Der in die Jahre gekommene Rondellspielplatz am Ben-Gurion-Ring in Nieder-Eschbach soll im Jahr 2026 umfassend erneuert werden. Nachdem der Ortsbeirat 10 (Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg, Preungesheim) im Rahmen einer Initiative weitreichende Änderungswünsche an der bestehenden Entwurfsplanung geäußert hatte, liegt nun der ausführliche Bericht des Magistrats vor.

Ein Spielkonzept für alle Generationen

Die Planung für den Spielplatz ist das Ergebnis eines mehrjährigen Beteiligungsprozesses, der bereits 2021 begann und 2023 durch Werkstattgespräche mit Anwohnern, Kindern und Kindertagesstätten vertieft wurde. Das Herzstück der Anlage bilden vier namensgebende Rondelle, die jeweils unterschiedliche Funktionen erfüllen:

  • Großes Spielrondell: Hier ist eine große Kletterkombination für Kinder ab 6 Jahren geplant, die als Alleinstellungsmerkmal im Grünzug fungieren soll.
  • Sandrondell: Dieser Bereich richtet sich an Kinder aller Altersstufen (Karussell mit imposanter Orcafigur) und bietet neben einem Sandspielbereich mit unterfahrbarem Holzpodest für Rollstuhlfahrer auch eine Malwand und verschiedene Wippgeräte.
  • Fitnessrondell: Drei Geräte für insgesamt vier Nutzer bieten Erwachsenen, Begleitern und Senioren Möglichkeiten für Konditions- und Beweglichkeitsübungen. Von hier aus kann der Spielplatz gut beobachtet werden.
  • Asphaltfläche: Zwischen den Rondellen dient eine ebene Fläche als Raum für Rollschuhe, Fahrräder oder Rollstühle sowie für kreative Bodenspiele.

Ergänzt wird das Angebot durch eine große Spielwiese, die für freie Aktivitäten und Feste zur Verfügung steht.

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Rondellspielplatz im Grünzug Ben-Gurion-Ring

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Rondellspielplatz im Grünzug Ben-Gurion-Ring
50.186372, 8.659791

Abwägung der Änderungswünsche

Der Magistrat hat die Forderungen des Ortsbeirats detailliert geprüft und teilweise in die Planung integriert.

Inklusion und Spielgeräte: Dem Wunsch nach mehr inklusiven Angeboten kommt die Stadt nach, indem das ursprünglich geplante Karussell mit Orcafigur gegen ein spezielles Karussell für Rollstuhlfahrer ausgetauscht wird. Zudem werden zwei „Hörtrichter“ installiert, die Kindern mit und ohne Einschränkungen Sinneserfahrungen über Distanz ermöglichen.

Bolzplatz-Debatte: Die Forderung nach einem zweiten Tor für die Spielwiese wurde abgelehnt. Der Magistrat begründet dies mit dem Wunsch, die Fläche multifunktional zu halten. Ein zweites Tor würde das Areal faktisch zum Bolzplatz deklarieren, was laut Beteiligungsverfahren zur Verdrängung von Mädchen und kreativen Spielformen führen könnte. Zudem befindet sich nur 200 Meter nördlich auf der „Großen Wiese“ ein Bolzplatz für kleinere Kinder, während Jugendliche eine Anlage im Süden des Grünzugs nutzen können. Ein einzelnes Minitor auf dem Rondellplatz bleibt jedoch für Zielübungen erhalten.

Infrastruktur und Sonnenschutz: Beim Sonnenschutz setzt die Stadt auf Stabilität. Statt der geforderten Sonnensegel werden zwei große Sonnenschirme installiert – einer fest verankert im Sandbereich, ein zweiter mobil auf der Asphaltfläche. Diese gelten als wartungsärmer und vandalismussicherer.

Die Errichtung einer eigenen Toilettenanlage ist aufgrund fehlender Wasser- und Kanalanschlüsse sowie Platzmangels nicht möglich. Besucher werden auf die umliegenden Einrichtungen wie das Quartiersbüro oder das künftige Café am See verwiesen.

Auch eine Erweiterung der Fitnessgeräte für Erwachsene wurde abgelehnt, um den notwendigen Bewegungsraum für Kinder nicht einzuschränken und die Privatsphäre beim Training zu wahren. Es wird jedoch geprüft, ob an anderer Stelle im Grünzug weitere Sportgeräte aufgestellt werden können.