Kabul (Afghanistan) – Der afghanische Staatsbürger Malek Z. kam als Flüchtling nach Deutschland. Angeblich suchte er Schutz vor Verfolgung durch die Taliban in seinem Heimatland Afghanistan. Doch er missbrauchte die Gastfreundschaft in Deutschland. Verurteilt wurde er mehrfach von Strafgerichten in Bayern. Festgestellt wurden schwere Körperverletzung und Drogenhandel. Deshalb wurde Malek Z. jetzt abgeschoben.

Aus dem Gefängnis ging es am Freitag, nachdem er einen Teil seiner Strafe abgesessen hatte, zum Flughafen. Die Reise verlief mit einem Linienflug von Frankfurt (am Main) via Istanbul (Türkei) nach Kabul (Afghanistan).

Das Flughafengebäude von Kabul

Das Flughafengebäude von Kabul. Hier fand die Übergabe statt.

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Um 2.45 Uhr Berliner Zeit (in Kabul ist es bereits 4,5 Stunden später) landete der Intensiv-Straftäter am Samstagmorgen in seiner Heimat. Bundespolizisten übergaben den Mann und konsularische Papiere auf dem Flughafen an Taliban-Offizielle. Der neu etablierte Mechanismus der Einzelabschiebung wurde laut Ministerium angewandt.

► Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (55, CSU) wurde am Morgen über die erfolgte Abschiebung unterrichtet. Er bestätigte die Abschiebung gegenüber BILD. Der Minister sagt: „Abschiebungen müssen möglich sein, auch nach Afghanistan. Unsere Gesellschaft hat ein zwingendes Interesse daran, dass Flüchtlinge, die hier Straftaten begehen, unser Land verlassen. Das setzen wir konsequent um!“

Am 2. Januar bestieg der Straftäter den Linienflug auf dem Flughafen Frankfurt

Exklusiv-Foto: Am 2. Januar bestieg der Straftäter den Linienflug auf dem Flughafen Frankfurt

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Ausweislich des Ausländerzentralregisters waren Ende November 2025 insgesamt 448.744 afghanische Staatsangehörige in Deutschland gemeldet. Davon waren 11.888 ausreisepflichtig. Das erklärt ein Sprecher des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge auf BILD-Anfrage. Im Jahr 2025 wurden jedoch nur 83 Straftäter nach Afghanistan zurückgeführt.

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Am Freitag wurde der Entwurf eines CSU-Beschlusspapiers mit der Forderung nach einer „großen Abschiebeoffensive“ öffentlich. Mit Linienflügen sollen Abschiebungen nach Afghanistan und Syrien durchgeführt werden. „Hierzu schaffen wir bundesweit Ausreisezentren und setzen auf ein eigenes Abschiebeterminal am Flughafen München.“ Sozialleistungen für Ausreisepflichtige will die CSU „auf das verfassungsrechtliche Minimum senken“.