Oberhalb der endlosen Sandstrände der Costa Blanca erhebt sich die Sierra de Aitana. Die Gebirgskette ist ein Paradies für Naturliebhaber und bietet bei klarem Wetter einen herrlichen Blick aufs Mittelmeer. Am Fuße der Berge liegt das Städtchen La Nucia, das im historischen Kern mit seinen weißen Häusern und seinen engen, gepflasterten Gassen einen mediterranen Charme versprüht. Die 20.000 Einwohner zählende Gemeinde bildet einen Gegenentwurf zum touristischen Trubel von Benidorm, wo sich in nur zehn Kilometer Entfernung Hotelhochbauten aufreihen. Wer nach La Nucia kommt, möchte Spanien in seiner traditionellen Art erleben.

Oder aber die für Sportmannschaften perfekten Trainingsbedingungen genießen. 2012 wurde der Gemeinde aus der Provinz Alicante die Auszeichnung Europäische Sportstadt verliehen, mit der 56 Millionen Euro teuren Sportstadt Camilo Cano setzt La Nucia Maßstäbe. Der 400.000 Quadratmeter große Komplex umfasst unter anderem zahlreiche Fußballfelder, deren Qualität Vereine aus ganz Europa anlockt. Einer von ihnen ist der 1. FC Köln, der sich seit Freitag in La Nucia auf die zweite Saisonhälfte in der Fußball-Bundesliga vorbereitet.

Es geht darum, in Heidenheim auf den Punkt da zu sein. Dafür wollen wir die Woche optimal nutzen.

Lukas Kwasniok, FC-Trainer

Am frühen Nachmittag trafen Lukas Kwasniok und seine Spieler am Fünf-Sterne-Hotel Barcelo La Nucia Hills ein, das dem Aufsteiger eine Woche lang als Herberge dient. Das Camilo Cano, auf dem der FC am späten Nachmittag seine erste Trainingseinheit des neuen Jahres abhielt, liegt nur ein paar Autominuten entfernt. Das Gelände gleicht derzeit einer Großbaustelle – offenbar ist man in La Nucia fest gewillt, seinen Status als Trainingslagerhochburg weiter auszubauen.

Die Costa Blanca nahm die Gäste aus dem eisigen Rheinland bei milden 15 Grad Celsius in Empfang, der Himmel präsentierte sich überwiegend wolkig. Die Wettervorhersage für die nächsten Tage fällt allerdings wechselhaft aus. Für Sonntag und Montag ist teils kräftiger Niederschlag angekündigt. Den perfekt hergerichteten Rasenplätzen des Camilo Cano steht demnach wohl eine Belastungsprobe bevor. Mitte kommender Woche soll sich das Wetter wieder stabilisieren.

Zum Start ins Trainingslager beließ es Lukas Kwasniok bei einem lockeren Einstieg; das erste Mannschaftstraining nach zweiwöchiger Pause dauerte rund 90 Minuten und diente in erster Linie der körperlichen Aktivierung. Mit Ausnahme von Innenverteidiger Joel Schmied, der seine Reha am Rande des Trainingslagers fortsetzt, konnten alle aktuell verfügbaren Spieler an der Einheit teilnehmen.

Dass wir im hinteren Bereich aufgrund der Verletzungen einen gewissen Bedarf haben, steht außer Frage. Aber auch für den Fall der Fälle, dass niemand Neues mehr dazustoßen sollte, glaube ich, dass wir gewappnet sind.

Lukas Kwasniok, FC-Trainer

Im Anschluss an den Aufgalopp zeigte sich Kölns Trainer angetan von den bisherigen Eindrücken im Südosten Spaniens: „Ich finde, die Rahmenbedingungen sind top. Wenn man sich die Witterungsbedingungen in Deutschland anschaut, haben wir, glaube ich, die richtige Wahl getroffen“, freute sich Lukas Kwasniok, der für die kommenden Tage ein umfangreiches Programm ankündigte: „Wir haben keine Zeit. In sieben Tagen geht es in Heidenheim weiter, das ist kein so leichtes Unterfangen. Es geht darum, in Heidenheim auf den Punkt da zu sein. Dafür wollen wir die Woche optimal nutzen.“

Kwasniok äußerte sich auch zu möglichen Neuzugängen: „Wir sind schon am Werkeln, aber der Wintertransfermarkt ist komplex. Dass wir im hinteren Bereich aufgrund der Verletzungen einen gewissen Bedarf haben, steht außer Frage. Aber auch für den Fall der Fälle, dass niemand Neues mehr dazustoßen sollte, glaube ich, dass wir gewappnet sind. Das ist meine Aufgabe, dafür werde ich gut bezahlt.“ Weitere Abgänge neben Jusuf Gazibegovic zeichneten sich derzeit nicht ab. Es sei „nichts im Busch“, berichtete Kwasniok und fügte an: „Ich habe auch nicht den Eindruck, dass jemand unbedingt weg möchte.“