Mit dem Bezahldienst Wero, der europäischen Alternative zu Paypal, will Europa beim digitalen Bezahlen unabhängiger von US-Anbietern werden. Wie Wero funktioniert, wer dabei ist und welche Rolle Wero in Stuttgart spielt. Wichtige Fragen und Antworten.

Was ist Wero?

Wero ist als digitaler Bezahldienst von europäischen Banken im Juli 2024 gestartet. Es ist ein Projekt der European Payments Initiative (EPI), hinter der europäische Banken und Zahlungsdienstleister stehen, die sich zum Ziel gesetzt haben, eine Alternative zu US-Bezahldiensten wie Paypal, Mastercard und Visa zu etablieren. Der Name ist ein Kunstwort aus „We“ (wir) und „Euro“. Mit Wero kann man Geld in Echtzeit an Freunde und Familie senden, ohne seine Bankdaten preiszugeben – also mobile Zahlungen von Mensch zu Mensch ähnlich wie mit Paypal. Die Nutzer müssen sich aber registrieren. Wero ist entweder ins Onlinebanking integriert oder läuft über eine App, wenn die Bank mitmacht. 2025 hat Wero deutlich Fahrt aufgenommen und ist auch im Onlinehandel gestartet.

Bei welchen Händlern kann man zahlen?

Seit Herbst 2025 kann man bei verschiedenen Onlineshops mit Wero bezahlen. Beim deutschen Ticketportal Eventim kann man über Wero Tickets kaufen, auch der Mode-Marktplatz VeePee ist live. In diesen Wochen starten weitere Händler mit Wero – etwa der Sporthändler Decathlon, die Supermarktkette Lidl, der Drogerieanbieter Rossmann und die Kinokette Cineplex. Auch die Baumarktkette Hornbach sowie der Fotobuch-Spezialist Cewe und der Heimtierausstatter Zooplus sind dabei. Viele Händler arbeiten aber teils noch mit ihren Zahlungsdienstleistern daran, Wero für die Kunden verfügbar zu machen. Im ersten Quartal 2026 – also nach den Feiertagen sowie den Sperrzeiten für IT-Anpassungen bei den Händlern – rechnet die European Payments Initiative mit einem starken Anstieg der Aktivierungen, wie deren Sprecher unserer Zeitung sagte. Zudem bieten über 20 Kommunal- und Stadtverwaltungen in Deutschland Wero zum Bezahlen von Gebühren und Steuern an.

Wie sieht es an der Ladenkasse aus? In einer App der Sparkasse ist die Option „Geld senden“ zu sehen. Foto: picture alliance/dpa

2026 liegt der Fokus auf dem Onlinehandel. Ähnlich wie bei Zahlungen mit anderen Zahlungsdienstleistern oder Kreditkarten bietet Wero übrigens auch ein Käuferschutzprogramm an, falls mit der Bestellung mal etwas nicht klappt. In der zweiten Jahreshälfte soll die Einführung von Wero im stationären Handel starten, dann könnten Kunden auch in den ersten Geschäften an der Ladenkasse mit Wero zahlen. Der Erfolg von Wero hängt allerdings stark von der Akzeptanz der europäischen Verbraucher ab und davon, wie viele Händler mitmachen.

Welche Banken sind dabei?

Wero ist bei immer mehr Banken verfügbar – bisher in Deutschland, Frankreich und Belgien. Im November 2025 hatte Wero nach eigenen Angaben bereits mehr als 46 Millionen Kunden. In Deutschland sind die Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken mit an Bord. Bundesweit haben sich bis Mitte Dezember 2025 allein gut 1,8 Millionen Sparkassenkunden registriert, sagte ein Sprecher von S-Payment in Stuttgart, dem Zahlungsdienstleister der Sparkassen. Auch Deutsche Bank, Postbank, die Neobank Revolut, ING, GLS und die BBBank sind dabei. Auch die Smartphone-Bank N26 ist seit Dezember mit im Boot. Ab Mitte 2026 sollen deren Kunden dann Wero nutzen können. In Deutschland aktivieren laut EPI immer mehr Nutzerinnen und Nutzer den Bezahldienst.

Wer macht in Stuttgart mit?

Die BW Bank ist schon seit Herbst 2025 dabei. Bei der Volksbank Stuttgart haben sich bis Ende November bereits mehr als 8000 Kunden und Kundinnen für Wero registriert. Bei allen deutschen Genossenschaftsbanken sind es mittlerweile mehr als eine Million. Bei der Sparda-Bank BW sind es seit der Einführung Ende September mehr als 4000 Kunden. Auch alle 50 Sparkassen in Baden-Württemberg sind mit im Boot. „Die Sparkassen stehen voll hinter Wero“, sagt Matthias Netz, Präsident des Sparkassenverbands Baden-Württemberg. Man habe in den vergangenen Monaten sogar mehr Kunden für das europäische Bezahlsystem gewonnen als ursprünglich gedacht. Der Erfolg von Wero sei wichtig, um die Souveränität Europas im Zahlungsverkehr zu stärken.

Wie geht es mit Wero weiter?

Ob Wero nachhaltig erfolgreich ist, wird sich im Onlinehandel und an den Ladenkassen zeigen. Klar ist: Je mehr Unternehmen und Kunden mitmachen, desto höher sind die Erfolgsaussichten. Händler begrüßen, dass Wero mit deutlich günstigeren Händlergebühren startet als die US-Konkurrenz, denn so genannte Transaktionsgebühren können die Marge der Händler drücken. Für Verbraucher ist Wero kostenlos. Verbraucherschützer begrüßen die Einführung von Wero. Das europäische Bezahlsystem könne ein erster Schritt zu einem eigenständigen europäischen Zahlungsverkehrsmarkt sein und eine Alternative zu den US-amerikanischen Zahlungsdiensten wie Visa, Mastercard und Paypal werden.