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Der barrierefreie Ausbau des Frankfurter Westbahnhofs wird erst 2028 fertig. Die Deutsche Bahn nimmt aber jetzt die ersehnte direkte Treppe in Betrieb.
Frankfurt – Um ein weiteres Jahr verzögert sich der barrierefreie Ausbau des Westbahnhofs. Das kündigt die Deutsche Bahn (DB) nun an. Immerhin gibt es jetzt eine wichtige Neuerung an der besonders für Pendler wichtigen Station: die direkte Treppe zwischen der Hamburger Allee und dem Hochbahnsteig der S-Bahn ist in Betrieb genommen worden.
Acht Monate Verspätung beim Westbahnhof Frankfurt
Von diesem Meilenstein berichtet die DB kurz vor dem Jahreswechsel. Eigentlich hatte die Treppe am Südostende des Bahnhofs bereits zu Ostern freigegeben werden sollen. Mit ihm sparen sich vor allem viele Beschäftigte aus der östlichen City West den bisher langen Umweg über den Haupteingang des Bahnhofs Frankfurt-West. Deshalb hatte sich die Deutsche Bank mit der Bitte um den Bau des Zugangs an die DB gewendet, weil er den Weg für die Mitarbeiter auf ihrem ICB-Campus verkürzt. Die Bank bezahlte die neue Treppe auch.
Die neue Treppe von der Hamburger Allee direkt hinauf zum Hochbahnsteig der S-Bahn ist am Westbahnhof nun endlich in Betrieb genommen worden. © Deutsche Bahn Ag
In den vergangenen Monaten sorgte das Nichteröffnen der fertig aussehenden Treppe für viel Kopfschütteln bei Reisenden. Ein Fehler soll nach Informationen dieser Zeitung dafür gesorgt haben, dass die Übergangsstufe zum Bahnsteig zunächst keine normgerechte Ausführung hatte, was vor der Inbetriebnahme zunächst aufwändiger nachgearbeitet werden musste. Die Treppe „konnte nun im Dezember eröffnet werden, sodass unsere Fahrgäste von kürzeren Wegen profitieren“, so die DB.
Mit der Treppe wird auch der Weg zwischen Hoch- und Hausbahnsteig kürzer. Am Hausbahnsteig hält die Richtung Hauptbahnhof fahrende S6, während S3, S4 und S5 in dieser Fahrtrichtung oben halten.
Nach dem Bau der Treppe soll nun der 22 Millionen Euro teure barrierefreie Umbau des Bahnhofs anlaufen. Aber mit Verspätung: „Das Stationsprojekt soll nach aktueller Planung bis Ende 2028 abgeschlossen sein“, erklärt eine Bahn-Sprecherin, also ein Jahr später als bisher geplant. Eine Ursache dafür sei, dass Ausschreibungen nicht fristgerecht hätten vergeben werden können, weil es bei einigen Teilprojekten zu wenige Bieter gegeben habe.
Bald hält hier kein Fernzug mehr
Die Arbeiten würden „ab Februar im kommenden Jahr für Reisende und Anwohnende sichtbar“, kündigt die Sprecherin an. Die DB errichtet einen provisorischen Zugang zu den unteren Bahnsteigen und macht dafür den ehemaligen Posttunnel wieder nutzbar. Dieser liegt nördlich des Bahnhofsgebäudes. In rund einem Jahr sollten die Arbeiten für den Ausbau der Personenunterführung beginnen, sie erhält neue Beleuchtung und Technik.
Ebenso soll dann das Empfangsgebäude samt der Läden modernisiert werden. Während dieser Arbeiten können Reisende den provisorischen Zugang an der Nordostseite des Bahnhofs nutzen – oder eben die neue Treppe. Ebenso soll in rund einem Jahr begonnen werden, das Baufeld fürs neue Zugangsgebäude an der Solmsstraße herzustellen. Die Unterführung soll dorthin verlängert werden, damit ein Direktzugang in die City West entsteht.
Bis alles fertig ist, wird der Westbahnhof allerdings zumindest ein wenig an verkehrlicher Bedeutung eingebüßt haben. Denn bereits ab Mitte kommenden Jahres verliert er seine Fernverkehrsanbindung: Dann stellt die DB endgültig die zuletzt zweistündlich verkehrende Intercity-Linie 34 zwischen Frankfurt und Dortmund via Siegen ein. Täglich halten aber 450 S- und 110 Regionalbahnen in Frankfurt-West. Bis 2040 soll die Reisendenzahl auf täglich 44 000 steigen.