Das größte Projekt kostet 10,4 Millionen Euro, die längste Baustelle dauert voraussichtlich drei Jahre: Die Technischen Betriebe Velbert (TBV) haben für 2026 viel geplant in Velbert-Neviges und Tönisheide. Was genau, ist im Wirtschaftsplan der TBV vermerkt, der zuletzt im TBV-Verwaltungsrat auf der Tagesordnung stand. Die WAZ hat ihn sich näher angeschaut und stellt hier einige Projekte vor.

Einem Flickenteppich gleicht auch die Ecke Schubertstraße/Beethovenstraße. Auch hier soll alles neu gemacht werden.
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In Tönisheide müssen sich die Anwohner des Wohngebietes Kirchstraße/Schubertstraße /Beethovenstraße auf längere Beeinträchtigungen einstellen, denn vom vierten Quartal 2026 bis Ende 2029 wird hier laut Plan ordentlich gebuddelt. So lange dauert voraussichtlich die umfangreiche Sanierung der genannten Straßen, die zum Teil erheblich beschädigt sind. Die Arbeiten werden den Anliegern bei einem Beteiligungsverfahren erläutert und mögliche Veränderungen der öffentlichen Verkehrsflächen abgestimmt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwas mehr als vier Millionen Euro, abgerechnet werden soll nach dem Kommunalen Abgabengesetz (KAG), sodass laut Kalkulation die TBV lediglich 650.000 Euro berappen müssen. Im Zuge der Straßensanierung werden hier auch gleich die Kanäle komplett erneuert, das lassen sich die TBV 2,7 Millionen Euro kosten. Einen neuen Kanal bekommt ebenfalls die Blücherstraße in Neviges, die Arbeiten dauern voraussichtlich ein Jahr, von Frühsommer 2026 bis zum zweiten Quartal 2027 und kosten 765.000 Euro.
Förderung für Projekte in Velbert-Neviges

Viel Grau und wenig Leben: Die Umgestaltung der Fußgängerzone ist ein Teil des Projektes, die Innenstadt von Neviges attraktiver zu machen.
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Die Innenstadt von Neviges attraktiver zu gestalten, ist mit einem Finanzvolumen von 10,4 Millionen Euro der größte Brocken im Programm der TBV. Das Projekt läuft über vier Jahre und wird zu 70 Prozent aus Mitteln der Städtebauförderung finanziert, sodass sich die Kosten für die TBV auf 2,35 Millionen Euro belaufen. Unter anderem sollen die Eingänge zur Innenstadt und die Fußgängerzone neu gestaltet werden, in Planungen aus dem Jahr 2023 waren hier zum Beispiel mehr Bäume vorgesehen. Die Gestaltung, so heißt es im Wirtschaftsplan, werde im Rahmen von Öffentlichkeitsbeteiligungen abgestimmt. Voraussichtlich im dritten Quartal 2026 sollen die Arbeiten beginnen und Ende 2030 beendet sein, so zumindest ist der Plan.
Neuer Zugang zum Marienberg

Soll neu gebaut werden: Die Gewölbebrücke, die zum Marienberg und zum katholischen Friedhof führt.
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Gleich zwei Projekte stehen an der Bernsaustraße an: Im Bereich zwischen der Deilbachbrücke und der Kreuzung Bernsaustraße/Am Marienberg soll in Höhe des Bernsaustraße 16 der Hardenberger Bach freigelegt werden. Das gesamte Bachbett weise Risse und erhebliche Korrosionsschäden auf. Eine Sanierung, so heißt es im Wirtschaftsplan, würde den Bachquerschnitt verengen und den Abfluss noch weiter verschlechtern. Daher sei eine Offenlegung die bessere Alternative, auch unter ökologischen Gesichtspunkten. Die Arbeiten, die entlang der Hausnummer Bernsaustraße 16 laufen, beginnen voraussichtlich im ersten Quartal 2026 und sollen Ende 2027 abgeschlossen sein.
Abweichungen nicht ausgeschlossen
Der Text bezieht sich ausschließlich auf die öffentliche Vorlage für den TBV-Verwaltungsrat.
Mögliche Abweichungen sind nicht vermerkt.
Nahezu zeitlich parallel und in unmittelbarer Nähe zur Bach-Offenlegung soll die Brücke an der Straße Am Marienberg neu gebaut werden. Der neu gebaute Zugang zum Marienberg und zum katholischen Friedhof war ursprünglich schon für das Jahr 2025 geplant. Die Gewölbebrücke, die auf den ersten Blick gar nicht wie eine Brücke aussieht, ist in einem dermaßen schlechten Zustand, dass sie für voraussichtlich mehr als eine Million Euro komplett neu gebaut werden muss.
Spielplatz-Neubau mit Verspätung

Wird abgerissen und neu gebaut: Der Spielplatz im Stadtgarten soll schöner werden.
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Völlig neu gestaltet wird auch der Spielplatz im Stadtgarten Neviges. Schaukel, Spielholz, die Kinderwippe, sie alle sehen ziemlich traurig aus, auch an dem Sandkasten hat der Zahn der Zeit reichlich genagt. Das alles wird abgerissen und macht Platz für neue Spielgeräte. Losgehen soll es im zweiten Quartal 2026, Ende 2026 soll der Spielplatz fertig sein. Und damit ziemlich genau ein Jahr später als vorgesehen. Nach der ursprünglichen Planung sollten hier schon zum Jahresende 2025 neue Spielgeräte stehen. Geblieben ist die Investitionssumme: 250.000 Euro kostet der neue Spielplatz voraussichtlich, der in unmittelbarer Nähe des „Grünen Pfades“ liegt.

Auch der Sandkasten hat schon bessere Tage gesehen.
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Letzter Bauabschnitt im Quartier Bogenstraße
Weiter gehen die Arbeiten im Quartier Bogenstraße, im dritten Bauabschnitt werden nun im Bereich der David-Peters-Straße, der Paulstraße und der unteren Bogenstraße die Straßen neu gemacht. Begonnen haben die umfangreichen Arbeiten in diesem Quartier bereits 2024, im Moment „wandert“ die Baustelle auf der Bogenstraße nach der „Haarnadelkurve“ gerade weiter in Richtung Wilhelmstraße. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 2,3 Millionen Euro, abgerechnet wird nach dem Kommunalen Abgabegesetz, sodass die TBV hier noch 1,1 Millionen zahlen. Die Straßen in diesem Quartier zu sanieren und hier Kanäle neu zu bauen, das war in Neviges neben dem Neubau des Domparkplatzes im Jahr 2025 das größte Projekt der TBV. Dass sich Arbeiten verzögern können, liegt auch immer am Wetter. So kann zum Beispiel Asphalt nicht unter fünf Grad eingebaut werden, und es muss trocken sein. Die hier aufgezählten Projekte für das Jahr 2026 sind nur die größeren Arbeiten, insgesamt haben die TBV viel vor in Neviges.