Zum Jahresende gab es noch einmal ordentlich Bewegung in der Augsburger Gastronomie. Während sich Augsburgerinnen und Augsburger über neue Konzepte an bekannten Orten freuen durften, mussten einige Lieblingscafés in der Innenstadt ihre Türen schließen. Ein kulinarischer Überblick vom Dezember.
Café Keck
Der letzte Monat des Jahres begann mit der Neueröffnung eines kuscheligen Cafés an der Ecke Frölichstraße und Sieglindenstraße. In den Wänden des ehemaligen Lile‘s Corner erfüllten sich Sophia Schmid und Anika Ruf ihren Traum vom eigenen Café. Sie wollten einen Ort erschaffen, der mehr als nur ein Platz für die schnelle Kaffeepause ist. Der helle Gastraum des Café Keck soll allen Gästen als Wohnzimmer mitten in der Stadt dienen. Rund 30 Plätze stehen im Innenraum bereit; hinzu kommen ein überdachter Außenbereich und bei schönem Wetter ein paar Tische an der Sieglindenstraße.
Auf der Speisekarte stehen vegetarische und vegane Speisen, auch glutenfreie Optionen gibt es. Angeboten werden Panini, Sauerteigbrote mit Grillgemüse oder Avocado sowie hausgemachte Kuchen, Croissants und Nussecken. Perspektivisch soll es auch einen Mittagstisch mit wechselnden Gerichten geben. Die Getränke reichen vom klassischen Kaffee über Pumpkin Spice Latte und heißen Aperol bis hin zu Bier, Wein und Drinks wie Spritz oder Negroni; alkoholfreie Varianten sind ebenfalls verfügbar. Mehr dazu lesen Sie hier.

Pantheon Lounge
Nach drei Jahren Pause kommt die Pantheon Lounge zurück in die Augsburger Maximilianstraße. Unter neuer Leitung und mit einem anderen Konzept, soll die Bar keine Party- und Eventlocation mehr sein. Die Betreiber legen den Fokus auf Südtiroler Weine und regionale Snacks. Hinter dem Neustart stehen Simeon Wölfl, Marc Schallenmüller, Markus Holzapfel und Sebastian Birnbaum, der auch die Café-Bar Pantheon im Erdgeschoss betreibt.
In der neuen Pantheon Lounge erwartet die Gäste laut Betreiber Wölfl eine Auswahl von rund 50 Weinen aus Südtirol und angrenzenden Regionen. Ergänzt wird das Angebot durch eine kleine Cocktailkarte, Aperitifs und Snacks wie Brotzeitbrettl, Focaccia und Südtiroler Tapas. Sonntags soll es auch einen Brunch geben. Mehr zur urigen Innenausstattung und zu geplanten Events lesen Sie hier.
Wirtshaus am Lech
Das Wirtshaus am Lech bekommt nach einem Jahr Leerstand ebenfalls einen neuen Wirt: Der 28-jährige Apostolos Stergiou eröffnet das beinah historische Gasthaus an der MAN-Brücke mit griechischem Flair. Neben griechischen Klassikern, hausgemachten Suppen, Salaten, warmen griechischen Vorspeisen oder Fischgerichten, bietet Stergiou weiterhin Schweineschnitzel, Zwiebelrostbraten, Kalbsschnitzel oder ein Schweinefilet an und im Sommer natürlich einen Wurstsalat.
Gemeinsam mit seiner Familie renovierte der junge Gastronom einen Hauptspeiseraum und zwei kleine Speiseräume. Sie bieten Platz für 140 Personen. Im Sommer lädt der große Biergarten unter hohen Bäumen zum Verweilen ein. Warum es Stergiou aus Mykonos ausgerechnet nach Augsburg verschlagen hat, erfahren Sie hier.

Miro‘s Gemüsekebap
Zu guter Letzt vergeht natürlich auch der Dezember in Augsburg nicht ohne die Eröffnung eines Fastfood-Geschäfts. In der Nähe des Hauptbahnhofs hat Miro‘s Gemüsekebap und Smashburger in der Frölichstraße eröffnet. Bereits zur Eröffnung standen die Kundinnen und Kunden Schlange. Der Grund: Der Betreiber von Miro‘s warb mit einem Döner für einen Euro.
Gleich zwei Traditionscafés schließen
Leider muss zum Jahresende auch ein Café die Türen schließen, das seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Branche war. Michael Hingerl schließt das Anna-Café nach 20 Jahren im Annahof. Seinen Pachtvertrag hat der Verpächter, die Evangelische Kirche, im gegenseitigen Einverständnis zum Ende des Jahres gekündigt. Kürzlich ging Hingerl noch davon aus, dass der Nachfolger die Ausstattung, Waren und Personal übernimmt. „Der Deal ist geplatzt. Jetzt müssen wir hier bis Anfang Januar das Lokal räumen.“ So geht es für Hingerl nun weiter.
Auch ein weiteres bekanntes Café hat angekündigt, dass es schließen wird. Nach 100 Jahren in Familienbesitz ist für es das Café Eber am Rathausplatz ab März vorbei. 1925 hatte Karl Eber zusammen mit seiner Frau Elisabetha die Bäckerei in der Katharinengasse gegründet, 1933 zogen sie an den Rathausplatz um, bauten nach den Zerstörungen in der Bombennacht das Café wieder auf und 1972 noch einmal um. Schöner und größer als zuvor, an der feinsten Adresse der Stadt.
Über Jahrzehnte hinweg versorgte die Familie Augsburgerinnen und Augsburger mit leckeren Kuchen und Kaffee. Der Schritt, bald einen Schlussstrich zu ziehen, sei nicht leichtgefallen, sagte Christian Eber. Er leitete das Café in vierter Generation. Warum er das Traditionscafé nicht weiterführt, lesen Sie hier.

Für die Blaue Kappe ist nach der Silvesterparty Schluss
Im Herbst 2018 hat Christoph Steinle die Blaue Kappe eröffnet. Das Traditionslokal an der Ecke Volkhartstraße und Klinkertorstraße ist vielen Augsburgern noch als Odeon ein Begriff, das dort zuvor 33 Jahre lang beheimatet war. Nach einer letzten großen Silvesterparty ist nun aber Schluss. Aus verschiedenen Gründen, wie Steinle sagt. Einen Nachfolger gibt es bislang nicht und auch der Gastronom selbst, möchte erst einmal von der Speisegastronomie Abstand nehmen.
Eiswerk 54 schließt endgültig
Nach einer vorübergehenden Lösung muss Denisa Wilson das Eiswerk 54 endgültig schließen. Zu Jahresbeginn sei ihre Geschäftspartnerin aus gesundheitlichen Gründen ausgestiegen. Zudem musste Wilson den ursprünglichen Standort im Kaffeegäßchen schließen, da sie dort aufgrund der Vorgaben im Bebauungsplan nur bis 20 Uhr und an Sonn- und Feiertagen gar nicht öffnen durfte. Im Frühjahr fand Wilson eine Übergangslösung und zog mit dem Eiswerk 54 in die Bar Le Coq in der Weißen Gasse. Dort bot sie veganes und vegetarisches Frühstück sowie Eis bis 16 Uhr an, bevor die Bar abends selbst öffnete. Doch auch an diesem Standort wird es nicht weitergehen. Einen Nachmieter für den Laden im Kaffeegäßchen gibt es bereits.
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Laura Mielke
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Augsburg
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