Erneut ist die Berliner Stadtmission Ziel eines Angriffs geworden. In einer Story auf Instagram teilte der Hilfsverein am Donnerstag mit, dass der dritte Kältebus angezündet wurde, ein Verdächtiger jedoch gefasst werden konnte. „Wir gehen davon aus, dass das Grauen damit vorbei ist“, sagt Stadtmission-Sprecherin Barbara Breuer.
Den Polizei-Angaben zufolge hatten zwei Zeugen den Mann am Donnerstag gegen 14.30 Uhr dabei beobachtet, wie er auf einem Parkplatz in der Lehrter Straße in Moabit an einem Bus hantierte. Kurze Zeit später war ein Feuer an dem Fahrzeug zu sehen. Die beiden Sicherheitsmitarbeiter der Stadtmission hätten den mutmaßlichen Brandstifter festgehalten und den Brand gelöscht. Der Kältebus sei stark beschädigt worden.
Erneut Kältebus in Berlin angezündet – Verdächtiger selbst obdachlos
Polizisten nahmen den 43 Jahre alten Mann fest. Eine Atemalkoholmessung ergab einen Wert von circa 1,6 Promille. Für eine Blutentnahme wurde der Mann in ein Gewahrsam gebracht und anschließend für ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes eingeliefert. Er wurde im Laufe des Freitags einem Haftrichter zur Prüfung eines Haftbefehls vorgeführt, der auch erlassen wurde. „Inwieweit diese Tat mit einer ähnlich gelagerten Brandstiftung an einem Kältebus am 28. Dezember im Zusammenhang stehen könnte, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen“, teilte die Polizei mit.

Am vergangenen Wochenende wurde ein Kältebus in Moabit angezündet.
© Berliner Stadtmission | Berliner Stadtmission
Der Tatverdächtige habe die ungarische Staatsangehörigkeit und habe keinen festen Wohnsitz, wie die Polizei weiter erklärt – zuerst berichtete die „B.Z.“. Darüber hinaus sei der Mann der Polizei bekannt – inwiefern, ließ eine Sprecherin auf Anfrage der Berliner Morgenpost offen.
Die Stadtmission schrieb auf Instagram, dass man dankbar sei, dass der Fall so vermutlich abgeschlossen werden könne und die Mitarbeitenden wieder sicher seien. „Danke für euren Zuspruch und eure Unterstützung in den letzten Tagen.“
Zwei Kältebusse am vergangenen Wochenende in Brand gesteckt
Am vergangenen Wochenende waren zwei Kältebusse angezündet worden. Danach erfuhr die Stadtmission große Unterstützung und viel Solidarität. „Andere Träger und Unternehmen aus Berlin haben ihre Hilfe angeboten“, sagte Stadtmissionssprecherin Barbara Breuer. Auch Geldspenden seien angekommen.
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Die Gebewo, ein sozialer Träger, der ebenfalls in der Obdachlosenhilfe aktiv ist, hatte sich bereit erklärt, einen Bus auszuleihen. So konnten die Kältebusfahrten weiter stattfinden. Um den lückenlosen Betrieb in den kommenden kalten Nächten sicherzustellen, konnte die Stadtmission am 2. Januar nun auch zwei weitere Ersatzbusse abholen. Die Allround Autovermietung und der Verein Zukunftssicherung Berlin stellen zwei Fahrzeuge zur Verfügung. So ist die Stadtmission, wie gewohnt, mit drei Bussen unterwegs.
Kältebus angezündet: Video soll Festnahme zeigen
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Bus war Sonderanfertigung – Neuauslieferung dauert
Die Mitarbeiter seien zunächst niedergeschlagen gewesen, hätten durch die große Hilfsbereitschaft neuen Mut gefasst. Bis die Kältehilfe wieder wie gewohnt helfen kann, wird aber noch Zeit vergehen. So seien die Busse Spezialanfertigungen gewesen, die über Rampen für Rollstuhlfahrer, eine Theke für Essensausgabe und Schubladen für Hilfsmittel und warme Kleidung verfügten. Immerhin: Das Fahrzeug von Zukunftssicherung Berlin verfügt ebenfalls über eine Rampe.
Die Kosten für so einen Bus liegen mit Sonderausstattung bei rund 70.000 Euro. „Die Anfertigung dauert bestimmt ein paar Monate. Die gibt es nicht von der Stange“, so Breuer. Die Stiftung der Deutschen Bahn spendete 70.000 Euro für neue Fahrzeuge.