Gemäß der im September 2025 erlassenen Proklamation 10976 unterliegen Holzprodukte derzeit einem Zoll von 10 % auf Rohholz und 25 % auf verarbeitetes Holz. Diese Zölle sollen ab Anfang 2026 deutlich auf 30 % bzw. 50 % steigen. Durch die Verschiebung der Einführung der höheren Zölle bleiben die aktuellen Zollsätze bestehen. Die Vereinigten Staaten erklärten, diese Entscheidung solle Spielraum für laufende Handelsverhandlungen schaffen und gleichzeitig die Ziele der wirtschaftlichen Sicherheit und der Stabilität der Lieferketten gewährleisten. Zukünftige Zollanpassungen werden direkt vom Ergebnis der Verhandlungen abhängen, was darauf hindeutet, dass Zölle weiterhin als strategisches Verhandlungsinstrument und nicht nur als protektionistische Maßnahme eingesetzt werden.

Es ist wichtig klarzustellen, dass es sich hierbei nicht um eine Verschiebung der Zolleinführung, sondern lediglich um eine Verschiebung der Zollerhöhung handelt. Importierte Holzprodukte in die USA unterliegen weiterhin den Zöllen gemäß Abschnitt 232 in Höhe von 10 % und 25 %. Trotz zahlreicher Herausforderungen wird für die vietnamesischen Holzexporte in die USA im Jahr 2025 ein weiteres Wachstum erwartet. Daher ist diese Entscheidung von großer Bedeutung. Die Vermeidung des Zollschocks zu Jahresbeginn hilft Unternehmen, Aufträge zu sichern, Preise zu stabilisieren und gibt ihnen mehr Zeit, ihre Marktstrategien anzupassen.

Es muss klargestellt werden, dass die Entscheidung, die Erhöhung der Zölle gemäß Abschnitt 232 zu verschieben, in keinem Zusammenhang mit den endgültigen Urteilen des Obersten Gerichtshofs der USA zum Gegenseitigkeitszollabkommen steht. Denn die Zölle gemäß Abschnitt 232 werden aus Gründen der nationalen Sicherheit erlassen und fallen in die Zuständigkeit der Exekutive. Sie sind rechtlich und operativ von den Gegenseitigkeitszöllen gemäß dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) getrennt. Daher bleiben die Holzzölle gemäß Abschnitt 232 unabhängig von etwaigen gerichtlichen Anpassungen im Zusammenhang mit den Gegenseitigkeitszöllen in Kraft.

Mittelfristig bleibt die Lage mit Risiken behaftet. Die Vereinigten Staaten weiten ihre Untersuchungen aus und wenden Abschnitt 232 auf viele weitere Importkategorien an. Es ist nicht auszuschließen, dass die Zölle auch 2026 weiterhin angepasst werden, um Verhandlungsziele zu erreichen oder interne wirtschaftliche und politische Zwänge abzufedern. Für die vietnamesische Holzindustrie sollte das Jahr 2026 als eine Phase relativer Stabilität, aber noch nicht der Sicherheit, betrachtet werden. Dies erfordert eine genaue Beobachtung der Politik, einen proaktiven Dialog mit den USA und die Ausarbeitung langfristiger Reaktionsszenarien.

Laut US-Daten für die ersten neun Monate des Jahres 2025 erreichten Vietnams Möbelexporte rund 10 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 10 % gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2024, und machten etwa 21 % der gesamten US-Importe dieser Produktgruppe aus.

Quelle: https://moit.gov.vn/tin-tuc/hoa-ky-hoan-tang-thue-go-theo-muc-232-hanh-dong-dieu-chinh-chien-thuat-khong-gan-voi-phan-quyet-ve-thue-doi-ung.html