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Wintereinbruch, Sturm und Hochwasser im Norden (4 Min)
Stand: 02.01.2026 23:37 Uhr
Schnee und Eis haben in ganz Norddeutschland Straßen in Rutschbahnen verwandelt und zu zahlreichen Unfällen geführt. In der Nacht zu Sonnabend soll es noch glatter werden, wenn der Schneematsch gefriert. So waren A7 und A23 zeitweise wegen einer Eisschicht gesperrt.
Ab Henstedt-Ulzburg war die A7 wegen extremer Glätte am späten Nachmittag Richtung Hamburg gesperrt worden. Ein Wagen hatte sich gedreht, woraufhin die Polizei feststellte, dass sich auf der Fahrbahn eine Eisschicht gebildet hatte. Nachdem die Strecke gestreut worden war, wurde sie gegen 20 Uhr wieder freigegeben. Auch die A23 wurde zwischen Pinneberg-Süd und Halstenbek/Rellingen wegen extremer Glätte gesperrt.
Glatte Straßen in der Nacht: Schneematsch wird bei Frost zu Eis
Für die Nacht zu Sonnabend warnen Meteorologen verbreitet vor vereisten Straßen. Wetter-Experte Frank Böttcher sagte NDR Info: „Die Straßen werden durch überfrierende Nässe teils spiegelglatt sein. Schneematsch wird sich in Eis verwandeln. Es gibt Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes für die kommende Nacht für fast alle Teile Norddeutschlands.“
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet bis Samstagabend stürmische Böen an der ostfriesischen Küste. Für den ganzen Norden werden vereinzelte kurze Wintergewitter mit Graupel oder Schnee erwartet und zudem vor der Gefahr von Sturmböen bis 85 km/h (Stärke 9) gewarnt. In einem Streifen von Ostfriesland bis in die Lüneburger Heide erwartet der DWD bis zu 15 Zentimeter Neuschnee. Die Temperaturen sollen über Nacht zwischen -1 und -7 Grad liegen. Am Tag steigen die Werte nur wenig: Die Temperaturen sollen um den Gefrierpunkt liegen.
Am Freitag hatte es in Norddeutschland viele Wolken mit Schneeregen- und Schneeschauern, vereinzelt Graupelgewitter, an der See auch Regenschauer gegeben. Die Temperaturen erreichten maximal 0 bis 5 Grad. Das führte zu vielen Problemen im Verkehr.
Hamburg: Köhlbrandbrücke gesperrt, Probleme am Airport
Die Stadtreinigung Hamburg war mit rund 600 Einsatzkräften und 260 Fahrzeugen im Einsatz. Die Köhlbrandbrücke musste zeitweise voll gesperrt werden, weil sich ein Lkw quergestellt hatte und nicht weiterfahren konnte. Probleme gab es auch bei der S-Bahn und auf vielen Buslinien. Laut HVV waren bis zum Abend alle Linien betroffen, Grund seien „witterungsbedingte Störungen“. Die gab es auch am Hamburger Flughafen, wo viele Flüge verspätet abheben konnten und rund 20 ganz ausfielen.
Die Polizei berichtete von mehreren Glatteisunfällen: In Rothenburgsort wurde ein Mann lebensgefährlich verletzt, als er sein Auto von Schnee befreien wollte; er wurde von einem Lastwagen erfasst. Ebenso wie eine Frau in Wandsbek: Ein Lkw-Fahrer konnte an einer Ampel nicht rechtzeitig stoppen. Vor dem Elbtunnel Richtung Süden staute sich der Verkehr auf der A7 am Freitagabend auf mehr als 15 Kilometer. Ursachen waren Glätte und Unfälle.

Wegen glatter Straßen kam es zu zahlreichen Unfällen. Auch der Räumungsdienst kam zunächst kaum hinterher.
Niedersachsen: Wetterbedingte Unfälle, Ski-Betriebe geöffnet
Schnee und Glätte haben auch in Niedersachsen zu Unfällen geführt. Unter anderem gab es auf der A27 bei Bremen rund ein Dutzend Unfälle, wie die Polizei mitteilte. Ein 27-Jähriger wurde dabei leicht verletzt. Bei Westerstede kam ein Fahrer mit seinem Wagen von der Straße ab und kollidierte mit einem Baum. Er wurde leicht verletzt.
Zum Jahreswechsel war in den Wintersportorten im Harz Schnee gefallen. Die ersten Ski- und Rodellifte haben ihren Betrieb aufgenommen. Starker Wind sorgte aber am Freitag noch für Einschränkungen. Der Deutsche Wetterdienst warnt bis Sonnabendabend entlang der ostfriesischen Küste vor Sturmböen.

Weitere Skigebiete wollen am Samstag den Betrieb aufnehmen. Wegen Sturmböen war Wintersport bislang nicht möglich.
Schleswig-Holstein: 170 Glätteunfälle
In Schleswig-Holstein gab es rund 170 Unfälle aufgrund des Wetters, vor allem im Süden des Landes. Meist blieb es bei Blechschäden, vereinzelt kam es zu leichten Verletzungen. Dazu kamen fast 30 Feuerwehr-Einsätze, weil Äste oder Bäume unter der Schneelast auf die Straßen gefallen waren.
In Südholstein hatte Glätte bereits am 1. Januar zu zahlreichen Unfällen geführt. Auf der A21 überschlug sich ein 24-Jähriger bei Trappenkamp mit seinem Wagen und blieb auf dem Dach liegen. Er musste von den Einsatzkräften aus dem Auto befreit werden. Zudem war ein Feuerwehrmann auf dem Weg zu einem Einsatz tödlich verunglückt.
MV: Warnung vor Sturmböen an der Küste und auf Rügen
Schneefall und kräftiger Wind haben den ersten Arbeitstag des neuen Jahres in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns begleitet. An einigen Orten musste die Feuerwehr ausrücken, um umgestürzte Bäume von der Straße zu räumen. Zwischen Abtshagen und Steinhagen (beide Landkreis Vorpommern-Rügen) ist ein Lastwagenfahrer schwer verletzt worden. Nach Angaben der Polizei kam er mit seinem Fahrzeug bei Glatteis von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum.
Für die vorpommersche Küste und Rügen warnt der Deutsche Wetterdienst bis Sonnabendfrüh vor Sturmböen der Stärke sieben. Die Fähren von Rostock nach Gedser und auch die Schiffsverbindungen nach Hiddensee, die am Neujahrstag wegen der stürmischen See unterbrochen worden waren, verkehren aber wieder.

Laut Meteorologe Kent Heinemann droht vor allem in den Morgenstunden extreme Glätte. Die Nächte werden kalt, das bedeutet: Der Schnee bleibt erst mal liegen.

Scheefall sorgt im Harz und im Nordosten Niedersachsens für glatte Straßen. An der Nordsee gibt es Sturmflut-Warnungen.

In Schwerin waren die Rodelpisten nach einer Stunde Schneefall schon besetzt. Auf den Straßen kamen Autos in Rutschen.

Es gab mehrere Unfälle. Auf der A7 zwischen Schnelsen-Nord und Quickborn stießen ein Lieferwagen und ein Sattelzug zusammen.

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