Berlin – Im Südwesten von Berlin ist es zu einem Stromausfall gekommen. Die Polizei geht von einem gezielten Brandanschlag aus. Die Reparatur dauert voraussichtlich noch den ganzen Tag. Dies teilte der Betreiber Stromnetz Berlin mit. Die Störung werde voraussichtlich gegen 18.30 Uhr behoben sein.

„Wann genau der Strom wieder fließt, ist noch unklar“, sagte Henrik Beuster, der Pressesprecher von Stromnetz Berlin. Die Versorgung werde schrittweise wiederhergestellt.

In dem vom Stromausfall betroffenen Gebiet befinden sich rund 50.000 Haushalte und 2000 Gewerbekunden, die von der Energieversorgung abgeschnitten seien, so Unternehmenssprecher Beuster.

Wegen des Stromausfalls in Zehlendorf hat die Feuerwehr alle Hände voll zu tun, Patienten aus Pflegeheimen und anderen Einrichtungen zu bringen

Wegen des Stromausfalls in Zehlendorf hat die Feuerwehr alle Hände voll zu tun, Patienten aus Pflegeheimen und anderen Einrichtungen zu bringen

Foto: Axel Billig/Pressefoto Wagner

Brandanschlag vermutet

Die Ursache des Stromausfalls ist laut Stromnetz-Sprecher der Brand einer Kabelbrücke über den Teltowkanal, der mehrere Kabel zum nahegelegenen Kraftwerk Lichterfelde beschädigt habe. Nach BILD-Informationen brannte zunächst ein Baucontainer. Die Flammen griffen dann auf die Stromkabel über. Die Feuerwehr ist gegen 6.12 Uhr zu dem Brand gerufen worden. Ein Zeuge hatte die Flammen bemerkt und den Notruf gewählt. Ermittler gehen derzeit von einem gezielten Anschlag aus. Die Kriminaltechniker sind vor Ort.

Die Polizei ist vor Ort

Die Polizei ist vor Ort

Foto: Olaf Wagner

Eine Polizeisprecherin bestätigte auf BILD-Anfrage, dass das LKA wegen des Verdachts der Brandstiftung ermittelt. Kräfte der Berliner Feuerwehr hatten den Brand an der Kabelbrücke zwar schnell gelöscht. Die weitreichenden Folgen für die betroffenen Menschen nahmen die mutmaßlichen Täter aber in Kauf. Nach Angaben eines Ermittlers müssen die Täter Insider-Informationen gehabt haben, um diesen größtmöglichen Schaden anzurichten.

Feuerwehr und Polizei im Großeinsatz

Die Feuerwehr ist mit einem Großaufgebot im Einsatz. Es gelte u. a., Menschen aus feststeckenden Fahrstühlen zu befreien und die Atemversorgung von zu Hause behandelten Patienten zu gewährleisten.

Die Polizei ist mit 160 Einsatzkräften vor Ort. Auf der Plattform X teilte sie mit, dass auch das Mobilfunk- und Festnetz möglicherweise nicht funktioniere. In dem Post finden Sie auch Links zu Polizeidienststellen und den nächstgelegenen Feuerwachen.

Das betroffene Gebiet im Berliner Südwesten

Das betroffene Gebiet im Berliner Südwesten

Foto: Stromnetz Berlin

Diese Straßen sind u. a. vom Stromausfall betroffen

Betroffen sind in Berlin u. a. die Straßen: Bürgipfad, Lichterfelder Ring, Silzer Weg, Celsiusstraße, Fahrenheitstraße, Osdorfer Straße, Ostpreußendamm, Schwatlostraße, Feldstraße, Schöppinger Straße, Blochmannstraße, Saaleckplatz, Scheelestraße, Heiterwanger Weg, Hildburghauser Straße, Mercatorweg, Reaumurstraße, Müllerstraße, Wiedenbrücker Weg, Wismarer Straße, Ahlener Weg und Holtheimer Weg. Alle Details zu den betroffenen Straßenzügen finden Sie beim Stromnetz Berlin.