
AUDIO: Schnee und Eis auf den Straßen: Viele Glätte-Unfälle in MV (1 Min)
Stand: 03.01.2026 07:25 Uhr
Wegen der eisigen Witterung musst die Polizei etliche Mal zu Unfällen ausrücken. Am Morgen ziehen die Beamten eine erste Bilanz. Schwer verletzt wurde niemand, aber der Schaden liegt bei knapp einer halben Million Euro.
Schneefall und Glätte haben seit Freitagnachmittag zu vielen Unfällen und Verkehrsbehinderungen in Mecklenburg-Vorpommern geführt. Das Polizeipräsidium Rostock zählte im Westen des Landes in seinem Zuständigkeitsbereich allein 57 Unfälle innerhalb von 24 Stunden. Acht Menschen wurden dabei leicht verletzt. 23 Fahrzeuge wurden dabei so stark beschädigt, dass sie nicht mehr fahrbereit waren. Unfallschwerpunkte waren die Autobahnen 14, 19, 20 und 24. Das Polizeipräsidium Neubrandenburg listet für die die östlichen Landesteile 12 Unfälle auf, besonders betroffen der Landkreis Vorpommern-Rügen.
Sattelauflieger rutscht in Straßengraben
Auf der A14 hinter der Anschlussstelle Schwerin-Ost ist am Freitagnachmittag ein Sattelauflieger in die Bankette gerutscht. Zur Bergung musste die Autobahn in Fahrtrichtung Dresden voll gesperrt werden. Nachdem die Bergung gegen 19.30 Uhr abgeschlossen war, musste die Fahrbahn jedoch weiterhin voll gesperrt bleiben. Denn durch die weiteren Schneefälle und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt hatte sich eine Eisschicht auf der gesamten Fahrbahn bis zur Anschlussstelle Schwerin-Nord gebildet. Der Winterdienst musste in mehreren Touren die Fahrbahn wieder eisfrei bekommen. Die Autobahn blieb noch bis in den Morgen voll gesperrt.
Hoher Sachschaden bei Unfällen auf der A19
Am frühen Samstagmorgen war auf der A19 ebenfalls ein Sattelzug betroffen. Das Fahrzeug rutschte gegen 2.30 Uhr auf Höhe der Anschlussstelle Linstow in eine Schutzplanke. Der Sachschaden beträgt hier etwa 23.000 Euro. Nur wenige Minuten später krachte ein Auto zwischen Güstrow und Krakow am See in die Mittelschutzplanke und driftete danach von der Fahrbahn. Der Schaden hier liegt allein bei etwa 50.000 Euro. Während des Unfallgeschehens lag auf der A19 eine geschlossene Schneedecke.
Unfallfahrer stand unter Alkoholeinfluss
Kurz vor 1 Uhr am Morgen endete die Fahrt eines 58-Jährigen auf der Mittelinsel des Kreisverkehrs der B111 in Zempin. Im Zuge der Unfallaufnahme stellten die Beamten nicht nur Straßenglätte, sondern auch eine deutliche Alkoholisierung des Fahrers von 1,31 Promille fest. Er musste sich einer Blutprobenentnahme unterziehen, sein Führerschein wurde sichergestellt und dazu ein Strafverfahren eingeleitet. Fahrer und Beifahrerin blieben unverletzt, hier entstand ein Sachschaden von zirka 5.000 EUR.
Zur gleichen Zeit nutzten Unbekannte die winterlichen Verhältnisse für eine „Schlittenfahrt“ auf dem Parkplatz des Hagebaumarktes in Wolgast. Dort beschädigten sie einen Zaun, als der an einen Transporter angehängte Schlitten den Halt verlor. Es entstand ein Schaden von 500 Euro. Die Polizei ermittelt jetzt wegen Unfallflucht.
Video:
So wird das Wetter in Mecklenburg-Vorpommern am Sonnabend (2 Min)
Wetterdienst: Nacht zu Sonntag wird wieder frostig
Auch in den kommenden Stunden und Tagen wird es immer wieder durch Schneefälle und Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes zu glatten Straßen kommen. Die Polizei rät dazu, nicht dringend nötige Fahrten zu verschieben.
Im Laufe des Samstagvormittags soll das Eis nach Prognosen des Deutschen Wetterdienstes auf den Straßen wegtauen. In Teilen Norddeutschlands soll es immer wieder Schneeschauer und kurze Graupelgewitter geben. Gegen Abend werden an der Nordsee schwere Sturmböen erwartet. In der Nacht sinken die Temperaturen auf Tiefstwerte zwischen null und minus neun Grad. Im Laufe des Sonntags soll es im Norden überwiegend bewölkt bleiben. Die Temperaturen steigen auf bis zu drei Grad.

Schnee und Eis haben im Norden auch in der Nacht für zahlreiche Unfälle gesorgt. Meist blieb es aber bei Sachschäden.