Deutschland ist mit seinen zahlreichen
auf Brandfälle spezialisierten Kliniken besonders gefragt bei der Behandlung der Menschen, die bei dem Brandunglück in Crans-Montana in der Schweiz zum Großteil schwer verletzt wurden.
Vier Patienten wurden innerhalb kurzer Zeit
nach der Katastrophe in der Silvesternacht aufgenommen und die
Versorgung weiterer sieben in die Wege geleitet, wie das Bundesamt für
Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) am Freitagabend
mitteilte. Die deutschen Kliniken böten darüber hinaus weitere
Transport- und Behandlungsmöglichkeiten an.
Insgesamt sollen bis zum Sonntag 50 Menschen in Kliniken im Ausland verlegt werden, teilte das schweizerische Bundesamt für Bevölkerungsschutz mit.
Angeflogen werden neben den Krankenhäusern in Deutschland unter anderem auch Standorte in Frankreich, Italien und
Belgien.
Schweizer melden keine deutschen Verletzten
Bei der Katastrophe war eine Bar im Skiort
Crans-Montana am frühen Neujahrsmorgen in Brand geraten, und viele junge
Menschen konnten sich nicht mehr oder nur schwer verletzt nach draußen
retten. Insgesamt kamen 40 Menschen ums Leben, 119 erlitten überwiegend
schwere Brandverletzungen. Die Behandlung kann sich je nach Schweregrad
über Monate hinziehen.
Unter
den Verletzten waren vor allem Schweizer, Franzosen und Italiener – Deutsche nach ersten Angaben nicht. Zur Identität der 40 Toten
machten die Behörden noch keine Angaben.
Die
Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen. Das französische Paar,
das die Bar betreibt, wurde als Zeugen verhört. „Wir können weder
schlafen noch essen, es geht uns allen sehr schlecht“, sagte der Wirt
nach einem Bericht des Nachrichtenportals 20 Minuten in einem
Gespräch.
© Lea Dohle
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Sie kooperierten mit den Behörden. „Wir werden alles
tun, um mitzuhelfen, die Ursachen zu klären“, zitiert das
Nachrichtenportal den Wirt. „Wir tun alles in unserer Macht Stehende.
Auch unsere Anwälte sind involviert.“ Seine Frau war nach
Medienberichten in der Nacht in der Bar und wurde leicht verletzt.
Anklage wegen fahrlässiger Tötung nicht ausgeschlossen
Die
Staatsanwaltschaft prüft unter anderem Umbauarbeiten, verwendete
Materialien, Betriebsgenehmigungen, Sicherheitsmaßnahmen,
Brandschutznormen und Flucht- und Evakuierungswege, wie
Oberstaatsanwältin Beatrice Pilloud sagte.
Geprüft
werde auch, ob Anwesende, die noch leben, strafrechtlich zur
Verantwortung gezogen werden können. Auf Fotos und Videos waren feiernde
Menschen mit Feuerwerk in Champagnerflaschen zu sehen, das nach ersten
Ermittlungen Schaumstoff an der Decke in Brand gesteckt haben dürfte. In
Betracht kämen etwa fahrlässige Brandstiftung oder fahrlässige Tötung,
sagte Pilloud. Bislang gebe es aber keine strafrechtlich relevanten
Anhaltspunkte, betonte sie.
Brandunglück in Crans-Montana
Z+ (abopflichtiger Inhalt);
Brandverletzungen:
„Die Überlebenschancen hängen auch vom Alter ab“
Z+ (abopflichtiger Inhalt);
Crans-Montana:
„Drei Minuten später ist drinnen alles explodiert“
Z+ (abopflichtiger Inhalt);
Schweizer Skiort Crans-Montana:
Ein Albtraum in der Neujahrsnacht