Ein städtisches Bauprojekt dieser finanziellen Größenordnung gab es in der Düsseldorfer Historie bislang noch nicht. Und einen Vergleich mit veranschlagten Kosten aus der Vergangenheit zu ziehen, ist spätestens seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine schwierig. Schließlich haben seitdem die Preise in vielen Bereichen angezogen, weil etwa Materialien wie Zement und Betonstahl deutlich mehr kosten und auch die Energiepreise höher liegen. In Summe sind die Kosten für Leistungen des Bauhauptgewerbes nach Angaben des Verbands der Deutschen Bauindustrie seit 2021 um mehr als 30 Prozent gestiegen. Im langfristigen Vergleich liegt das Preisniveau in Gänze sogar 121 Prozent über dem von 1991, wie Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen.

Wir haben uns dennoch einige Bauprojekte der Stadt aus den vergangenen Jahren sowie deren Gesamtinvestitionsvolumen noch einmal angeschaut. Und dabei gefragt, was man für acht- bis neunstellige Summen in Düsseldorf bislang bauen konnte.

Die Verlegung einiger Stadtbahn-Trassen in den Untergrund der Innenstadt begann im November 2007 und dauerte knapp 8,5 Jahre. Gebohrt wurde dabei ein Tunnel für eine 3,4 Kilometer lange U-Bahn-Strecke mit sechs Bahnhöfen, der vom Wehrhahn bis nach Bilk führt. In der Abschlussrechnung kostete das Großbauprojekt unterm Strich 929 Millionen Euro – erste Schätzungen hatten im Jahr 2003 noch rund 400 Millionen Euro prognostiziert (die sich 2007 allerdings schon auf 750 Millionen Euro erhöht hatten).

Bau des neuen Rheinstadions

Im November 2002 endete eine sportliche Ära in Düsseldorf: Das alte Rheinstadion in Stockum, von vielen Fortuna-Fans liebevoll „Betonschüssel“ genannt, wurde gesprengt, um an der Stelle eine neue, moderne Multifunktionsarena zu errichten. Im darauffolgenden Januar begann die Umsetzung des Bauprojekts. 21 Monate und 7500 verbaute Betonteile später wurde die Arena offiziell eröffnet. Vorgesehen war das Stadion einst als Austragungsort für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und für die Bewerbung um die Olympischen Spiele 2012 (die dann in London stattfanden), beide Male kam es nicht dazu. Der Grund, warum auch die hohen Baukosten von 218 Millionen Euro (inklusive Hotel) lange Zeit in der Kritik standen. Heute erwirtschaftet die Arena Gewinne. Auch dank der vielen internationalen Musikstars, die dort regelmäßig auftreten.

Kostenpflichtiger Inhalt Düsseldorfs Jahrhundertprojekt ist 2025 30 Jahre alt geworden – und noch immer lässt sich beim Flanieren eindrucksvoll nachvollziehen, wie viel neue Lebensqualität die Verlegung der einstigen Bundesstraße in einen Tunnel unter die Uferpromenade der Stadt beschert hat. Gerade einmal 550 Millionen D-Mark betrugen damals die ursprünglichen Baukosten des Projekts, von denen 80 Prozent durch öffentliche Gelder bezuschusst waren. Rekordverdächtig war auch die Fertigstellung des Projekts in nur 3,5 Jahren.

Abriss des Tausendfüßlers und Bau der beiden Kö-Bogen-Tunnel

Deutlich länger, jedoch ebenfalls mit einer wesentlichen Aufwertung der Innenstadt verbunden, verhielt es sich mit dem Bau der beiden Tunnel im Rahmen des Projekts Kö-Bogen I und II. Im ersten Bauabschnitt wurde die Hofgartenstraße weitestgehend durch einen Tunnel ersetzt, im zweiten dann auch die Hochstraße Tausendfüßler abgerissen und ins Unterirdische verlagert. Die Gesamtkosten für beide Bauabschnitte beliefen sich der Stadt zufolge auf rund 326 Millionen Euro brutto, wovon 1,2 Millionen Euro für den Abbruch des Tausendfüßlers veranschlagt wurden.

Neues Gymnasium in Oberbilk

Neues Schwimmbad und neue Zentralbibliothek

Relativ jung in der städtischen Bauhistorie sind auch das neu gebaute Badehaus Benrath und die Einrichtung der Zentralbibliothek im KAP1, für die das ehemalige Post-Gebäude umgebaut und saniert wurde. Knapp 25,5 Millionen Euro kostete das allein, für das Schwimmbad wurden rund 29 Millionen Euro fällig – also weniger als ein Dreißigstel dessen, was die neue Oper maximal kosten darf.