Eine internationale Studie der Karl Landsteiner Privatuniversität Krems (KL Krems) zeigt, dass Noro- und Adenoviren über längere Zeit in freilebenden Amöben überdauern können, die in natürlichen und technischen Wassersystemen weit verbreitet sind. Die Viren können sich in verschiedenen Entwicklungsstadien der Einzeller „verstecken“, bleiben infektiös und werden von den Amöben geschützt und transportiert. Damit könnten freilebende Amöben bislang unterschätzte Reservoirs und Übertragungsvehikel für Magen-Darm-Viren sein und erklären, warum diese in manchen Wassersystemen länger nachweisbar sind als erwartet, berichtet die KL Krems.

Die Forschenden untersuchten verschiedene häufig vorkommende Amöbenarten und zeigten mithilfe molekularbiologischer und mikroskopischer Methoden, dass intakte, infektiöse Viruspartikel über Tage hinweg in den Zellen erhalten bleiben. Da freilebende Amöben sehr widerstandsfähig gegenüber gängigen Desinfektionsmitteln sind, überstehen sie in ihrer Ruheform, der Zyste, hohe Dosen gängiger chemischer Desinfektionsmittel wie Chlor. Unter solchen Bedingungen werden viele andere Mikroorganismen hingegen inaktiviert. Wenn pathogene Viren von Amöben aufgenommen und mittransportiert werden, können sie daher möglicherweise einzelnen Barrieren in Aufbereitungs- und Sanitärsystemen entgehen. Laut der Studie sind solche Amöben-assoziierten Viren nicht nur für die Trinkwassergewinnung relevant, sondern auch für abwasserbelastete Badegewässer und für Systeme der Wasserwiederverwendung. Hier geht es weiter………