Die vertraulichen Beschwerden wurden der russischen Menschenrechtsbeauftragten Tatjana N. Moskalkowa vorgelegt, die Putin unterstellt ist. Nach einem Fehler ihres Büros wurden Beschwerden, die zwischen April und September eingereicht worden waren, offenbar online zugänglich gemacht. Das berichtete Maxim Kurnikov, der Gründer und Herausgeber von Echo, einem russischen Online-Nachrichtenportal in Berlin. Er und sein Team sammelten die Dateien und stellten sie der „New York Times“ zur Verfügung. Deren Mitarbeiter überprüften die Dokumente und kontaktierten auch Betroffene.
Seit dem Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffs auf die Ukraine hat es Beschwerden von russischen Soldaten gegeben. Schon im Juli 2023 veröffentlichten russische Soldaten des 96. Regiments ein Video, in dem sie schwere Vorwürfe gegen Vorgesetzte und Putin richteten. Eine Gruppe russischer Soldaten berichtete im Februar 2024 in einem Video über menschenverachtende Praktiken an der Front und äußerte die Befürchtung um ihr Leben.