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Die Ölpreise verzeichneten 2025 den größten Jahresverlust seit der Corona-Pandemie. Das kam der russischen Wirtschaft teuer zu stehen. 2026 könnte das nächste Öl-Dilemma bevorstehen.
Moskau – Das Jahr 2025 brockte der russischen Wirtschaft massive Verluste ein und beim Öl bekam Kremlchef Wladimir Putin immer wieder Probleme. Im Dezember 2025 wurde Russlands Öl sogar deutlich unter dem Brent-Preis gehandelt: Der Preis für die russische Sorte Ural fiel auf 33–34 US-Dollar pro Barrel zwischen dem 22. und 28. Dezember. Für die russische Kriegswirtschaft bedeutete das nichts Gutes – bleibt sie im neuen Jahr von den Ölproblemen verschont?
Verluste für Russlands Wirtschaft wegen niedrigen Ölpreisen – Hürden bei staatlichen Förderungen
Es war insgesamt ein hartes Jahr für die russische Wirtschaft: Sanktionen erschwerten die Ölgeschäfte und setzten die russischen Ölexporteure unter Druck. Besonders die Maßnahmen von US-Präsident Donald Trump gegen die beiden Raffinerien Rosneft und Lukoil schränkten die Ölverkäufe stark ein und wichtige Handelspartner zögerten mit dem Kauf russischen Öls. Berichte über mit russischem Öl beladene Frachter auf hoher See, die ihre Ladungen offenbar nicht loswerden, bestärken die Theorie über die Exportprobleme. Dabei ist der Verkauf russischen Öls eine wichtige Einnahmequelle für den Kremlchef, um die Kriegswirtschaft zu finanzieren.
Igor Artemjew, Leiter der Internationalen Warenbörse St. Petersburg, schätzt Russlands Verluste auf „Billionen von Dollar“ aufgrund der Hürden beim Ölverkauf. Zudem könnten russische Ölprojekte Experten zufolge auf der Kippe stehen. Der Kreml versucht zwar, die Projekte durch Fördermittel zu unterstützen, doch offenbar ist nicht allen damit geholfen.
Die Ölpreise verzeichneten 2025 den größten Jahresverlust seit der Corona-Pandemie. Das kam der russischen Wirtschaft teuer zu stehen. © © IMAGO / SNA / Archivbild
Viele russische Unternehmen seien dank staatlicher Steuererleichterungen weiterhin profitabel. Aber: „Einige Ölprojekte schreiben Verluste, unter anderem aufgrund der Komplexität der Förderung“, sagte Kirill Bakhtin von BCS World of Investments gegenüber Reuters.
Ölpreise gerieten 2025 unter Druck – Einbruch hat auch Folgen für die russische Wirtschaft
Doch nicht nur Russlands Ölpreise gerieten unter Druck: Insgesamt war 2025 ein schwaches Jahr für die Ölpreise, die den größten Jahresverlust seit 2020 verzeichneten. Die Referenzsorten Brent und WTI fuhren laut Reuters im Jahr 2025 einen jährlichen Verlust von fast 20 Prozent ein. Für die Ölsorte Brent war es das dritte Verlustjahr in Folge.
Zu Beginn dieses Jahres konnten sich einige Ölsorten jedoch ein wenig erholen. Der Preis für die Brent-Rohöl-Futures stieg am Freitag (2. Januar 2026) um 14 Cent auf 60,99 US-Dollar pro Barrel, während der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate bei 57,56 US-Dollar pro Barrel lag (ein Plus von 14 Cent).
Überschuss beim Öl könnte die Preise drücken – und Einnahmen von Russlands Wirtschaft schmälern
In diesem Jahr könnten die Ölpreise wegen eines Überangebots weiterhin unter Druck stehen. Für das Unternehmen Argus Media ist unlängst klar, dass es zu einem Überangebot beim Rohöl kommen wird. Die Frage sei nicht, ob es ein Überangebot geben werde, sondern wie groß. Das Unternehmen geht von einem Überangebot von etwa 1,5 Millionen Barrel pro Tag aus. „Das wirft die Frage auf, ob die Opec+-Gruppe unter Führung Saudi-Arabiens und Russlands ihre geplanten Produktionssteigerungen fortsetzen und damit frühere freiwillige Förderkürzungen von insgesamt 1,65 Mio. Barrel pro Tag zurücknehmen kann“, heißt es in einer Mitteilung, die unserer Redaktion vorliegt.
Die Mitglieder des Ölkartells Opec+ hatten für das erste Quartal 2026 angekündigt, die Produktion nicht zu erhöhen, was laut Argus Media auf ein Überangebotsrisiko zu deuten ist. Ab dem zweiten Quartal könnte es aber wieder anders aussehen. Opec+ könnte die Produktion erneut erhöhen und die „Förderhähne wieder weiter öffnen“, sofern die Rohölpreise nicht auf das mittlere 50-Dollar-Niveau pro Barrel abstürzen. Im Falle eines Überangebots würden die Preise erneut unter Druck geraten. Für Russlands Wirtschaft könnte ein Ölüberschuss zu geringeren Einnahmen beim Ölgeschäft führen, da russisches Öl erneut unter dem durchschnittlichen Wert gehandelt werden könnte. (Quellen: Mitteilung von Argus Media, Moscow Times, Reuters)