In Karlsruhe leben zehn junge Erwachsene in einer WG, die Glaube, Alltag und Gemeinschaft vereint. Das Projekt Nexus erhält 100.000 Euro Förderung der Landeskirche.
Im Erdgeschoss dieses Hauses in der Karlsruher Kaiserallee ist die Nexus-WG, ein Pilotprojekt des CVJM Baden, beheimatet. Bei Bedarf und nach entsprechender Marktanalyse sollen in den folgenden Jahren weitere WGs initiiert werden.
Foto: Werner Breitenstein
Der Christliche Verein junger Menschen (CVJM) Baden hat eine neue Initiative gestartet. „Nexus – Glauben teilen, Zuhause finden“ heißt das Konzept für eine Wohngemeinschaft (WG), in der Menschen im Alter zwischen 18 und 27 Jahren ein Zuhause finden, das Glaube, Gemeinschaft und Alltag verbindet. Damit soll gleichermaßen der Wohnungsnot sowie der sozialen Isolation junger Erwachsener, gerade in den Städten, entgegengewirkt werden.
Seit September läuft Nexus als Pilotprojekt in Karlsruhe. Als nächster Schritt ist geplant, nach einer Testphase, anschließender Evaluierung sowie einer Marktanalyse in die badische Fläche zu erweitern, gegebenenfalls mit Konzeptanpassungen.
Beim dritten Innovations-Pitch der badischen Landeskirche Ende November erhielten die Initiatoren von Nexus die Zusage einer sogenannten „Aufwind-Förderung“ in Höhe von 100.000 Euro. Damit bezuschusst die Evangelische Landeskirche in Baden seit etwas über einem Jahr innovative Ideen.
FSJ-Programm des CVJM verknüpft Sport mit Glauben
Ausgangspunkt für Nexus ist die Jump-Sportmission des CVJM, die vor gut zwölf Jahren ins Leben gerufen wurde. In diesem Rahmen absolvierten zahlreiche junge Menschen ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) und verbanden dabei ihre Begeisterung für Sport mit ihrem Glauben.
„Wir wollten das FSJ-Projekt neu ausrichten und daraus eine Art Hauskirche machen“, erklärt CVJM-Sekretär Ralf Zimmermann, der für die Organisation von Nexus zuständig ist. Damit sei das neue Projekt ein Format der „Y-Church“, der CVJM-Marke, die jungen Menschen eine Glaubensheimat schenken möchte.
Derzeit leben in der vom CVJM angemieteten, etwa 200 Quadratmeter großen Wohnung in der Karlsruher Kaiserallee zehn Personen. „Ich bin froh über die Gemeinschaft, die ich hier erleben darf“, sagt Joy, die seit zwei Monaten dabei ist.
WG-Abende und Punschaktion stärken das Miteinander
Die Studentin habe lange nach einer WG gesucht, und das in der Online-Anzeige beschriebene Konzept habe sie gleich angesprochen. „Es ist cool, dass man viel zusammen macht.“ Etwa die regelmäßigen WG-Abende, der gemeinsame Gang durch die adventliche Innenstadt, um Punsch zu verteilen, und die bereichernden Gespräche.
Helen fungiert in der WG als Community-Managerin, die soziale und spirituelle Netzwerke stärkt und einen wesentlichen Bestandteil des Programms darstellt.
Glaube erfahrbar machen und Vorurteile abbauen
Sie sieht sich als Teil eines Teams: „Ich moderiere und helfe dabei, neue Ideen anzustoßen.“ Ihr ist es besonders wichtig, dass die Menschen mit dem Glauben in Kontakt kommen und Vorurteile beseitigt werden. „Die Leute können den Glauben in anderer Form erleben, es wird aber nichts aufgezwungen“, betont sie.
Als Förderauflage bekam die Initiative drei Dinge mit auf den Weg, die vor der Mittelfreigabe durch ein Dokument darzulegen sind: Kooperationen mit lokalen CVJM-Partnern oder Kirchengemeinden, regelmäßige Weiterbildungen der Community-Manager sowie die Offenheit der WG für alle 18- bis 27-Jährigen unabhängig von ihrer beruflichen Situation.