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Im Rahmen einer Tierrettungsaktion machten Tierschützer eine grausame Entdeckung in einem Bochumer Hinterhof. Für zahlreiche Tiere kam jede Hilfe zu spät.
Bochum – Für Tierschützer gehören Tierrettungsaktionen zum Arbeitsalltag dazu. Hin und wieder gibt es aber Fälle, die selbst bei ihnen für Entsetzen sorgen. So musste die Tierrettung Essen im Dezember zu einem aktuellen Fall ausrücken: Gemeinsam mit dem Ordnungs- und Veterinäramt machten die Tierschützer in einem Bochumer Hinterhof eine schockierende Entdeckung.
Nur vier Hühner und eine Pute konnte die Tierrettung Essen sicherstellen. © Tierrettung Essen e.V.
In einem Facebook-Beitrag berichtet der Verein von dem Einsatz im „Hinterhof des Grauens“. Zunächst hieß es, dass fünf Tiere aus dem Hinterhof von Privatwohnungen sichergestellt werden sollten – vier Hühner und eine Pute. Vor Ort angekommen, bot sich den Tierschützern allerdings ein anderes Bild. Neben den fünf gemeldeten Tieren seien sie auf zahlreiche Tierkadaver und abgeschlagene Hühnerköpfe gestoßen. Damit hätten sie nicht gerechnet, sagt ein Sprecher der Tierrettung Essen im Gespräch mit wa.de: „Das war abartig. Das kann man sich gar nicht vorstellen.“ Die überlebenden Tiere seien stark unterernährt gewesen. „Der Tierhalter hatte seinen Tieren seit zwei Monaten nichts mehr zu fressen und zu trinken gegeben“, heißt es in dem Facebook-Beitrag.
Mehrere Tiere aus Hinterhof gerettet: „Achtet auf eure Nachbarn“
Damit begann für die Tierretter und die Einsatzkräfte der Behörden ein anstrengender Einsatz. Neben den Hühnern und der Pute wurden auch noch zwei Katzen und ein Hund sichergestellt. Sie seien mittlerweile im Tierheim untergebracht, sagt der Sprecher. Und auch die Hühner wurden nach dem Einsatz vor Ort erst einmal zum Tierarzt gebracht. „Glücklicherweise verliefen die Laborbefunde auf auffällige Krankheiten negativ“, erklärt die Tierrettung Essen. Mittlerweile sind Pute Mathilda und die Hühner Erna, Hedwig, Fritzi und Frieda in einer Pflegestelle in Essen untergebracht, wo sie „ihren Lebensabend zusammen in Sicherheit verbringen können“.
Solche Fälle seien laut Tierrettung Essen keine Seltenheit. Daher lautet ihr Appell: „Achtet auf eure Nachbarn, wie sie mit Haus- und Nutztieren umgehen. Wenn euch etwas auffällt, meldet es eurem Veterinär- und Ordnungsamt.“ Letztere seien in Bochum laut Sprecher der Tierrettung Essen ein Paradebeispiel in Sachen Tierschutz. „Die sind absolut großartig und greifen knallhart durch“, sagt der Sprecher im Gespräch mit wa.de.
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