschland und der EU wird schrittweise erfolgen. Die meisten Nutzer werden die Anzeigen in den kommenden Wochen zu sehen bekommen, die vollständige Verbreitung wird für das erste Quartal 2026 erwartet.

Experten prognostizieren, dass Meta künftig Handelsfunktionen direkt in die Werbeformate integrieren wird. Das Ziel ist ein „Klick-zum-Chat“-Ökosystem: Ein Nutzer sieht eine Status-Anzeige, startet per Wisch einen Chat mit dem Unternehmen und tätigt einen Kauf, ohne die App zu verlassen. Diese „Super-App“-Strategie ähnelt der von WeChat in China.

Für europäische Nutzer bedeutet dies eine neue Realität: Der „Updates“-Tab ist nicht mehr nur ein sozialer Feed, sondern auch ein Marktplatz. Während die Privatsphäre im Posteingang durch Verschlüsselung geschützt bleibt, ist der Rand der WhatsApp-Erfahrung nun offen fürs Geschäft.

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