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Mordversuch in Stuhr? Polizeibeamte haben den Tatablauf am 3. Juni 2025 rekonstruiert, nachdem im April Schüsse aus einem Auto fielen, die zwei Menschen verletzten. © privat
Der Prozess wegen eines versuchten Mordes in Stuhr beginnt am 13. Januar 2026 in Verden. Die Anklage wirft einem Duo, das aus einem fahrenden Auto geschossen hatte, Heimtücke vor.
Stuhr – Schüsse aus einem fahrenden Auto auf Männer in Stuhr-Seckenhausen hatten im April 2025 für Schlagzeilen gesorgt. Im Juli verkündete die Polizei Diepholz einen Ermittlungserfolg ihrer Mordkommission „Container“. Zwei Tatverdächtige aus Bremen, heute 28 und 33 Jahre alt, sind damals festgenommen worden. Ab Dienstag, 13. Januar 2026, muss sich das Duo unter anderem wegen versuchten Mordes vor der 10. Großen Strafkammer am Landgericht Verden verantworten. Der Prozess soll um 13.30 Uhr beginnen.
Schüsse in Stuhr: Staatsanwaltschaft sieht Mordmerkmal Heimtücke als erfüllt an
Die Staatsanwaltschaft Verden geht laut Gerichtssprecher Jens Niemeyer von Heimtücke als Mordmerkmal aus und hat eine entsprechende Anklage zum Schwurgericht erhoben. Der 33 Jahre alte Angeklagte soll vor der am Nachmittag des 5. April 2025 verübten Tat mit einem der beiden damals 54 und 67 Jahre alten Geschädigten zuvor in Streit geraten sein. Es sei um finanzielle Dinge gegangen. Welcher Art, konnte der Sprecher des Landgerichts allerdings nicht sagen.
Gedroht haben soll der 33-Jährige aber damit, „gleich wiederzukommen“. Und diese Drohung habe er dann auch wahr werden lassen – gemeinsam mit dem 28-Jährigen, der laut Anklage als Fahrer an dem Mordanschlag beteiligt gewesen sei. Mit circa 40 Stundenkilometern sollen die zwei Täter an den beiden Geschädigten, die mit weiteren Personen auf einem Grundstück an der Delmhorster Straße in Stuhr gestanden hätten, vorbeigefahren sein.
Der Tatort in Seckenhausen: Von den Schützen fehlte anfangs noch jede Spur. © NonstopNews
Sieben Schüsse seien dabei in der Absicht abgefeuert worden, einen der Männer zu töten. Den ebenfalls verletzten zweiten Geschädigten zu töten, soll das Duo billigend in Kauf genommen haben. Beide Männer wurden von den Schüssen in den Beinen getroffen. Deshalb lautet der Anklagevorwurf neben dem versuchten Mord auch auf gefährliche Körperverletzung in zwei Fällen, außerdem auf Verstoß gegen das Waffengesetz, so Gerichtssprecher Jens Niemeyer weiter.
Die Täter konnten nach dem mutmaßlichen Mordanschlag flüchten. Wie die Polizei damals mitteilte, von der Delmenhorster Straße, wo die Tat geschehen war, in Richtung Groß Mackenstedt. Eine umfangreiche Fahndung war damals zunächst erfolglos verlaufen. Am 3. Juni hatte die Polizei den Tatablauf vor Ort rekonstruiert und die Bundesstraße für rund eine Stunde gesperrt. Bis dahin war das Tatfahrzeug laut einem Polizeisprecher noch nicht ermittelt worden.
Angeklagte Männer seit Juli 2025 in Untersuchungshaft
Am Nachmittag des 22. Juli schließlich erfolgte die Festnahme der beiden Angeklagten im Rahmen eines offenbar größeren Polizeieinsatzes in Bremen und Stuhr. Dort waren die Angeklagten laut dem Gerichtssprecher wohnhaft. Damaligen Polizeiangaben zufolge waren an dieser „operativen Maßnahme“ Einsatzkräfte aus Bremen, Diepholz und Hamburg beteiligt. Seitdem sitzen die beiden nun angeklagten Männer in Untersuchungshaft.