Häufig borgen Filme sich Elemente früherer Erzählungen. Das ist im Science-Fiction-Genre nicht anders. Dass Star Wars viel bei Dune geklaut hat, wird der erfolgreichen Space-Oper seit ihrem Erscheinen vorgehalten. Selbst Sci-Fi-Autor Frank Herbert äußerte sich 1977 dazu.
Dune-Autor wusste, was Star Wars sich bei seinem Sci-Fi-Epos „geborgt“ hat
Science-Fiction-Genie Frank Herbert starb im Jahr
1986
mit 65, erlebte also die Veröffentlichung der erfolgreichen ersten Star Wars-Trilogie Krieg der Sterne (1977), Das Imperium schlägt zurück (1980) und Die Rückkehr der Jedi-Ritter (1983) noch mit. Während George Lucas seine Weltraum-Saga auf viele verschiedene Einflüsse zurückführte und nur die Wüste als konkrete Schauplatz-Parallele zu Dune benannte, reichen die Gemeinsamkeiten beim genauen Hinsehen noch etwas weiter. Zufall?
In einem bei Newspapers bewahrten Interview mit Daily News aus dem Jahr 1977
äußerte sich Sci-Fi-Autor Frank Herbert (der Star Wars zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesehen hatte) auf die Frage, ob er plane, Krieg der Sterne gerichtlich zu belangen:
Ich werde mich anstrengen, nicht zu klagen. Ich habe keine Ahnung, zu welchem meiner Bücher [Star Wars] passt, aber ich vermute, es könnte Dune sein, da ich dort eine Prinzessin Alia [Paul Atreides Schwester] hatte und der Film eine Prinzessin Leia besitzt. Und ich höre, dass es dort einen Sandwurmkadaver und Kapuzenbewohner in der Wüste gibt, genau wie in Dune.
Tonal unterscheiden die zwei Sagas sich natürlich enorm. Die Inspiration von Star Wars durch Dune ist jedoch unübersehbar, zumal über die kapuzentragenden Fremden/Jawas in der Wüste und die Sandwurm/Sarlacc-Parallele (im zweiten Film) auch auf galaktische Imperatoren, übernatürliche Fähigkeiten („Macht“ vs. Spice-Kräfte), Auserwählte und die schicksalshafte Wichtigkeit eines königlichen Zwillingspaars (Luke/Leia bzw. Pauls Kinder, die Children of Dune) dazukamen. Herbert selbst identifizierte später, nachdem er Star Wars schließlich selbst geschaut hatte, 16 Parallelen in den Erzählungen.
Es gab keinen Gerichtsprozess Stars Wars vs. Dune
Dune: Prophecy-Darstellerin Emily Watson stellte jedoch heraus, dass Dune eine größere „moralische Komplexität“ besäße, was sich auch auf Dunes weitreichendere politische Verwicklungen ausweiten ließe, während Stars Wars immer einfacher verständlich blieb. Dune-Regisseur Denis Villeneuve äußerte zudem öffentlich seine Meinung, mit Teil 3 und den Ewoks sei Star Wars eine „Komödie für Kinder“ geworden und er werde nie einen Star Wars-Film drehen.
Egal wie bewusst oder wie unterbewusst George Lucas aus Dune für die Erschaffung von Star Wars entlehnt haben mag: Am Ende verklagte Sci-Fi-Schriftsteller Frank Herbert ihn nicht.
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