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Eine Après-Ski-Party endete für einen Berliner und einen Helfer in einer Schlucht. © Montage ARA Flugrettung Reutte, imago stock&people
Nach einer wilden Sause in der Après-Ski-Hochburg St. Anton in Tirol stürzte ein alkoholisierter Tourist aus Berlin in eine Schlucht. Ein Österreicher wollte helfen – und fiel hinterher. Ein Helikopter musste ausrücken.
St. Anton in Tirol – In den Skigebieten der Alpen herrscht derzeit Hochbetrieb. Vor allem in den Partyhochburgen Tirols wie Sölden, Ischgl oder St. Anton am Arlberg geht die Gaudi auf der Piste an vielen Schirmbars, Almhütten oder Après-Ski-Kneipen aber erst richtig los. Mit manchmal kuriosen und unvorhergesehenen Folgen, über die man nicht nur in Österreich lacht.
Der Mooserwirt nennt sich selbst als die „wahrscheinlich die schlechteste Skihütte am Arlberg“. Hier wurde kräftig gefeiert. © imago sportfotodienst
Da wäre etwa das Pistenparadies St. Anton im Skigebiet Arlberg mit 300 Skiabfahrtskilometern, 200 Tiefschneekilometern im freien Gelände und 85 Seilbahnen und Liften. Nach der Abfahrt wird gefeiert: „Ob im kultigen MooserWirt, dem energiegeladenen Krazy Kanguruh, der gemütlich-stimmungsvollen Sennhütte oder der stilvollen Arlberg Hospiz Alm – hier trifft Skispaß auf Partykultur“, wirbt die Ferienregion im Internet.
Nach der Après-Ski-Party geriet der Tourist vom Weg ab und stürzte in die Schlucht
Auch einem Berliner hatte es das bunte Treiben in den Bars sehr angetan. Dabei hatte er aber so viele Drinks genossen, dass er beim Weg in seine Unterkunft in der Nähe des Mooserwirts die Orientierung verlor. Hier führt der Steinsbach an einer engen Klamm vorbei. Ob er das Gleichgewicht verlor, eine Abkürzung suchte oder schlichtweg nicht mehr geradeaus laufen konnte, ist unklar. Jedenfalls stürzte der Berliner in die Klamm.
In dieser Schlucht hingen der Berliner und der Österreicher nach der Après-Ski-Party fest. © ARA Flugrettung Reutte
Ein Österreicher aus der Gegend von Graz, der ebenfalls in St. Anton Urlaub machte, versuchte, ihm zu Hilfe zu eilen. Doch er stürzte dabei ebenfalls in die Schlucht! Da der Hang zu steil war, um wieder nach oben zu gelangen, rief der Österreicher um Hilfe. Für die Retter kam wegen des steilen Geländes nur eine Helikopterbergung infrage. Die kann in der Nacht in der westösterreichischen Region nur der ARA-Helikopter aus Reutte (Tirol) durchführen.
Rettungspilot verrät: „Der Verunglückte hatte Probleme mit seiner Muttersprache“
„Wir haben dann beide mit der Winde geborgen“, erläutert der Pilot Oliver Waldschmidt, selbst übrigens Deutscher vom Bodensee, gegenüber merkur.de von Ippen.Media. Stromleitungen machten die Sache allerdings nicht gerade leichter. „Wir haben die beiden dann an einem Landeplatz in der Nähe wieder abgesetzt“, so Waldschmidt weiter. „Sie waren unterkühlt, aber nicht weiter verletzt, allerdings hatte der Berliner ziemliche Probleme mit seiner Muttersprache“, lachte der Pilot. „Die beiden kennen sich offenbar vom Studium und haben sich in St. Anton getroffen. Sie hatten offenbar beim Mooserwirt schon einiges getankt.“
Manchmal kommt es auch zu heftigen Raufereien, wenn die Gäste bei der Après-Ski-Gaudi zu viel getankt haben. Im Februar gingen die Partygäste sogar einmal mit Skiern und Snowboards aufeinander los.